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  • #14122
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Liebes Team,

    zunächst vielen Dank für Ihren Support und Service!

    Leider war ich unbeschreiblich dumm und habe aus Enttäuschung dementsprechend einen riesen Fehler gemacht, da ich einfach (offensichtlich) nicht der Typ hierfür bin, ansonsten wäre ich wohl nicht hier.

    Ich war bei zwei Sexworkerinnen und hatte jeweils geschützten GV. Soweit so gut..
    Allerdings hatte ich auch jeweils aktiven und passiven ungeschützten Oralverkehr.

    Ich war immer der Meinung, dass HIV so nicht übertragen werden kann. Nun, da ich aufgrund von Recherchen immer mehr Symptome feststelle (div. Problemstellen im Mundraum, merkwürdige Ausschläge etc.) bin ich bei eben diesen Recherchen auch auf Informationen gestoßen, welche besagen, dass eine Infektion auch bei Cunnilingus durchaus möglich ist.
    So viel sei gesagt: ich habe weder Blut gesehen, noch geschmeckt – und war lediglich an der Klitoris, nicht aber am Eingang.

    Da dies nun 14 Tage her ist habe ich einen PCR Test veranlasst – die Warterei auf das Ergebnis macht mich aber fertig.

    Ich hatte schon immer panische Angst vor HIV – ich würde es als Phobie bezeichnen.
    Können etwaige Symptome aufgrund von panischer Angst, durch eine dementsprechend angeknackste Psyche entstehen?

    Besteht tatsächlich keine Infektionswahrscheinlichkeit? Ich habe einfach panische Angst, dass vielleicht in meinem Mundraum beispielsweise nicht alles in Ordnung ist und ich es einfach nicht besser weiß.

    Vielen lieben Dank!

    LG TeurerFehler

    #14124
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo TeurerFehler,

    HIV kann über Oralverkehr mit einer Frau (ohne Blutaufnahme) nicht übertragen werden. Somit hatten Sie in diesen Situationen kein Risiko, sich mit den Viren anzustecken.

    Liebe Grüße,
    Das Team der Aidshilfe

    #14144
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Liebes Aidshilfe Team,

    vielen Dank zunächst für die Rückmeldung.
    Nun ist nach einer Woche das negative PC-Testergebnis eingetroffen.
    Diese Woche hat mich um ehrlich zu sein trotz Ihrer positiven Rückmeldung zum nervlichen Wrack gemacht.

    Nun hat die Beruhigung sehr kurz gewährt.
    Nachgerechnet, fand der (potentielle) Risikokontakt 13 Tage vor Blutabnahme statt, nicht 14 – um genau zu sein 12 Tage und rund 19 Stunden.

    Jetzt habe ich wieder panische Angst, dass das Ergebnis dadurch womöglich verfälscht ist – zudem habe ich gelesen, dass ein PCR Test durchaus falsch-negativ ausfallen kann.

    Wie sicher kann ich mir hier sein?

    Dadurch, dass ich nun zusätzlich einen fleckigen Ausschlag am Hals feststellen musste, sowie meine oben aufgeführten Beschwerden zum Teil weiterhin bestehen verfallen ich erneut in Panik.

    Vielen Dank vorab!

    #14145
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Liebes Team,

    verzeihen Sie bitte meine weitere Nachricht.
    Meine Panik hat allerdings soeben ein neues Level erreicht.

    Ich war soeben beim Dermatologen aufgrund der Ausschläge.
    Bei einem der Ausschläge kam er praktisch sofort auf die Idee STD und hat entsprechende Tests angeordnet.

    Nach meiner Story mit dem Oralverkehr meinte er lediglich, dass HIV auch in diesem Fall nicht auszuschließen ist.

    Was stimmt nun? Ich drehe komplett am Rad..

    Vielen Dank!

    #14165
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Liebes Team,

    leider habe ich bis dato keine Antwort erhalten – ist wohl leider untergegangen.
    Ich habe einen weiteren PCR-Test veranlasst, dessen Ergebnis ich nun abwarten muss, drehe aber komplett am Rad.

    Wie sieht es in meiner Situation nun aus?

    Vielen Dank!

