Prostitution, Tripper und die alte Doppelmoral

Vor Weihnachten machte eine Prostituierte, die illegal auf dem Straßenstrich arbeitete, Schlagzeilen, da sie mit Gonokokken (‚Tripper‘) infiziert war. Die Medien empörten sich lautstark darüber, weil „sie […] Dutzende Freier mit Gonorrhö angesteckt haben“  könnte.
Sozialpsychologisch auffällig ist hier die archaische Sündenbockfunktion der Frau. Denn wo bleibt hier die Eigenverantwortung des Freiers? Genauso gut ließe sich auch formulieren „Dutzende Freier könnten sich beim ungeschützten Sex von einer Prostituierten mit Gonorrhö angesteckt haben“  oder aber auch  „Dutzende Freier haben durch ungeschützten Sex eine Prostituierte gefährdet, sodass diese sich möglicherweise von den Freiern mit STDs infiziert hat“.
In der Berichterstattung wird wieder einmal die alte patriarchalische Doppelmoral ersichtlich und Schuldgefühle werden auf den Sündenbock projiziert, um diesen sodann in die Wüste zu schicken.

Eine...

HIV-BASIC I: Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

AIDS ist das Endstadium von HIV. Die Krankheit AIDS entwickelt sich also aus einer HIV-Infektion, d.h. man hat nicht sofort nach einer Ansteckung mit HIV auch AIDS.
Die Inkubationszeit, also die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit, ist bei einer HIV-Infektion sehr unterschiedlich und kann zwischen einigen Monaten und mehr als 15 Jahren betragen. Diese Latenzzeit hängt von individuellen Faktoren ab, zum Beispiel den Therapiemöglichkeiten, dem Lebensstil, der psychischen Verfassung und eventuellen Begleiterkrankungen.
Nach erfolgter HIV-Infektion werden drei Stadien unterschieden. In Abhängigkeit von der aufgetretenen AIDS-definierenden Krankheit werden zur Stadieneinteilung die Großbuchstaben A, B oder C verwendet. Nach der Zahl der im Blut vorhandenen T-Helferzellen wird dem jeweiligen Buchstaben ein Zahlenwert zugewiesen, sodass eine Klassifizierung von A1 bis C3 entsteht:
- mehr als 500 T-Helferzellen/µl Blut = 1
- 200 bis 499 T-Helferzellen/µl Blut = 2...

Pilotprojekt in Österreich: Die PrEP um 59€ in der Marienaptotheke in Wien

Ab 1.1.2018 bietet die Marienapotheke in Wien die PrEP um 59€ an (30 Tabletten). Die Abgabe erfolgt gemäß des offiziellen PrEP –Statements der ÖAG.
Sie darf ausschließlich auf Rezept eines HIV-kompetenten Arztes/einer Ärztin verschrieben werden oder eines Behandlungszentrums.

Möglich ist dies durch ein Pilotprojekt von Sandoz, das in Kooperation mit der Marienapotheke durchgeführt wird. Im Rahmen dieses Projektes wird nicht nur der Bedarf erhoben, sondern die KundInnen werden auch gebeten, an einer Begleitstudie teilzunehmen.
MARIEN APOTHEKE WIEN
Schmalzhofgasse 1 • 1060 Wien
T.  +43 (1) 597.02.07-11
F.  +43 (1) 597.02.07-66
M. +43 (664) 485.49.05

E.  info@marienapo.eu
W. www.marienapo.eu

PrEP steht für „Prä-...

Wir bieten: kostenlose und anonyme Beratung zu Chemsex, Mischkonsum, Sex- und Partydrogen

Wir bieten: kostenlose und anonyme Beratung zu Chemsex, Mischkonsum, Sex- und Partydrogen
Was muss ich beim Mischkonsum beachten? Vertragen sich Sex- und Partydrogen mit der HIV-Therapie oder der PrEP?
Unter „Chemsex“ versteht man Sex unter dem Einfluss von Chemischen Substanzen, welche die sexuelle Enthemmtheit und Intensität steigern. Dabei kann es sich um Sex- und Partydrogen handeln, die sowohl geraucht, gesnifft oder getrunken, aber auch intravenös eingenommen werden. Oft ist nur schwer erkennbar, mit welchen Substanzen man es zu tun hat und ob diese mit giftigen anderen Substanzen gestreckt werden. Auch die Wirkungen und Nebenwirkungen sind nur schwer einzuschätzen.
Wir bieten persönliche, kostenlose und anonyme Beratungsgespräche und Unterstützung zu Sex und Partydrogen an und klären, worin die Gefahren und Risiken beim Chemsex bestehen. 
Sie möchten Informationen oder Beratung zu Themen wie:
- HIV und HIV-Therapie
- Sexuell übertragbare Infektionen und sexuelle...

PlusMinus 02-17

Themen:
- Evaluierung
- Gespräch mit Dr. Zangerle
- Positive Perspective
- Nuke Sparing
- WAD Termine
- Workshop Sexuelle Gesundheit
- HIV+ Recht
- Rezensionen

Leseprobe: Gespräch mit Robert Zangerle

Dieses Jahr zieht sich Dr. Robert Zangerle, und damit einer der bekanntesten Experten im Bereich HIV/AIDS in Österreich, aus dem medizinischen Berufsleben zurück. Aus diesem Grund beauftragte mich das PlusMinus Magazin, mit ihm über das Thema HIV zu reden und ihn um einen Rückblick und einen Ausblick zu bitten. Meine erste Reaktion war fast zurückhaltend, ich solle mit dem Prof. Zangerle reden? Bin ich so einem Gespräch gewachsen? Werde ich inhaltlich überhaupt verstehen, wovon er berichtet? Und wie wird jemand, der es so weit gebracht hat, wohl als Mensch sein? Mit solchen Fragen im Hinterkopf kam ich also mit einer gehörigen Portion Respekt und Neugier auf der HIV-Abteilung in Innsbruck an. Und als...