Startseite Foren HIV/Aids Oralverkehr und Primoinfektion

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    unknown_man
    Teilnehmer

    Ich habe noch einmal eine Frage zu aktivem Oralverkehr. Nach Studien ist es nur in weltweit vereinzelten Fällen zu Ansteckungen gekommen durch Spermaaufnahme in den Mund. Ich hatte wieder einmal aktiven Oralverkehr und war betrunken. Obwohl ich mich an alles erinnern kann, mache ich mir Sorgen, dass eventuell unbemerkt Sperma in meinen Mund gelangte. Mein Partner war nämlich plötzlich feucht am Penis, als ich ihn zwischendurch masturbierte. Er hat also NICHT in meinen Mund abgespritzt, sondern es wäre während des Masturbierens ein wenig (BLOSS EIN WENIG) Sperma ausgetreten und dies hätte ich ANSCHLIESSEND beim Weiterlutschen oral aufgenommen.

    Frage 1: Ich habe gelesen, dass es Männer gibt, die die Ejakulation nicht genau beherrschen, so dass durchaus vor dem eigentlichen Abspritzen schon Sperma austreten kann. Stimmt das? Oder handelte es sich in meinem geschilderten Fall bloss um Lusttropfen?

    Frage 2: Für DrGay in der Schweiz gilt jede, auch minimalste, Spermaaufnahme in den Mund als Risikosituation. Ihr seht das weniger streng. Also in meinem Fall hätte wohl keine Risikosituation bestanden. Hat das damit zu tun, dass homosexuelle Männer häufiger die Partner wechseln, und das Risiko der Weiterübertragung des HIV-Virus während der Primoinfektion höher ist?

    Frage 3: Kann ich bei mir ein Risiko ausschliessen, ausser wenn mein Sexpartner vielleicht gerade eine Primoinfektion gehabt hätte, bei der dann schon geringe Spermamengen für eine Ansteckung ausreichen?

    Danke für deine Antwort!

    #7306
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo unknown_man!

    Es kann sich in Ihrem geschilderten Fall entweder nur um Lusttropfen oder um Lusttropfen+Spermaresten, die sich von einer vorhergehenden Ejakulation des Mannes noch in der Harnröhre befunden haben, handeln. Manche Männer werden übrigens nicht nur feucht, sondern regelrecht nass, weil sie soviel Lusttropfen produzieren.

    Sperma müsste schon deutlich schmeckbar sein, damit die Menge davon hoch genug für eine HIV-Infektion ist. War das nicht der Fall, so war keine für eine Ansteckung relevante Menge an Sperma im Spiel und etwaige Spermareste wären durch den Speichel viel zu sehr verdünnt worden. Das hat also gar nichts mit homosexuell oder heterosexuell zu tun. Selbst wenn kurz nach der Infektion extrem viele Viren im Sperma wären, würden so kleine Mengen für eine Infektion bei oraler Aufnahme nicht ausreichen. Sie können hier also selbst dann, wenn der Sexualpartner gerade in der Phase der Primärinfektion wäre, ein Risiko ausschließen.

    Liebe Grüße!

    Dr. Leo Lust

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