PlusMinus 01-17

Themen:
- DÖAK 2017 in Salzburg
- HIV and Your Body - Nieren und Knochen
- Kenne deinen Status
- HIV-Infektion - Daran denken und testen
- HIV und Recht - Datenschutz
- Rezensionen

Leseprobe: HIV-Infektion - daran denken und testen
Nach wie vor erhalten viele Menschen die Diagnose „HIV-positiv“ erst lange Zeit nach dem eigentlichen Infektionsereignis. Oft sogar erst zu einem Zeitpunkt, an dem das Immunsystem bereits deutlich beeinträchtigt ist. International hat sich in diesem Zusammenhang der Begriff „late presenter“ für solche späten Diagnosen etabliert. Definiert wird der Begriff dabei über die bereits bestehende Immunschwäche zum Zeitpunkt der Diagnose (entweder eine CD4-Zellzahl von unter 350 Zellen/µl oder AIDS innerhalb weniger Monate nach der Diagnose). Das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) geht davon aus, dass knapp 50% aller HIV-positiven Menschen erst zu einem so späten Zeitpunkt erfahren, dass sie mit...

Menschen, die unter HIV-Therapie nicht mehr ansteckend sind, sind beim ungeschützten Sex straffrei.

Das Justizministerium bestätigt in einem Schreiben, dass sowohl das Restrisiko unter kondomgeschüztem Sex als auch bei ungeschütztem Sex unter konsequenter Einnahme einer wirksamen antiretroviralen Therapie (ART) hinzunehmen ist. Die Aussage basiert auf den neuesten medizinischen Erkenntnissen. Das Schreiben wurde im Jahr 2010 durch die damalige Justizministerin Bandion-Ortner, im Zuge einer parlamentarischen Anfrage bestätigt.


Laut der Schweizer EKAF-Studie ist selbst der ungeschützte Geschlechtsverkehr einer HIV-infizierten Person dann keine Ansteckungsgefahr, wenn sich der Betroffene konsequent einer wirksamen antiretroviralen Therapie (ART) unterzieht. Dabei müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
1) Die ART wird durch den Betroffenen eingehalten und vom behandelnden Arzt kontrolliert.
2) Die Viruslast muss hierbei seit mindestens sechs Monaten stabil unter der Nachweisgrenze liegen.

 

Autor: Florian Friedrich

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Hepatitis A: Deutlich mehr Fälle in Österreich

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In Europa treten seit vergangenem Jahr deutlich mehr Hepatitis A-Erkrankungen auf. Das betrifft auch Österreich, teilte die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) mit. So wurden seit Anfang des Jahres in Österreich bereits 117 Erkrankungen gemeldet, in den vergangenen Jahren waren es im selben Zeitraum jeweils etwa 30. Es gibt dagegen eine hoch wirksame Impfung, die man auch in der Aidshilfe Salzburg zum Selbstkostenpreis von 60 Euro/Teilimpfung erhalten kann.Seit Beginn dieses Jahres bis zur 20. Kalenderwoche wurden 103 Fälle von Hepatitis A im österreichischen elektronischen Meldesystem registriert. Im Vergleich dazu wurden in der gleichen Zeitperiode 2016 nur 32, im Jahr zuvor 14 und im Jahr 2013 zum Beispiel 34 Erkrankungen registriert. Die Gesamtzahl für das ganze Jahr lag seit...

Lebenserwartung von HIV-Positiven steigt weiter

Dank der modernen antiretroviralen Therapie haben HIV-PatientInnen inzwischen eine fast ebenso hohe Lebenserwartung wie alle anderen. So kann ein 20-Jähriger, der nach 2008 mit einer HIV-Behandlung begonnen hat, statistisch gesehen 78 Jahre alt werden. Das geht aus einer in der Fachzeitschrift "The Lancet HIV" veröffentlichten Studie hervor.
Insgesamt verlängert sich die Lebensspanne der nach 2008 behandelten HIV-Positiven demnach um zehn Jahre. An der Immunschwächekrankheit leidende Menschen, die ihre Behandlung zu diesem Zeitpunkt oder später begonnen haben, leben der Studie zufolge länger und gesünder. Dies liegt zum einen daran, dass moderne Medikamente weniger Nebenwirkungen haben, zum anderen daran, dass es heute mehr Behandlungsmöglichkeiten für HIV-Infizierte mit Resistenzen gibt. Zudem könnten parallel auftretende Probleme wie Herzkrankheiten,...

Hepatitis C Eliminierung rückt näher

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Weltweit leiden rund 70 Millionen Menschen an chronischer Hepatitis C mit Zirrhose, Leberversagen und Leberkarzinomen als mögliche Folge. Erstmals wäre es möglich, eine solche Viruserkrankung weltweit durch die Behandlung und Heilung aller Betroffenen zu beseitigen, meinen Experten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich das bis zum Jahr 2030 zum Ziel gesetzt.
"Mit den neuen Medikamenten und einer Therapiedauer von acht bis 24 Wochen erreichen wir bei der Hepatitis C von Patienten noch ohne Leberzirrhose eine fast hundertprozentige Heilungsrate", sagte der Wiener Hepatologe und Pionier auf diesem Gebiet, Peter Ferenci.Seit wenigen Jahren stehen für die Behandlung Arzneimittel in Tablettenform zur Verfügung. Bei den Wirkstoffen handelt...