Viele wissen nichts von ihrer Infektion


Viele sexuell übertragbare Krankheiten, wie beispielsweise Syphilis und Gonorrhoe (Tripper), sind relativ einfach zu diagnostizieren und lassen sich leicht und schnell per Antibiotika ausheilen. Doch weil es in Österreich an epidemiologischen Daten fehlt, ist die Verbreitung weitgehend unbekannt und läuft buchstäblich "unter der Decke", beklagen Experten. Das größte Manko, wie der Linzer Spezialist Josef Auböck weiß: "Es besteht in Österreich nur eine beschränkte Meldepflicht. Einem Krankheitsverdacht ist nachzugehen. Eine Meldepflicht gilt nur, wenn...

HIV-BASIC VI: Warum lässt sich HIV nicht heilen?

Das HI-Virus setzt sich gleich zu Beginn der Infektion in mehreren tausend ruhende Immunzellen fest und legt dort sein Erbmaterial ab. Es kommt hier noch zu keiner Vermehrung. Wird nun eine ruhende Immunzelle aktiviert, was etwa durch eine Infektion mit anderen Krankheiten geschehen kann, dann starten die Immunzellen die Produktion von HIV. Die Viruslast steigt an.
Eine Heilung würde bedeuten, dass alle ruhenden infizierten Immunzellen zerstört, oder das genetische Material von HIV darauf entfernt werden. In Einzelfällen kam es aufgrund von Stammzelltherapie und Therapie direkt nach der Infektion bei einem Säugling zu einer Heilung. Diese Einzelfälle lassen sich jedoch nicht in den medizinischen Alltag übertragen.
Die meisten Forscher gehen heute davon aus, dass für die Heilung ein Kombinationsansatz notwendig sein wird (so wie das auch bei der Behandlung von HIV aktuell geschieht). Das macht eine Heilung umständlich und teuer. Zudem gibt es bis heute keinen Biomarker, der anzeigt,...

med update 3-4-18


Themen:
- HIV Neudiagnosen 2017 in Österreich
- Münchner AIDS und Hepatitis Tage 2018
- San Francisco - eine Großstadt präsentiert Erfolge
- Gewichtszunahme bei Umstellung von TDF auf TAF?
- Masern - auch Österreich vom Ziel der Elimination entfernt
- PrEP und medizinische Grundversorgung - möglicher Zusatznutzen
- Tuberkulose und HIV - nicht alle Medikamente sind kombinierbar
- Annemarie Madison Preis an Nice Nailantei Leng'ete verliehen
- Veranstaltungsankündigungen

HIV-BASIC V: Wie ansteckend ist HIV?

Es gibt nur  wenige Wege, wie es zu einer HIV-Infektion kommen kann. Das liegt unter anderem daran, dass eine ziemlich hohe Anzahl von HI-Viren in die eigene Blutbahn gelangen muss, damit sich eine Infektion bilden kann. Eine gewisse Anzahl kann vom Immunsystem eliminiert werden, bevor es zu einer Infektion kommt.

HIV ist somit nicht so infektiös wie andere sexuell übertragbare Krankheiten. Wenn man einmal mit einem HIV-positiven Menschen ungeschützt Sex hat, ist es unwahrscheinlich, sich sofort mit HIV zu infizieren. Das Risiko liegt in den meisten Untersuchungen bei maximal einem Prozent:
Wie hoch ist das Übertragungsrisiko beim Geschlechtsverkehr?
• Ungeschützter passiver (rezeptiver) Analverkehr mit bekannt HIV-positivem Partner: Infektionswahrscheinlichkeit je Kontakt im Mittel 0,82 %
• Ungeschützter passiver (rezeptiver) Analverkehr mit Partner von unbekanntem HIV-Status: Infektionswahrscheinlichkeit je Kontakt 0,27 %...

"Soziales AIDS" als Stigma

Anlässlich des nicht ganz freiwilligen Outings von Conchita Wurst, wollen wir ein paar Gedanken zum Umgang mit dem HI-Virus in der Gesellschaft bringen.
Zwar hat sich in den letzten 20 Jahren rechtlich viel getan, bezüglich unseres gesellschaftlichen Umgangs mit der Immunschwächeerkrankung befinden wir uns jedoch noch immer im tiefsten Mittelalter. HIV-positive Menschen werden sogar in Krankenhäusern oder bei ÄrztInnen, die in der Regel besser als die Allgemeinbevölkerung aufgeklärt sind, diskriminiert, bei der Behandlung an die letzte Stelle gereiht oder erst gar nicht behandelt. Darüber hinaus kommt es auch im Arbeitsleben, in Ausbildungsstätten, in Schulen und Kindergärten und im Privatleben zu massiven Diskriminierungen.HIV ist noch immer ein großes kulturelles, soziales und psychologisches Stigma. Medizinisch betrachtet ist HIV heute kaum noch ein Problem. Das so genannte „Soziale AIDS“ hingegen ist für von HIV-Betroffene eine immense Belastung. Für den schlechten gesellschaftlichen Umgang...