HIV/AIDS in der arabischen Welt

In Nordafrika und im Nahen Osten ist die Zahl der HIV-Infizierten in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. 460.000 HIV-Infizierte leben nach letzten Schätzungen in Nordafrika und im Nahen Osten; das sind mehr als zweieinhalbmal so viele wie noch vor zehn Jahren. Nun liegt die erste detaillierte Studie zu dieser Region vor, die untersucht, wie viele Männer, die  Sex mit Männern (MSM) haben, HIV-positiv sind. Der Studie zufolge ("PLoS Medicine") haben sich in Ägypten und Tunesien bereits rund fünf Prozent der homo- und bisexuellen Männer mit dem AIDS-Erreger angesteckt. Wie nicht anders zu erwarten, spielen nach Angaben der Forschergruppe aus Katar auch hier riskante Sexualpraktiken eine Schlüsselrolle. "Wir können diesen Teil der Welt nicht länger als eine Region betrachten, die gegen die HIV-Epidemie immun ist", warnt Seuchenexpertin Ghina Mumtaz. Die WissenschaftlerInnen fordern dringend mehr medizinische Überwachung, HIV-Tests und Präventionsmaßnahmen, um das Überspringen der Seuche auf die breite Bevölkerung zu verhindern....

med update 07-11


Themen:
- Allgemeines
- Neue HIV Therapie in 1 Tablette-Complera
- Die IAS Konferenz 2011
- Treatment as Prevention - zwei unterschiedliche Prinzipien
- Treatment as Prevention - eine Studie: HPTN052
- Treatment as Prevention - zwei Studien: PARTNERS PrEP und TDF2
- Neuer Wirkstoff - Dolutegravir
- Neuer Wirkstoff - Lersivirine
- Orange Farm - ein Beschneidungsprogramm zeigt Erfolg
- Check Deinen Status - Testaktion für MSM 

Weiterhin nur kleine Fortschritte bei der HIV/AIDS-Behandlung

Laut einer Studie der Organisation Ärzte ohne Grenzen gibt es bei der Behandlung von Aids-Patienten weltweit leichte Fortschritte. Viele der Länder, die am stärksten von Aids betroffen sind, verbessern ihre Therapieansätze, um Todes- und Krankheitsfälle zu reduzieren. Die Studie „Getting Ahead of the Wave“ (die komplette Studie kann hier im Anhang als pdf-Datei heruntergeladen werden) von Ärzte ohne Grenzen zeigt eine Momentaufnahme von Aids-Programmen in 16 Ländern. 12 Länder behandeln Infizierte bereits in einem früheren Stadium der Krankheit. 14 Länder haben auf besser verträgliche Medikamente umgestellt. Beide Maßnahmen sind Teil der neuesten Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Viele Länder, darunter Malawi und Simbabwe, wollen bessere Therapien einführen, können dies aber aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht umsetzen. In Folge dessen werden...

HIV-Antikörper aus Pflanzen

Im Londoner St. George’s Hospital startet derzeit eine Verträglichkeitsprüfung für ein neues Gel als mögliche HIV-Prophylaxe. Neu ist dabei, dass die Antikörper aus gentechnisch veränderten Tabakpflanzen und nicht mehr aus Säugetierzellen hergestellt werden. Der österreichische Gentechnik-Pionier Hermann Katinger beschäftigt sich mit seinem Team seit vielen Jahren mit HIV-Antikörpern. Den Wissenschaftlern gelang es nun, die Antikörper in genetisch veränderte Tabakpflanzen in einer Qualität zu produzieren, die auch die Erprobung am Menschen erlaubt. Die Produktion von passenden Proteinen in Pflanzen sollte einfacher und preisgünstiger sein als in Zellkulturen. „Bei dem Antikörper handelt es sich um einen HIV-neutralisierenden Antikörper, der ursprünglich am Department für Biotechnologie der BOKU Wien in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Biotech-Unternehmen Polymun Scientific GmbH entwickelt wurde“, hieß es in einer Aussendung der BOKU Wien.
An sich können gentechnisch veränderte Pflanzen wertvolle Inhaltsstoffe für Medikamente liefern. Jetzt kommen diese pflanzlichen Antikörper erstmals auch in Europa in die klinische Testphase.

Hepatitis – Eine unterschätzte Infektionskrankheit

leicagirl / photocase.com Photo: herzschlag / photocase.de

Am 28. Juli war der Welt-Hepatitis-Tag. Hepatitis ist eine Krankheit, die im Gegensatz zu HIV sehr unterschätzt wird. Denn weltweit leben etwa 350 Millionen Menschen mit einer chronischen Hepatitis B, an Hepatitis C sind rund 170 Millionen Menschen erkrankt. Jedes Jahr sterben bis zu einer Million Menschen an den Folgen der Leberinfektion.
Ein großes Problem ist, dass viele Menschen von Ihrer Infektion gar nicht Bescheid wissen, weshalb sich die Ansteckungszahlen nur grob schätzen lassen. In Österreich leben etwa 40.000-80.000 Menschen, die mit Hepatitis B infiziert sind, 70.000-80.000 haben Hepatitis C, wobei die Dunkelziffer weit höher liegt. Der beste Schutz vor Hepatitis B ist die Impfung dagegen, vor Hepatitis C schützen nur entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, wie Kondomgebrauch oder das Verwenden von sterilen Spritzen und Nadeln, da es gegen Hepatitis C keine Impfung...