Was ist HIV

HIV/AIDS: Die Immunschwächerkrankung AIDS wird durch das HI-Virus verursacht. HIV heißt Humanes Immunschwäche Virus, AIDS heißt Acquired Immune Deficiency Syndrome.


MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: Meist jahrelang keine – manchmal einige Wochen nach der Ansteckung grippeähnliche Symptome. Die meisten HIV-positiven Menschen wissen daher jahrelang nichts von der eigenen Infektion.


ANSTECKUNGSWEGE: Vaginal- oder Analsex ohne Kondom durch Sperma, Lusttropfen, Scheidenflüssigkeit und Darmsekret; bei Oralverkehr durch Sperma im Mund/Rachen, Menstruationsblut im Mund; über Blutreste an und in gebrauchten Spritzen, Nadeln, Röhrchen. Das Virus kann auch beim Stillen über die Muttermilch übertragen werden. Besonders groß ist das Risiko sich mit HIV anzustecken, wenn man bereits eine andere sexuell übertragbare Krankheit hat und die Schleimhäute geschädigt sind.


MÖGLICHE FOLGEN: Nach Jahren wird das Immunsystem stark geschwächt, es kommt leicht zu verschiedenen, oft schweren Infektionen und Erkrankungen. Aufgrund des zerstörten Immunsystems kann man dann bereits  an einer gewöhnlichen Grippe oder Lungenentzündung sterben. Erst dieses Stadium nennt man AIDS.


BEHANDLUNG: Eine Heilung ist nicht möglich. Jedoch kann man durch die Einnahme von Medikamenten das Virus in Schach halten und hat dann eine normale Lebenserwartung. Die Medikamente wirken so gut, dass man bei konsequenter Einnahme in der Regel nicht mehr ansteckend für andere Menschen ist. Man bleibt aber HIV-positiv und muss die Medikamente das ganze Leben lang einnehmen.


SCHUTZ: Kondome beim Sex verwenden; Samenerguss in den Mund oder Kontakt zwischen Mund und Regelblut vermeiden. Bei Verletzungen im Mundbereich nicht „lecken“. Beim Spritzen nur neue Spritzen und Nadeln benutzen, beim Schnupfen von Substanzen nur neue Röhrchen. HIV-positive Mütter dürfen nicht stillen. Die Infektion von Kindern bei der Geburt oder im Mutterleib kann durch Medikamente und Kaiserschnitt fast immer verhindert werden, deshalb gehört der HIV-Test auch zu den verpflichtenden Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen.


BERUF: Abgesehen von Prostitution dürfen HIV-positive Menschen alle Berufe ausüben. Wird man beim Bewerbungsgespräch gefragt, ob man HIV-positiv sei, darf man lügen.

Taxonomy upgrade extras: 

"Soziales AIDS" als Stigma

Anlässlich des nicht ganz freiwilligen Outings von Conchita Wurst, wollen wir ein paar Gedanken zum Umgang mit dem HI-Virus in der Gesellschaft bringen.
Zwar hat sich in den letzten 20 Jahren rechtlich viel getan, bezüglich unseres gesellschaftlichen Umgangs mit der Immunschwächeerkrankung befinden wir uns jedoch noch immer im tiefsten Mittelalter. HIV-positive Menschen werden sogar in Krankenhäusern oder bei ÄrztInnen, die in der Regel besser als die Allgemeinbevölkerung aufgeklärt sind, diskriminiert, bei der Behandlung an die letzte Stelle gereiht oder erst gar nicht behandelt. Darüber hinaus kommt es auch im Arbeitsleben, in Ausbildungsstätten, in Schulen und Kindergärten und im Privatleben zu massiven Diskriminierungen.HIV ist noch immer ein großes kulturelles, soziales und psychologisches Stigma. Medizinisch betrachtet ist HIV heute kaum noch ein Problem. Das so genannte „Soziale AIDS“ hingegen ist für von HIV-Betroffene eine immense Belastung. Für den schlechten gesellschaftlichen Umgang mit HIV kommen verschiedene Ursachen in Frage, die einander ergänzen:

... weiterlesen über "Soziales AIDS" als Stigma

Conchita Wurst ist HIV-positiv! Oder: Bezüglich des Umgang mit HIV befinden wir uns im tiefsten Mittelalter

Conchita Wurst bekennt: vor einigen Jahren habe sie sich mit dem HI-Virus angesteckt, ist aber seit ihrer Diagnose in ärztlicher Behandlung. Die Therapie ermöglicht es, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu bringen; das heißt unter anderem, dass das Virus nicht mehr auf andere Personen übertragen werden kann.
An erster Stelle ist der Mut von Conchita zu loben, mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit zu treten. Es braucht positive Vorbilder, die souverän mit HIV umgehen, das HI-Virus enttabuisieren und eine Modell- und Vorbildfunktion einnehmen.
Nachdenklich stimmt uns der Anlass von Conchitas unfreiwilligem Outing. Nicht weil sie sich freiwillig dazu bekenne wollte, wagte sie sich an die Öffentlichkeit, sondern weil ein Ex-Freund sie erpresste. Hier wird sehr gut deutlich, dass HIV-Positive auch heute noch  sozialen Ächtungen ausgesetzt sind – ansonsten wäre es kein Erpressungsgrund. Die Sache führt uns zudem vor Augen, dass HIV eine moralisch und gesellschaftlich hoch stigmatisierte Infektion darstellt, die als moralisch verwerflich gilt.

... weiterlesen über Conchita Wurst ist HIV-positiv! Oder: Bezüglich des Umgang mit HIV befinden wir uns im tiefsten Mittelalter

Verurteilung für absichtliche Ansteckung

Ein britischer Friseur, der absichtlich mehrere Männer mit dem HIV infizierte, muss für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte seine zehn Opfer auf einer Dating-App kennengelernt - fünf von ihnen steckten sich tatsächlich bei ihm mit dem HI-Virus an. Der Täter, der von den Männern als Soziopath bezeichnet wurde, nahm das Urteil völlig regungslos auf.

Nach Angaben der Richterin ist der 27-Jährige aus Brighton der erste Mann in Großbritannien, der wegen der absichtlichen Verbreitung von HIV verurteilt worden ist. Gutachter bescheinigten ihm unter anderem Sadismus. Seinen Sex-Partnern gaukelte er vor, gesund zu sein. Einem Opfer schrieb er nach dem Geschlechtsverkehr: "Ich habe HIV. LOL."

... weiterlesen über Verurteilung für absichtliche Ansteckung

Seiten

Aidshilfe Salzburg RSS abonnieren