Verurteilung für absichtliche Ansteckung

Ein britischer Friseur, der absichtlich mehrere Männer mit dem HIV infizierte, muss für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte seine zehn Opfer auf einer Dating-App kennengelernt - fünf von ihnen steckten sich tatsächlich bei ihm mit dem HI-Virus an. Der Täter, der von den Männern als Soziopath bezeichnet wurde, nahm das Urteil völlig regungslos auf.

Nach Angaben der Richterin ist der 27-Jährige aus Brighton der erste Mann in Großbritannien, der wegen der absichtlichen Verbreitung von HIV verurteilt worden ist. Gutachter bescheinigten ihm unter anderem Sadismus. Seinen Sex-Partnern gaukelte er vor, gesund zu sein. Einem Opfer schrieb er nach dem Geschlechtsverkehr: "Ich habe HIV. LOL."Bei dem Friseur war im Jahr 2015 die Infektion diagnostiziert worden. Er...

Conchita Wurst ist HIV-positiv! Oder: Bezüglich des Umgang mit HIV befinden wir uns im tiefsten Mittelalter

Conchita Wurst bekennt: vor einigen Jahren habe sie sich mit dem HI-Virus angesteckt, ist aber seit ihrer Diagnose in ärztlicher Behandlung. Die Therapie ermöglicht es, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu bringen; das heißt unter anderem, dass das Virus nicht mehr auf andere Personen übertragen werden kann.
An erster Stelle ist der Mut von Conchita zu loben, mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit zu treten. Es braucht positive Vorbilder, die souverän mit HIV umgehen, das HI-Virus enttabuisieren und eine Modell- und Vorbildfunktion einnehmen.
Nachdenklich stimmt uns der Anlass von Conchitas unfreiwilligem Outing. Nicht weil sie sich freiwillig dazu bekennen wollte, wagte sie sich an die Öffentlichkeit, sondern weil ein Ex-Freund sie erpresste. Hier wird sehr gut deutlich, dass HIV-Positive auch heute noch  sozialen Ächtungen ausgesetzt sind – ansonsten wäre es kein Erpressungsgrund. Die Sache führt uns zudem vor Augen, dass HIV eine moralisch und gesellschaftlich hoch stigmatisierte Infektion darstellt, die als...

Zunehmen Gonorrhö-Superkeime, die sich nicht mehr heilen lassen

In Großbritannien wurde Ende März der Fall einer Form von hoch resistenten Gonokokken (Auch „Tripper“ genannt) entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt nun vor Gonorrhö-Superkeimen, die nicht mehr mit Antibiotika geheilt werden können.
„Die Bakterien, die Gonorrhö verursachen, sind sehr schlau. Jedes Mal, wenn wir eine neue Klasse Antibiotika verwenden, um die Infektion zu behandeln, entwickeln sie Resistenzen“, erklärt die WHO-Epidemiologin Teodora Wi.
Auch in Japan, Spanien und Frankreich sind Fälle bekannt, in denen die Erreger auf kein Antibiotikum mehr ansprechen, wobei in allen drei Ländern die Diagnose und Behandlung grundsätzlich sehr gut ist.
„Deshalb könnte es sich dabei nur um die Spitze des Eisbergs handeln“, sagt Wi. „Denn in ärmeren Ländern mit schlechteren Diagnosemöglichkeiten ist die Krankheit viel weiter verbreitet.“ Weltweit erkranken jedes Jahr 78 Millionen Menschen an der Gonorrhö.
Die Aussichten bezüglich der...

HIV-BASIC IV: Was sind Eintrittspforten für HIV?

Als Eintrittspforte bezeichnet man Körperstellen, durch welche HI-Viren in die Blutbahn gelangen können. Grundsätzlich gibt es zwei mögliche Eintrittspforten:
1. Schleimhäute (z.B. Analschleimhaut, Scheidenschleimhaut, Schleimhaut an der Penisspitze, Mundschleimhaut). Schleimhäute besitzen nämlich keine Hornschicht und sind somit durchlässiger für Krankheitserreger als die Außenhaut, welche aus drei Schichten besteht. Auch befinden sich in den Schleimhäuten Immunzellen und Langerhans-Zellen, die Erreger leicht aufnehmen. Besonders empfindlich sind die vaginale sowie die Darmschleimhaut.


Beispiel 1: Herr M. bekommt Blut eines HIV-positiven Menschen auf seine Hand. Die Haut auf seiner Hand ist im Winter zwar rissig, dennoch hat Herr M. hier kein Risiko, weil die Haut auf der Hand keine Schleimhaut ist.
Beispiel 2: Herr A. bekommt beim gemeinsamen Onanieren mit einem anderen Mann fremdes Sperma auf seine Eichel. Hier hat Herr A. ein Risiko, da die...

Russische Behörden ermitteln nach Tod von HIV-positivem Baby

Nach dem Tod eines HIV-positiven Babys in Russland haben die Behörden gegen die Mutter Ermittlungen wegen Totschlags aufgenommen. Sie habe eine medizinische Behandlung ihres Säuglings abgelehnt, weil sie AIDS für einen Mythos hält. Das fünf Monate alte Mädchen sei im Februar an einer Lungenkrankheit gestorben. Laut den Ermittlern war bei der Frau aus der sibirischen Großstadt Irkutsk vor fünf Jahren das HI-Virus diagnostiziert worden. Auch für sich selbst habe sie eine Behandlung abgelehnt, weil sie die Immunschwächekrankheit für eine Erfindung halte.
Nach Regierungsangaben leben mehr als 900.000 Menschen in Russland mit dem HI-Virus, stündlich gibt es zehn Neuinfektionen. Weniger als die Hälfte von ihnen nehmen antiretrovirale Medikamente ein – laut Aktivisten und Behörden unter anderem wegen einer in Russland verbreiteten Verschwörungstheorie, AIDS sei lediglich eine Erfindung des Westens.