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    d.
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     Lieber Dr. Lust, ich habe zwei Fragen.

    ich habe mich heute morgen an einer Papierkante in die Fingerbeere des kleinen Fingers geschnitten – ein ca. 1 cm langer schnitt, nicht sehr tief – hat ein wenig geblutet, vor allem wenn man die Fingerbeere mit Druck ausgepresst hat. Ich ging etwa zwei Minuten später aus dem Haus (grosser Wohnblock mit 60 Wohnungen ergo viele Mieter die rein und raus gehen) und habe VOR dem Herunterdrücken der Türklinke der Haupteingangstüre einen kleinen roten Rückstand auf der Türklinke bemerkt (der Rückstand war definitiv nicht von meiner Verletzung). Die totale Fläche, welche diesen Rückstand ausmachte betrug vielleicht einen halben Quadratzentimeter, also nicht wirklich sehr gross. Da es trocken ausschaute, habe ich es mit dem Fingernagel (Zeigefinger) abgekrazt, um zu schauen bzw. herauszufinden, was es ist. Da der Rückstand beim Abkratzen keine sichtbare Verschmierung oder Schlieren auf der Türklinke hinterliess, folgerte ich daraus, dass es schon zumindest teilweise angetrocknet gewesen sein muss und hab mir nicht mehr dabei gedacht und die Tür dann einfach ganz normal geöffnet (mit der Hand, wo ich meine kleine Schnittverletzung hatte), da ich abgesehen von diesem abgekrazten Rückstand (der nun an meinem Fingernagel/Fingerkuppe des Zeigefingers war) nicht mehr rotes Material an der Türklinke sehen konnte. 

     

    1. Frage: Sofern es sich denn tatsächlich um Blut gehandelt hat (welches jemand beispielsweise akzidentell durch eine unbemerkte, kleine Verletzung an der Hand an der Türklinke hinterlassen hat) – gehe ich dann in der Annahme richtig, dass es egal gewesen wäre, wenn dieses Blut von einer HIV-positiven Person gewesen wäre und es über meinen Zeigefinger oder über die Türklinke (an einem Ort wo ich es auf den ersten Blick nicht gesehen hätte) an oder in meine Schnittwunde gelangt wäre? Ich nehme dies an, weil einerseits der Weg des Bluts von der Türklinke zu meinem Zeigefinger nicht sehr direkt ist (verglichen z.B. mit dem direkten Kontakt einer Schnittwunde zu einer anderen offenen Wunde) und andererseits das Blut, wäre es noch ganz frisch gewesen, beim Abkratzen eher Schlieren gebildet hätte, statt sich entfernen zu lassen.

     

    2. Frage: Was wäre, wenn ich mit meiner kleinen Stichverletzung die Türklinke einfach benützt hätte, und es an der Türklinke nun ein wenig Blut gehabt hätte, welches man auf den ersten Blick nicht gesehen hätte (da man ja Türklinken meist nicht besonders genau anschaut, schon gar nicht in einem Wohnblock) und dieses Blut wäre mit meiner Verletzung in Kontakt gekommen? Gilt auch hier der Grundsatz, dass eine Ansteckung indirekt über Gegenstände auszuschliessen ist oder wäre bei frischem Blut (unter 1 Minute alt) ein hohes Risiko gegeben?

     

    Ich habe den Eindruck, das Blut war schon länger als eine Minute dort (da es sich abkratzen liess) – bin mir jedoch nicht ganz sicher. Sehen Sie in dieser Situation ein Ansteckungsrisiko oder kann ich auf einen HIV-Test in 12 Wochen auch gut verzichten? Im Grunde sagt man ja, dass man sich über Gegenstände wie Türklinken, Toiletten etc. nicht anstecken kann – war mir jedoch in dieser Situation nicht zu 100 % sicher und wollte Sie darum kurz um Rat fragen – vielen Dank für eine Antwort.

    #7311
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo d.!

    Wir drehen uns mit Fragen und Antworten bereits im Kreis. Bitte lesen Sie sich meine vorangehenden Antworten zu Wunden und Eintrittspforten durch. Das können Sie auch auf diesen Fall übertragen, denn ein Schnitt von 1cm Länge, der nicht stark blutet, ist zu klein, um eine Eintrittspforte für HIV zu sein. Ein HIV-Test ist jedenfalls definitiv nicht notwendig.

    Liebe Grüße!

    Dr. Leo Lust

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