    #14166
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Liebes Team,

    leider ich nochmals.
    Jetzt wurde bei mir zusätzlich Mundsoor diagnostiziert – hier liest man auch sehr Widersprüchliches – einerseits, dass es durchaus ein Symptom einer Primärinfektion sein kann, andernfalls aber, dass dem eben nicht so ist.

    Bitte hier ebenfalls um Rückmeldung.
    Besten Dank!

    Liebe Grüße

    #14173
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Liebes Team,
    liebe Mitleser,

    leider habe ich hier zwar keine Antwort mehr erhalten – aber möchte dennoch kurz meine Leidensgeschichte darlegen.
    Vielleicht hilft das dem Ein oder Anderen Mitleser ja.

    Oben könnt ihr meinen vermeintlichen Risikokontakt nachlesen, woraufhin das Team der Aidshilfe korrekterweise darauf hinwies, dass betreffend HIV hier kein Risiko bestand.
    Leider wollte das nicht in meinen Kopf hinein und ich machte mir mit jedem Tag mehr Sorgen und die Angst möglicherweise positiv zu sein hat mein Leben in den letzten knapp 4 Wochen bestimmt.

    Ich konnte nicht ein- bzw. durchschlafen, ich war antriebslos, hatte keine Lust zu sprechen, keine Lust auch nur irgendwas zu unternehmen. Vermeintliches Symptom Nummer 1
    Es machten sich mehrere verschiedene Ausschläge auf meinem Körper bemerkbar. Vermeintliches Symptom Nummer 2
    Appetit hatte ich keinen mehr und habe innerhalb dieser Zeit sage und schreibe 5 Kilo abgenommen. Vermeintliches Symptom Nummer 3
    Mein Mund, meine Zunge brannten bzw. hatte ich generell ein komisches Mundgefühl samt Aphthen und einer offenen Mundstelle, die ich nicht in den Griff bekomme. Vermeintliches Symptom Nummer 4
    Gelenke und Muskeln haben sporadisch Schmerzen verursacht – wandernd – mal hier, mal da. Vermeintliches Symptom Nummer 5

    Nun hatte ich aufgrund dessen einen kleinen Ärztemarathon hinter mir.
    Meine Hausärztin konnte sich zunächst keinen Reim daraus machen, warum ich ein brennendes Mundgefühl habe – daher großes Blutbild.
    Habe ich direkt gemacht und den Befund eine Woche vor meiner Befundbesprechung erhalten – SCHOCK – die RELATIVE Lymphozytenzahl war leicht (um 1%) zu gering – die absolute war aber vollkommen in Ordnung.
    Sehr viel Dr. Google eben wegen dieser Geschichte und den Symptomen – man kommt zwangsläufig fast IMMER auf HIV.

    Ich habe mich extrem reingesteigert, mich permanent beobachtet – ich konnte nicht mehr, ich war mir sicher, dass ich mich infiziert habe.
    Daher suchte ich psychologischen Rat.
    Konnte mir zwar nicht ganz aus dem Strudel heraushelfen, aber zumindest etwas herunterholen.

    Aufgrund der Beschwerden im Mund war ich zwischenzeitlich beim HNO, der hat einen Abstrich gemacht und eingesendet – nächster Schock: Mundsoor.
    Hier liest man viel Widersprüchliches – teilweise kann man lesen, dass das ebenfalls ein Anzeichen einer Primärinfektion ist – wird hier bei der Aidshilfe ebenfalls verneint, was nach längerer Recherche wohl eher der Wahrheit entspricht.

    Ende der Story: der HIV (1+2), HIV PCR (1+2), Syphilis, Tripper, Chlamydien etc. Test nach 3 Wochen und 2 Tagen fielen allesamt negativ aus.
    Mein Dermatologe hat selbige Tests (bis auf PCR) 2 Tage zuvor ebenfalls angeordnet, da er meinte „ja, auch beim OV kann HIV übertragen werden – unabhängig vom Blut“ – auch das entspricht nicht der Wahrheit – aber auch hier fiel alles negativ aus, und der PCR Test nach knapp 13 Tagen (allerdings nur HIV 1) ebenfalls.

