Der Vatikan und HIV

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Dieser Tage sorgt der Vatikan für Schlagzeilen, nämlich weil er sich nun offiziell für den Kampf gegen HIV einzusetzen gedenkt. Wenn auch es in der Jesus-Nachfolge selbstverständlich sein sollte, sich für Ausgegrenzte und Marginalisierte stark zu machen und mit bedingungsloser Akzeptation (in den Worten der Bibel: mit „Gnade“) anderen zu helfen, hat es bedauerlicherweise recht lange gedauert, bis sich die katholische Amtskirche zu einem öffentlichen Statement zu HIV, HIV-positiven Betroffenen und HIV-Prävention durchringen konnte. Damit nun kein Missverständnis entsteht: An der Basis setzen sich zahlreiche Katholiken bereits seit 30 Jahren für Betroffene und den Kampf gegen HIV/AIDS ein. Doch je weiter man in der Kirche nach oben steigt, desto stärker leiden Bischöfe, Kardinäle und schließlich der Mann, der sich von den Italienern „Papa“ nennen lässt (Freud hätte mit diesem...

Weltgesundheitsorganisation beschließt neue Strategie gegen HIV/AIDS

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Dieser Tage beschlossen die 193 Mitgliedsstaaten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine neue Strategie im Kampf gegen HIV/AIDS. Sollte diese vollständig umgesetzt werden, könnten bis 2015 zwei Millionen Menschenleben gerettet werden. Ein Punkt des Vorgehens ist, innerhalb von fünf Jahren für einen weltweiten Zugang zur Prävention, zur Behandlung und zur Pflege zu sorgen.
Die Zahl der Neuinfektionen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren soll bis 2015 im Vergleich zum Jahr 2009 um die Hälfte, die Zahl der neu infizierten Kinder um 90 Prozent gesenkt werden. Auch die Zahl der Todesfälle, die in Zusammenhang mit AIDS stehen, soll um ein Viertel reduziert werden. Zurzeit sind 33,3 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert, 22,5 Millionen davon leben in Afrika südlich der Sahara und haben kaum Zugang zu Medikamenten und HAART.
 

HIV in den Entwicklungsländern

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Für fünf Millionen Menschen beginnt die Ungleichheit zwischen entwickelter und unterentwickelter Welt bereits vor ihrer Geburt, dies gilt besonders auch für HIV, da sich bei schlechter medizinischer Betreuung viele Kinder bereits im Mutterleib oder während der Geburt von ihrer Mutter infizieren.
Vor allem im südlichen Afrika bleiben HIV-Infektionen und AIDS trotz des besseren Zugangs zu antiretroviralen Medikamenten eine der häufigsten Todesursachen. Zwei Drittel aller HIV-infizierten Menschen leben in Afrika, wobei 1,3 Millionen Afrikaner 2009 an den Folgen von AIDS verstarben. Das Immunschwächevirus ist besonders unter heterosexuellen Menschen verbreitet, wobei mehr Frauen als Männer infiziert sind. Großeltern und Geschwister der Verstorbenen müssen die knapp 15 Millionen afrikanischen AIDS-Waisen aufziehen. Dies hat für die Angehörigen gravierende Folgen, da vor allem jugendlichen...

Österreich zeigt wenig internationales Engagement

Im weltweiten Kampf gegen HIV und AIDS stellt Ärzte ohne Grenzen Österreich ein schlechtes Zeugnis aus. Kürzlich präsentierte die Organisation, die heuer ihr 40-jähriges Bestehen feiert, ihren Jahresbericht 2010, der hier direkt und vollständig als pdf-Datei heruntergeladen werden kann.
HIV-Experte Florian Breitenecker kritisierte bei dem Anlass einmal mehr, dass Österreich seit 2001 nicht einmal eine Million Euro in den Globalen Fonds eingezahlt habe, dem wichtigsten internationalen Finanzierungsinstrument im Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria. Und das, obwohl in Wien vorigen Sommer die Internationale AIDS-Konferenz abgehalten wurde. „Wir haben...

Chinesische Kliniken verweigern Behandlung

Chinesische Krankenhäuser verweigern HIV/AIDS Betroffenen nach Angaben der Internationale Arbeitsorganisation (ILO) regelmäßig eine Behandlung. Die UN-Sonderorganisation führte Interviews mit mehr als 100 Erkrankten sowie 23 Klinikmanagern und Krankenpflegern und belegten damit die Diskriminierung.
Demnach schilderte ein 37-Jähriger aus der nördlichen Provinz Shaanxi, wie schwierig es für ihn war, wegen eines Knotens im Magen behandelt zu werden. „Jede Klinik hat mir geraten, mich sofort für einen Eingriff einweisen zu lassen, aber als sie hörten, dass ich HIV-positiv bin, wollte mich keine aufnehmen“, sagte er. Auch eine Spezialklinik habe ihm eine Behandlung versagt. Dort hätten ihm die Verantwortlichen gesagt, es könne dem Ruf des Krankenhauses schaden, wenn andere Patienten erfahren würden, dass im OP-Saal ein HIV-Infizierter behandelt worden sei.
Dem ILO-Bericht zufolge arbeiten die Kliniken in China in erster Linie profitorientiert. Sie sorgen sich demnach, dass wohlhabende Patienten eine andere Klinik aufsuchen, sobald sie erfahren, dass in ihrer ursprünglich gewählten Einrichtung auch Aidskranke behandelt werden....