Startseite Foren HIV/Aids Frage zu Risikosituation

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    Raphael
    Teilnehmer

    Hallo,

    ich hatte gestern rezeptiven Analverkehr mit einem HIV-positiven Mann. Dies hat er mir ehrlich gesagt und meinte, dass er unter der Nachweisgrenze sei. Ob das stimmt kann ich nicht beurteilen…

    Zu Beginn ist er kurz ohne Kondom in mich eingedrungen, vielleicht so 30 – 60 Sek., ich habe das dann aber bemerkt und ihn gebeten ein Kondom zu benutzen. Das hat er auch ohne weitere Diskussion getan.

    Er ist definitiv nicht in mir gekommen, aber wahrscheinlich gab es ja Lusttropfen.

    Ich war dann danach doch so in Panik, dass ich in die Notaufnahme des KH gegangen bin und eine PEP wollte. Der Arzt meinte, dass das gemäß der Richtlinien nicht ausreiche, um mir eine PEP zu geben und dass ich mich entspannen soll, da bei solch einem Kontakt eher nur ein „statistisches Restrisiko“ bestünde, da es nicht minutenlanger Verkehr bzw. Verkehr mit Ejakulation gewesen wäre. Er sähe nicht, dass ich mir etwas „geholt“ haben könnte…

    Ich bin nun weiterhin beunruhigt und hätte gern eine Einschätzung der Lage. Einen Test werde ich nach 6-8 Wochen definitiv machen lassen…

    Beste Grüße, Raphael

    #10257
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo Raphael!

    Das mit der Nachweisgrenze kann stimmen oder auch nicht. 

    Kurzer ungeschützter AV stellt ein Risiko dar, weil der Lusttropfen des aktiven Partners in den After und auf die Darmschleimhaut gelangen kann. Beim einmaligen ungeschützten Kontakt mit dem Lusttropfen/Sperma eines HIV-positiven Mannes ist dieses Risiko allerdings nur gering, weil HIV zum Glück nicht so ansteckend ist wie andere sexuell übertragbare Infektionen. Das statistische Risiko einer Infektion liegt dann bei etwa 1:99.

    Wenn Sie dieses geringe Risiko nun sehr beunruhigt und Sie deswegen Sorgen haben, kann ein HIV-Test durchaus Sinn machen. Dann verschafft nämlich ein Test Sicherheit und Beruhigung (und das Zittern während des Wartens auf das Ergebnis ist für die Psyche viel gesünder als Monate lange Sorgen und Ängste).

    Informationen zur PEP finden sie hier, es gibt auch Ärzte, die hier einer PEP zustimmen würden: 

    https://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/wann-kann-ich-pep-machen

    Liebe Grüße!

    Dr. Leo Lust

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