PlusMinus 2/2009

Themen:
10 Fragen an Migay
Abschiebung von HIV-positiven MigrantInnen
Psychologische Aspekte im Umgang mit HIV/AIDS

Leseprobe: HIV/AIDS ein Abschiebungshindernis?
Während in den reichen Industriestaaten der Welt der Zugang zu den erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten gewährleistet ist und sich HIV/Aids durch den medizinischen Fortschritt zu einer gut behandelnden chronischen Erkrankung entwickelt hat ist die Situation in den Ländern mit begrenzten Ressourcen noch immer sehr bedenklich. Trotz der weltweiten Bemühungen und den immensen Geldflüssen in die von HIV/Aids stark betroffenen afrikanischen und asiatischen Länder bleiben nachhaltige Fortschritte sehr begrenzt. Obwohl es nun schon fast in allen Ländern Programme und Behandlungsmöglichkeiten gibt, haben noch immer ca. 85% aller Betroffenen keinen Zugang zur Therapie.
Auch Menschen aus diesen Ländern, sogenannte Drittstaatsangehörige, reisen in die EU und auch in Österreich ein und suchen dort Schutz vor Verfolgung und/oder...

Die Ausgrenzer geben sich geschlagen

Image removed. Photo: shadowtricks / photocase.de

Nach großangelegten internationalen Protesten sind die Tschechische Republik und Südkorea endlich gewillt, ihre diskriminierenden Einreisebestimmungen für Menschen mit HIV/Aids fallen zu lassen. Sogar die USA sind gerade im Begriff, ihre restriktive Einstellung gegenüber HIV/Aids-Betroffenen zu überdenken.
Südkorea zählt seit Jahren zu den schwierigsten Ländern in Bezug auf die Einreise. Das Koreanische Immigrationsgesetz verbietet schlichtweg allen Ausländern, die eine übertragbare Infektion haben, die Einreise. Zudem erlaubt das Einwanderungsgesetz die Deportation von HIV-Infizierten, wovon in der Vergangenheit im großen Stil Gebrauch gemacht worden ist. Nach Protesten durch Menschenrechtsexperten und einem Gerichtsprozess im vergangenen Dezember, bei dem ein HIV-positiver Arbeitnehmer seine...

Systematische Diskriminierung im großen Stil

Nach den Datenmissbrauchsaffären der Deutschen Bahn, Lidl und Tiger Lacke werden nun gegen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) schwere Vorwürfe erhoben. Wie kürzlich publik geworden, soll der ÖBB-Konzern Gesundheitsdaten, ärztliche Befunde, körperliche Gebrechen und Verletzungen zur Bewertung von Mitarbeitern herangezogen haben. Unter anderem setzte ein Vorgesetzter einen seiner Untergebenen so lange unter Druck, bis dieser seine Aids-Erkrankung preisgab. Andere, die sich weigerten ihre ärztlichen Diagnosen offenzulegen, wurden mit Kündigung bedroht. Teilweise gingen die zweifelsohne ungesetzlichen Praktiken so weit, dass Regionalleiter dem vertraulichen Gespräch zwischen Arzt und Patient beiwohnten.
Dass nun die ÖBB eine rasche Prüfung und Aufklärung der Vorwürfe fordert ist löblich, weniger achtbar ist allerdings die Vorgangsweise, da bis dato immer nur die Rede von einer internen „lückenlosen Aufklärung“ war. Einerseits, so ließ die Öffentlichkeitsabteilung der ÖBB verlauten, werden arbeits- und datenschutzrechtliche Vorschriften rund um die Gesundheit genauestens eingehalten, andererseits gab die eingesetzte Untersuchungskommission...

Virus Hotline Dr. Leo Lust wurde auf der Website der Aidshilfe Salzburg integriert!

Die Website www.virushotline.at (Frage/Antwortforum Dr. Leo Lust) steht nur mehr auf der Homepage  der Aidshilfe Salzburg zur Verfügung. Da die Passwörter aller registrierten Benutzer der ehemaligen Virushotline nur verschlüsselt existieren, können die Benutzerkonten nicht ins neue Forum übernommen werden.
Um in Zukunft Anfragen an Dr. Leo Lust zu senden, registriert euch bitte, wenn möglich mit dem bestehenden Benutzernamen, hier:

 
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Die Grenzen des guten Geschmacks. Eine Kritik der Aids-Kampagne „AIDS ist ein Massenmörder“

Die vom Verein Regenbogen jüngst gestartete AIDS-Kampagne mit Adolf Hitler, Josef Stalin und Saddam Hussein sorgt für Unverständnis und aus der Sicht der Aidshilfe Salzburg für berechtigte Aufregung. Internationale Aidshilfen haben sich mit aller Vehemenz distanziert und die sofortige Einstellung der Kampagne gefordert. Youtube hat bereits reagiert und den Clip schnell wieder entfernt.
Dass diese Kampagne weit übers Ziel hinausschießt, und darüber hinaus den Kampf gegen HIV/AIDS sowie jedwede effektive Präventionsarbeit als Antwort auf die Krankheit erschwert, ist an einigen Punkten klar festzumachen: Der Spot stigmatisiert Menschen, die den HI-Virus tragen in einer unerträglichen Art und Weise, da Betroffene, die ohnehin mit Diskriminierung in ihrem täglichen Leben zu kämpfen haben, mit historischen Massenmördern gleichgesetzt werden. Praktische Informationen, wie man sich schützen kann, sind faktisch nicht vorhanden. Des Weiteren negiert die Kampagne die Tatsache, dass in Europa hervorragende Behandlungsmöglichkeiten existieren und AIDS keineswegs automatisch ein Todesurteil bedeute.
Abgesehen davon, dass der kurze Film weder kreativ noch...