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    lmp
    Teilnehmer

    Hallo Dr. Lust,

     

    ein sehr informatives Forum. Vielen Dank dafür.

     

    Ich habe eine Frage bezüglich der Unterscheidung von "rissiger Haut" und "Cuts".

    Im Winter habe ich öfters sehr rissige Haut. Das heißt, sie ist trocken und hin und wieder (sehr selten) habe ich ein kleines Tröpfchen Blut, das aus einer der Hautrisse austritt.

    Die Frage ist: Sind solche Hautrisse, wenn etwas Blut austritt (das aber in der Regel nicht fließt) , schon Cuts? Oder sind Cuts tatsächlich Schnittwunden, die durch mehrere Hautschichten gehen? Oder kommt das bisschen Blut, das austritt, gar bei rissiger Haut nur aus der oberen Hautschicht und dient der Wundschließung, d.h. es kommt gar nicht direkt aus der Blutbahn?

    Meine Frage hat folgenden Hintergrund: Vor einigen Tagen hatte ich ein Gespräch mit einer Freundin, dass das HI-Virus bei vielen Menschen in Vergessenheit geraten ist. Dann unterhielten wir uns ein bisschen darüber und plötzlich fiel mir folgende Situation wieder ein:

    Im vergangenen Winter (müsste Februar/März gewesen sein) war ich in Berlin mit einem Freund in einigen Bars unterwegs. Spät am Abend fiel ein Betrunkener von seinem Barhocker. Eine fremde Person und ich halfen dem Kollegen wieder auf die Beine. Der fühlte sich aber nicht gut und wollte längere Zeit meine Hand halten. Ich hatte nichts dagegen und er erzählte mir in der Zeit von seiner Scheidung, seinem Kind etc. Er war sehr aufgewühlt und rieb unentwegt seine Hand gegen meine.

    Ich hatte den Vorfall bald vergessen, erinnerte mich nur noch phasenweise als surreale Begegnung daran. Seit dem Gespräch mit der Bekannten jedoch habe ich die paranoide Vorstellung entwickelt, dass der Herr ebenfalls wunde, teils rissige Hände hatte, die er eine ganze Zeit lang, teils mit emotional bedingtem Druck, auf meine presste.

    Rational gesehen weiß ich, dass ich mich da nicht reinsteigern sollte, besonders da die Psyche mich wohl in die falsche Richtung führt. Jetzt versuche ich die ganze Zeit die Situation im Kopf zu rekonstruieren. Was natürlich nicht gelingt, da sie ja durch teils falsche Erinnerungen angereichert wird.

    Wäre denn so eine Infektion überhaupt denkbar? Mich interessiert hier die rein praktische Sicht. Oder laufe ich Gefahr, mich zu sehr in eine Psychose zu verennen?

     

    Danke!

    #7816
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo Imp!

    Der Begriff "Cut" kommt ursprünglich aus dem Boxkampf. Wir verstehen unter Cut eine große, tiefe Wunde, die nicht von selbst wieder zuheilt, sondern genäht werden muss, also Platzwunden, tiefe Schnittverletzungen, Fleischwunden.

    Insofern bestand in dieser Situation Null Risiko für Sie.

    Mit einer Psychose hat Ihre Angst nichts zu tun, aber diese (irreale) Angst, wie Sie sie beschreiben, scheint schon sehr stark zu sein. Ich möchte Ihnen, wenn diese Angst schon länger (d.h. mehrere Monate) besteht, zu einer Psychotherapie raten. Ein erster Ansprechpartner wäre Ihre Krankenkasse, welche Ihnen eine Liste von Therapeuten zusenden kann, die auf die Behandlung von Ängsten spezialisiert sind, oder eine psychologische Beratungsstelle. Hinter Ängsten stecken oft ganz andere, unbewusste Dinge, die man oft nur in einer Psychotherapie abbauen kann. In einer Psychotherapie lernt man, mit dieser Angst besser umzugehen; viele Leute bewältigen ihre Angst dann auch ganz und können wieder freier und unbeschwerter durchs Leben gehen. Leider sind viele Menschen zu stolz bzw. ist es ihnen peinlich, eine Psychotherapie zu machen; allerdings besteht dann die Gefahr, dass man jahrelang völlig unnütz leidet, in der Lebensqualität deutlich eingeschränkt ist und viel Kummer hat.

    Liebe Grüße!

    Dr. Leo Lust

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