Neuer HIV-Gentest entwickelt

Dozent Jörg Berg und Molekularbiologe Christian Paar aus dem Linzer AKH-Labor sowie die Leiterin der HIV-Abteilung der Dermatologie, Maria Geit, haben einen Gen-Test entwickelt, der die Wirksamkeit eines neuen HIV-Medikaments schnell – innerhalb weniger Tage – und günstig prüft.
HIV-Infizierte nehmen täglich einen Medikamentencocktail ein; diese Therapie habe jedoch auch Nebenwirkungen, unter anderem Nierenschäden und Übelkeit. „Das neue Medikament (CCR5-Rezeptor Blocker) sei im Gegensatz zu anderen sehr gut verträglich. Es habe einen völlig neuen Wirkmechanismus, könne jedoch nicht bei allen HIV-Infizierten angewendet werden. Die Arznei blockiert den CCR5-Rezeptor der Zelloberfläche, den das HI-Virus überwiegend benützt, um eine Zelle zu infizieren. Es könne dazu aber auch einen anderen Rezeptor nehmen“, so Geit. In diesem Fall wäre das Medikament aber wirkungslos.
Der neue Test zeige nun, ob der Patient mit dem R5-HIV-Virus infiziert sei und folglich der R5-Rezeptor Blocker wirke. Das besondere an dem neuen Tropismustest mit HIV RNA und proviraler DNA ist, dass er an einem Virus in...

Anstieg der Neuinfektionen bei Frauen

Image removed.Die weibliche Bevölkerung ist beim Thema HIV laut dem Netzwerk "Frauen und Aids in Österreich" schlechter dran als der männliche Part. "In den vergangenen Jahren ist ein Anstieg der Neuinfektionen bei Frauen zu verzeichnen", betonte Sabine Lex, Netzwerkmitarbeiterin und Vertreterin der Aids Hilfe Wien am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. "Ein großes Problem, das wir beobachten, sind vor allem späte Diagnosen." Diese bringen ein höheres Sterbe- und Krankheitsrisiko mit sich und betrafen laut einer Studie mehr als die Hälfte der Testteilnehmerinnen in den Jahren 2001 bis 2010.
Neben der Stigmatisierung infizierter oder erkrankter Frauen in der Gesellschaft, im Privatleben sowie am Arbeitsplatz kritisierte das Netzwerk vor allem Defizite und Vorurteile bei der ärztlichen Versorgung. "Uns stört, dass in der medizinischen Ausbildung sehr viel Information zu HIV und...

med update 05-11


Themen:
- Allgemeines
- HIV-Therapie senkt Übertragungsrisiko - eine Erfolgsstudie
- Prezista - Rückruf einzelner Chargen
- Vatikan äußert sich gegen Ausgrenzung von Menschen mit HIV/AIDS
- Rilpivirin - Zulassung für ein neues HIV-Medikament
- Strategie der WHO neu festgelegt
- Nachgefragt: "3 by 5" Initiative
- Veranstaltungsankündigungen

PlusMinus 2/11

Themen:
- Sexuelle Gesundheit - Gesunde Sexualität
- "HIV AND YOUR BRAIN". Ein Informationsprogramm
- Syphilis
- Therapieregime und Adhärenz
- Rückgaberecht, wenn die Ehefrau HIV-positiv ist?
- SELMA - Solidarität und Engagement für Leben mit AIDS!
- Positiv gesehen
- Rezensionen
Leseprobe: Rückgaberecht, wenn die Ehefrau HIV-positiv ist?
Im Jahr 2008 entschied der Oberste Gerichtshof (3 Ob 91/08s), eine Ehe als ungültig aufzuheben, weil der Ehemann und Kläger sich über die Gesundheit seiner Ehefrau im Irrtum befand. Die Vorgeschichte in Kurzfassung: ein Österreicher heiratet in Kenia eine Kenianerin, ihr letzter gemeinsamer Wohnort ist in Österreich. In einem österreichischen Krankenhaus wird bei der Frau eine HIV-Infektion festgestellt. Für beide Eheleute ist es die erste Ehe. Die HIV-Infektion wird nach etwas mehr als einem Jahr Ehe diagnostiziert. Festgestellt wurde vom Gericht, dass die Ehefrau während aufrechter Ehe keinem Ansteckungsrisiko...

UNAIDS weiterhin optimistisch

Ungeachtet der Zahl von 34 Millionen HIV-Infizierten weltweit und einer erneuten Zunahme 2010 – nach jüngsten Ermittlungen ist die Zahl der Infektionen von 33,3 auf 34 Millionen gestiegen – halten die Vereinten Nationen bzw. UNAIDS an ihren Ziel fest, bis 2015 die Neuinfektionen auf Null zu senken. Vom 8. bis 10. Juni 2011 kommen PolitikerInnen und ExpertInnen in New York zusammen, um über die notwendigen globalen Strategien zu beraten.
Derzeit seien noch neun Millionen HIV-Infizierte unversorgt, die dringend behandelt werden müssten, teilte UNAIDS zeitgleich in New York und Genf mit. Nur 28 Prozent der infizierten Kinder wurden demnach im Jahr 2009 therapiert. Zum Vergleich: Bezogen auf alle Altersgruppen waren es 36 Prozent. Auf der anderen Seiten bekamen Ende vergangenen Jahres insgesamt rund 6,6 Millionen Menschen die antiretroviralen Mittel. Darunter wurde bei 1,4 Millionen PatientInnen erstmals mit der lebensverlängernden Therapie begonnen – so viele Neubehandelte in einem Jahr gab es noch nie zuvor. Ein...