Startseite Foren HIV/Aids Ansteckungsgefahr beim Zahnarzt

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    ulibka
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    Sehr geehrter Dr. Leo Lust,

    am vergangenen Dienstag war ich in einer Zahnarztpraxis zur Professionellen Zahnreinigung, welche von einer Dentalhygienikerin dieser Praxis durchgeführt wurde. Direkt im Anschluss an die Zahnreinigung hatte ich noch einen kurzen Termin beim Zahnarzt dieser Praxis selbst, der eine vor wenigen Wochen gemachte Füllung noch einmal ansehen sollte. Diese Stelle im Mund sollte geröngt werden. Hierzu wurde mir seitens des Zahnarztes eine spezielle, sehr kleine Kugel im Mund angebracht. Anschließend führte mich die Arzthelferin in das Röntgen-Zimmer. Sie schaltete das Röntgengerät ein und verließ danach für die Dauer des Röntgenvorgangs das Zimmer. Anschließend betrat sie wieder das Röntgen-Zimmer und entfernte mir diese spezielle Kugel aus dem Mund. 

    Bei dem Bedienen des Röntgengeräts hatte die Arzthelferin Handschuhe an. Mit diesen Handschuhen hat sie auch die Türklinke angefasst. Mit den gleichen Handschuhen hat sie mir im Anschluss an das Röntgen auch in den Mund gefasst, um die spezielle Kugel wieder zu entnehmen. 

    Nun mache ich mir darüber Gedanken, ob in einer derartigen Situation eine Ansteckungsgefahr mit dem HIV-Virus besteht – wenn man annimmt, dass sich fremde Blutspuren auf dem Röntgengerät oder anderen Gegenständen befunden haben. Ich mache mir insbesondere deshalb Sorgen, da ich unmittelbar vor diesem Vorgang bei einer Zahnreinigung war. Ich gehe zwar davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt keine akuten Blutungen im Mund mehr vorhanden waren, dennoch war das Zahnfleisch an vielen Stellen "verletzt".

    Mein Verstand sagt mir zwar, dass es wohl unwahrscheinlich ist, sich unter solchen Umständen mit dem HIV-Virus oder Hepatitis C anzustecken, und dennoch kann ich nicht aufhören, mir diesbezüglich Gedanken zu machen.

    Für Ihre Antwort bedanke ich mich im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Christine

     

     

     

     

     

    #8109
    Dr. Leo Lust
    Moderator

    Hallo Christine!

    Beim Zahnarzt ist eine Ansteckung mit HIV nicht möglich. Blut eines HIV-positiven Menschen ist ab einer Minute nach Austritt aus dem Körper nicht mehr ansteckend, und dieses kurze Zeitfenster wird in der Zahnarztpraxis zwischen zwei Patienten immer überschritten. HIV kann zudem nur über deutlich sichtbare Blutmengen übertragen werden, da es bei Weitem nicht so infektiös wie andere Virusarten ist, und erkennbare Blutmengen auf den medizinischen Instrumenten würden dem medizinischen Personal nicht entgehen. D.h. der Zahnarzt hätte schon vor von frischen Blut triefenden Handschuhen in Ihren Mund fassen müssen, damit ein Risiko bestanden hätte.
     
    Hepatitis C kann außerhalb des Körpers tagelang ansteckend bleiben und über kleinste Blutmengen übertragen werden. Wenn fremdes Blut auf den Handschuhen der Zahnarzthelferin gewesen wäre, dann hätte schon ein (sehr geringes) Risiko bestanden, da Hepatitis C (im Gegensatz zu HIV) bereits über mikroskopisch kleine Blutmengen übertragen werden kann und viel infektiöser ist als HIV. Das Risiko liegt allerdings mehr im theoretischen als im praktischen Bereich, da Hepatitis C fast immer nur von Blut zu Blut übertragen wird (also bei Nadelstichverletzungen oder über Wunden). Insofern müsste man immenses Pech haben, um sich beim Zahnarzt über die Mundschleimhaut damit zu infizieren.
     
    Liebe Grüße!
    Dr. Leo Lust
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