Hepatitis C – Eine unterschätzte Virusinfektion

Allein in Westeuropa sind in etwa fünf Millionen Menschen mit Hepatitis C (HCV) infiziert, wobei viele der Betroffenen von ihrer Infektion nicht Bescheid wissen. Nur etwa 25 Prozent aller Erkrankten haben Kenntnis von ihrem positiven Virusstatus. HCV verursacht nämlich meist keine Schmerzen oder sonstige Symptome, führt allerdings häufig zu einer chronischen Infektion der Leber. Eine Leberzirrhose, manchmal auch Leberkrebs, können die Spätfolgen sein.
Die meisten von HCV Betroffenen haben sich über das gemeinsame Benutzen von Nadeln, wie dies etwa bei Heroinsüchtigen der Fall ist, infiziert. Aber auch beim Tätowieren und Piercen stecken sich immer wieder Menschen mit HCV an, da unter den Tatoo- und Piercstudios nicht selten schwarze Schafe zu finden sind, welche die Hygienestandards nicht einhalten. Über Blutkonserven und Plasmaspenden hingegen kommt es heute kaum noch zu Übertragungen des Virus. Auch beim Geschlechtsverkehr ist eine Infektion sehr unwahrscheinlich, das Risiko steigt jedoch für die Sexualpartner, wenn HCV-infizierte Frauen gerade ihre Menstruation haben oder wenn verletzungsträchtige Sexualpraktiken stattfinden und es infolgedessen zu Blutungen kommt....

Tendenz der HIV-Infektionen in Europa steigend

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Im Jahr 2008 wurde bei 7.565 Menschen in der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) AIDS festgestellt. Darüber hinaus ist im selben Jahr bei etwa 51.600 Personen in der Region HIV neu diagnostiziert worden. Die Gesamtzahl aller von HIV betroffenen Menschen beträgt nun offiziell 342.768, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.
Somit hat sich die Rate der jährlichen Ansteckungen im Zeitraum von 2000 bis 2008 mehr als verdoppelt. Von 43 Ländern, welche zuverlässige Statistiken führen, stieg die Zahl der Übertragungen von 44 auf 89 Menschen pro einer Million Einwohner im Jahr 2008. Allein in den EU-Staaten und den Ländern des europäischen Wirtschaftsraums infizierten sich 2008 25.656 Menschen.
Etwa 13 Prozent der im Jahr 2008 gemeldeten neuinfizierten Menschen sind...

AIDS 2010: Elf Millionen HIV-positive Menschen warten weltweit auf Medikamente

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Vom 18. bis 23. Juli 2010 wird in Wien die Welt-Aids-Konferenz „AIDS 2010 – Rechte hier und jetzt“, auf der 25.000 Teilnehmer erwartet werden, stattfinden. Die Organisatoren von „AIDS 2010“ gaben letzte Woche eine Pressekonferenz, auf welcher die Präsidentin der Österreichischen Aids-Gesellschaft Brigitte Schmied kritisierte, dass elf Millionen Kranke weltweit noch immer keinen Zugang zur medikamentösen HIV-Therapie haben. Obwohl die Zahl der Behandelten in den letzten Jahren verzehnfacht werden konnte, äußerte sich Michel Sidibé, Exekutivdirektor von UNAIDS, diesbezüglich mit folgenden Worten: "…wir haben pro Tag noch immer weltweit 7.000 Neuinfektionen mit HIV, in Südafrika allein sind es pro Tag 1.500. Wir haben noch immer pro Jahr rund 400.000 Babys, die mit HIV auf die Welt kommen." Dabei kann man...

Änderungen im Umgang mit dem § 178 StGB mit Konsequenzen für HIV-positive Menschen

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In Österreich existiert der Tatbestand § 178 StGB. Dieser besagt, wer vorsätzlich eine Handlung begeht, die geeignet ist, die Verbreitungsgefahr übertragbarer Krankheiten herbeizuführen, kann mit einer Strafdrohung bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt werden. Bei diesem Paragraphen handelt es sich um ein sogenanntes „potentielles Gefährdungsdelikt“, d.h. es genügt die abstrakte Eignung der Tathandlung, eine solche Gefahr herbeizuführen.
Der § 178 StGB wurde in den vergangenen Jahrzehnten oftmals sehr restriktiv angewendet und nicht wenige Betroffene wurden dabei verurteilt. Sogar der kondomgeschützte Sexualkontakt wurde zum Teil aufgrund des möglichen Restrisikos (z.B. bei einer Kondompanne) als gefährlicher Tatbestand eingestuft, d.h. HIV-positiven Menschen...

Forderung nach bundesweiter Aufklärungskampagne

Vergangenes Jahr wurden 507 HIV/Aids-Betroffene in Österreich registriert. Schätzungsweise 9000 Österreicher leben derzeit mit HIV/Aids. Bis zu ein Drittel aller neu diagnostizierten HIV-Positiven sind so genannte „late presenters“, das heißt, es handelt sich um Personen, die erst im Spätstadium der Infektion als positiv erkannt werden. Somit haben Kontaktpersonen der Betroffenen lange Zeit ein Infektionsrisiko. Das ist das nüchterne Ergebnis der neuen Jahresbilanz des Instituts für Virologie in Wien zum Thema HIV/Aids. Die Fachleute des Instituts fordern daher „bei der Bevölkerung ein besseres Risikobewusstsein bezüglich HIV zu wecken“. Das Problem: In Österreich wird die Diagnose HIV oft über sogenannte Indikatorerkrankungen gestellt, die erst bei einem massiv beeinträchtigten Immunsystem und bei einer bereits stark reduzierten Zahl an T-Helferzellen im Blut (weniger als 200 CD4-positive Zellen unter 200 pro Mikroliter Blut) auftreten. Frühdiagnose und frühzeitige Behandlung erhöhen die Lebenserwartung der Patienten heute beträchtlich. Der Gesundheitssprecher der Grünen, Univ. Prof. Dr. Kurt Grünewald, fordert daher eine bundesweite...