Ansteckungszeitpunkt lässt sich besser abschätzen

Wissenschafter, Ärzte und Forscher der Schweizer HIV-Kohortenstudie haben eine einfache und relativ genaue Methode entwickelt, mit der man abschätzen kann, wann sich ein Mensch mit HIV infiziert hat. Anhand der genetischen Vielfalt der HI-Viren im Blut können diese Berechnungen durchgeführt werden, was in der Behandlung enorme Vorteile bringt und darüberhinaus dazu beträgt, den Verlauf der AIDS-Epidemie besser zu verstehen.
Bisher konnten Ärzte den Ansteckungszeitpunkt nur bis etwa acht Wochen nach der Infektion genau ermitteln. Ließe sich jemand erst später auf das Virus testen, könne nicht eruiert werden, ob sich die Person vor Monaten oder aber vor Jahren angesteckt hatte. Das Wissen um den Zeitpunkt der Ansteckung ist für die Behandlung aber wichtig: Es lässt sich einfacher abschätzen, wie rasch die Krankheit fortschreitet und wann mit der Behandlung begonnen werden sollte.
Forscher nutzten Daten aus Resistenztests, die bei HIV positiven PatientInnen in regelmäßigen Abständen durchgeführt werden. Beim Test wird das Erbgut der Viren untersucht, um...

med update 12-10

Themen:
- Allgemeines
- DÖAK 2011
- Whoonga - eine Drogenmischung mit Efavirenz
- Die iPrEx-Studie - HIV-Medikamente als Prophylaxe
- Vir-576 - eine vielversprechende Substanz
- Regenbogen-Schokolade
- agpro - Förderpreis 2010

Welt-AIDS-Tag: Gedanken zum Umgang mit HIV

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In Berlin ging anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember das Audio-Projekt „Stimmen in der Stadt“ an den Start. Es handelt sich dabei um Audio-Aufzeichnungen von HIV-positiven Betroffenen, die von ihrem Leben mit HIV erzählen. Gespielt werden diese Tondokumente an 15 Hörstationen auf Straßen und Plätzen in Berlin.
Das Projekt wurde vom HIV-Arzt Christoph Weber gestaltet, der seine Patienten interviewte (www.stimmen-in-der-stadt.de/). Weber kritisiert, dass über HIV viel zu wenig gesprochen werde. Es gibt die groteske Situation, dass zwar der medizinische Fortschritt in der Behandlung des Immunschwächevirus sehr weit fortgeschritten ist, dass die Gesellschaft aber im Umgang mit der Krankheit immer noch im Jahr 1992 steht. Nach wie vor haben viele Angst, HIV-Positive überhaupt anzufassen, und der Umgang ist alles andere als...

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer oder: der Papst und das Kondom

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Wenn auch die Aidshilfe Salzburg es begrüßt, dass Papst Benedikt XVI. sich zumindest in Einzelfällen positiv zum Kondomgebrauch äußert, kann sie die Begeisterung wegen der päpstlichen Aussage dennoch nicht nachvollziehen. Denn die kirchlich abgesegnete Erlaubnis des Kondoms bezieht sich nur auf seltene Ausnahmen. Solange sich jedoch nichts an der kirchlichen Sexualmoral ändert, die noch immer Sexualität rein auf die Ehe beschränkt (die wiederum ganz unter dem Vorzeichen der Aufzucht von Kindern stehen sollte), wird um das Statement des Bischofs von Rom nur viel Lärm um nichts gemacht. Es ist immer wieder erstaunlich, wie Presse, Öffentlichkeit und liberale Theologen bei Äußerungen wie dieser sofort in naiven Jubel ausbrechen und das Ende der katholischen Sexualfeindlichkeit prophezeien. Nun ja, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Schon...

PlusMinus 4/10

Themen:
- Dossier: Ronald Akkerman
- Berührungsängste verlieren - Professionalität gewinnen
- Termine rund um den Welt-AIDS-Tag 2010
- Together 2010
- HIV/AIDS: Ein Rück- und Überblick eines bewegten Jahres
- CCR5 - ein Rezeptor, ein Blocker und ein Test
- HIV/AIDS und Lebensqualität
- Rezensionen

Leseprobe: HIV/AIDS: Ein Rück- und Überlick eines bewegten Jahres
Trotz der medizinischen Fortschritte, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten zweifelsohne erzielt worden sind, ist und bleibt die AIDS-Pandemie eine der größten weltweiten Herausforderungen unserer Zeit. Laut einem akuellen Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben derzeit circa 33,4 Millionen Menschen mit HIV, 2,7 Millionen Menschen haben sich allein letztes Jahr infiziert, davon rund eine halbe Million Kinder unter 15 Jahren.
Gerade deswegen sind internationale Programme, die sich an so genannte vulnerable Gruppen richten, von besonderer Dringlichkeit. Im...