    Fazit / Quintessenz: Macht euch bitte nicht fertig – der seelische und emotionale Stress macht auch MINDESTENS genauso krank!
    Wenn ihr all diese Symptome mit den netten Beiwörtern „Stress“ und „Angst google-t, kommt ihr auf die exakt gleichen Symptome wie bei einer primären HIV-Infektion.
    Lediglich der Mundsoor hat mir am Ende schwere Sorgen bereitet – kleiner Tipp – die USA ist uns in der Forschung, speziell im psychischen Bereich weit voraus.
    Dort geht man mittlerweile davon aus, dass Stress einen größeren Faktor bei der Entstehung von Mundsoor spielt, als die Einnahme von Antibiotika!

    Bitte glaubt den Experten hier, bzw. in Eurer Aidshilfe – sie haben, traue ich mich behaupten, mehr Ahnung von der Materie als die meisten Ärzte und Dermatologen.
    Wenn ihr somit die Info erhaltet „kein Risiko oder äußerst geringes Risiko“ – schenkt dem Glauben und schont eure Nerven und eure Psyche, die können euch genauso krank machen!

    Liebe Grüße

    #14209
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo TeurerFehler,

    sry, dass die letzten Anfragen untergegangen sind. Grundsätzlich kein Grund zur Panik! Die Symptome von HIV sind so allgemein beschrieben, dass sie Indikator für viele andere Krankheiten sind und auch die Psyche immer viel mit hineinspielt.

    Liebe Grüße
    Jakob
    Team der Aidshilfe Salzburg

    #14232
    TeurerFehler
    Teilnehmer

    Hallo Jakob,

    vielen Dank für Deine Rückmeldung!

    Leider wurde mir damals eine Fehlinformation erteilt, bzw. kam es zu einem Missverständnis.
    Der PCR-Test hat lediglich auf HIV-1 getestet.

    Ich habe wieder panische Angst um ehrlich zu sein.
    Habe jetzt nach ca. 8,5 Wochen erneut einen HIV AK/AG durchführen lassen. Auch negativ.

    Es steht nun überall beschrieben, dass der Test 6 Wochen nach dem vermeintlichen Risiko sicher sei.
    Aber was ist mit HIV-2? Nach meinem Verständnis kann dieser Test HIV-2 lediglich nach 12 Wochen sicher ausschließen, oder verstehe ich hier etwas falsch?

    Wie hoch ist die Gefahr sich mit HIV-2 im Allgemeinen in Österreich zu infizieren? Vor allem im Hinblick darauf, dass es sich um GV mit einer Sexworkerin handelte (OV in beide Richtungen ungeschützt)?
    Wie viele Fälle sind in Österreich bekannt, bzw. wie viele Neuinfektionen wurden dieses Jahr bereits festgestellt?
    Ist das Ansteckungsrisiko mit HIV-2 genauso hoch bzw. niedrig wie bei HIV-1?

    Vielen Dank!

    Liebe Grüße,
    TeurerFehler

    #14233
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo TeurerFehler,

    HIV-2 ist in Österreich nicht existent. Dieser Stamm wird in Österreich nur bei dezidiertem Risikokontakt (ungeschützter GV in afrikanischen Ländern, Kontakt mit einer Risikoperson aus afrikanischen Ländern) getestet, weil nur ganz wenige Fälle überhaupt festgestellt wurden.

    Wenn Sie einen Risikokontakt mit einer HIV-2-infizierten Person gehabt hätten, wäre die Wahrscheinlichkeit einer Infektion genauso gering wie auch bei HIV-1. Die Übertragung von HIV-2 funktioniert gleich, wie von HIV-1. Daher haben Sie sich bei Ihrem Treffen mit der Sexworkerin weder mit HIV-1, noch mit HIV-2 infiziert.

    Wenn Ihre Sorgen und Ängste weiterhin bestehen, rate ich Ihnen eine psychologische Beratung aufzusuchen. Das Krisentelefon der ProMente Salzburg beispielsweise kann Ihnen die richtige Anlaufstelle für einen Erstkontakt bieten.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

    Liebe Grüße
    Jakob
    Team der Aidshilfe Salzburg

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