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    Paul P.
    Teilnehmer

    Lieber Herr Dr. Lust,

    folgendes hat sich am 03.08.12 um ca. 04:00 Uhr ereignet:

    Ich hatte nach starkem Alkoholkonsum in einem deutschen Bordell ungeschützten Vaginalverkehr mit einer Prostituierten. Nach heutigem Erinnern dauerte der Verkehr maximal 2 Minuten. Nach dem Verkehr war mein Penis (ich bin im übrigen beschnitten) nicht nass von Scheidensekret/Vaginalflüssigkeit, doch hat ein intensiver Kontakt stattgefunden. Direkt nach diesem Vorfall konnte ich nicht begreifen, wie es zu dieser Situation kommen konnte. Es ist einfach passiert, obwohl im Nachhinein von beiden absolut ungewollt. Mir ist heute klar, dass ich diese Situation mir und dem Alkohol schulden muss. Mein Glied habe ich nach diesem Vorfall wissentlich nicht explizit gewaschen/gereinigt. Ich war völlig irritiert und konnte nicht begreifen, was gerade passiert war.

    Seit diesem Vorfall bin ich psychisch mehr oder weniger am Ende. Ich suchte daraufhin telefonischen Kontakt zur Aids-Hilfe, suchte das Gesundheitsamt auf, um einen ELISA-Test durchzuführen, vereinbarte einen PCR-Termin im Labor für den 20.08.12 (Kosten 152,- €) und führte am 04.08.12, sowie am 07.08.12 Gespräche mit der Bordell-Leitung und der Prostituierten. Aussage der Leitung: Normalerweise darf so etwas nicht passieren. Wie kam es dazu? Ich bräuchte mir bzgl. meiner Gesundheit keine Gedanken machen. Die junge Frau (deutsche) habe zudem den ersten Abend in dem Bordell gearbeitet und sei ganz neu. Aussage der Prostituierten: Wir hatten ein sehr vertrauensvolles Gespräch, in welchem ich meine Bedenken absolut frei äußern konnte. Sie sagte mir, sie würde die Pille nehmen und ihre Tage müsste sie in 2 Wochen haben. Auf die Frage bzgl. einer möglichen HIV-Ansteckung sagte sie mir, ich müsse mir absolut keinen Gedanken machen, es sei alles in Ordnung. Sie ließe sich zudem regelmäßig untersuchen (…ist zwar eine schöne Aussage. Belege fehlen mir hier allerdings). Zudem kann ich mich jederzeit wieder melden, sollte ich mit der Situation gedanklich nicht fertig werden.

    Das Gesundheitsamt teilte mir gestern mit, dass ein ELISA-Test aktuell noch keinen Sinn macht. Trotzdem habe ich mich heute dazu entschlossen, diesen Test kurzfristig doch durchzuführen, um mein Sexualverhalten der Vergangenheit abzuklären. Eine Situation wie die gerade beschriebene hat es allerdings bislang noch nie gegeben.

    Folgende Fragen ergeben sich für mich:

    1. Wie schätzen sie die Situation ein?

    2. Gibt es weitere Maßnahmen, die ich noch ergreifen sollte?

    3. Ich habe große Sorge vor einem PCR-Test. Warum? Ich bin Rheumatiker, nehme aktuell regelmäßig 2-0-2 Sulfasalazin ein und habe große Sorge vor einem falsch-positiven-PCR-Ergebis. Sollte ich ihrer Meinung nach den PCR-Test machen?

    4. Macht es Sinn, die Prostituierte zu Bitten, einen aktuellen Test zu machen?

    Ich kann mein Verhalten aktuell noch nicht begreifen und schäme mich zutiefst. Ich hoffe, ich habe noch einmal Glück gehabt.

    Über eine Antwort freue ich mich sehr.

    VG, J

     

    #8826
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo Jan!

    1. Wenn man vom schlimmsten Fall ausgeht, nämlich, dass die Frau HIV-positiv ist , dann bestand schon ein Risiko. Beim einmaligen ungeschützten Sexualkontakt mit einer HIV-positiven Frau ist das Risiko allerdings nur gering (etwa 1:99), weil HIV zum Glück nicht so ansteckend ist wie andere sexuell übertragbare Infektionen. Sie müssen also noch lange nicht mit einer Ansteckung rechnen.

    2. Ein PCR-Test kann ab 14 Tagen nach dem Risiko nicht mehr falsch ausfallen. Insofern können Sie, wenn der Test dann negativ ausfällt, sicher sein, nicht infiziert zu sein. Siehe hier: https://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/wie-sicher-ist-pcr-test

    https://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/wie-zuverl%C3%A4ssig-ist-hiv-test-nach-4-6-8-12-wochen

    Ein ELISA Test macht erst nach vier Wochen sinn.

    3. PCR-Test fallen nicht falsch-positiv aus, auch nicht, wenn Sie Medikamente einnehmen müssen.

    4. Wenn es Ihnen hilft und die Frau damit einverstanden ist, dann schon.

    Liebe Grüße!

    Dr. Leo Lust

    PS: Sie schreiben, dass Sie sich schämen: Vielleicht gibt es Freunde, Bekannte oder Menschen, die Ihnen nahestehen und die gut im Zuhören sind, damit Sie sich bei Ihnen aussprechen können? Das kann sehr viel helfen! Sie können natürlich auch eine psychologische Betratungsstelle aufsuchen, wenn Sie niemanden zum Aussprechen haben.

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