Aus der Tatsache, dass eine Infektion nur über Blut, Sperma und Vaginalsekret und nicht jedoch über eine Tröpfcheninfektion erfolgt, ergeben sich die empfohlenen Verhaltensweisen im Umgang mit Personen mit AIDS oder HIV-Infektion.
Risikoreich sind hingegen intime Beziehungen – gleichgültig ob hetero- oder homosexuelle. Grundlage eines effektiven Schutzes vor einer HIV-Infektion ist die konsequente Anwendung von Safer Sex.
Safer Sex – Kondome schützen
Die Grundregel von Safer Sex ist ganz einfach: Keine der infektiösen Flüssigkeiten Blut, Sperma oder Vaginalsekret darf auf Schleimhäute oder verletzte/erkrankte Haut gelangen. Beim Anal- oder Vaginalverkehr müssen also Kondome verwendet werden. Für den Partner besteht ohne Kondom ein großes Infektionsrisiko, da immer kleine Verletzungen beim Verkehr entstehen können. Beim Oralverkehr ist wichtig, dass kein Sperma auf die Mundschleimhaut, Zunge oder Lippen gelangt. Küssen ist ungefährlich, da es sich bei HIV nicht um eine Tröpfcheninfektion handelt.
Werden diese Vorsichtsmaßnahmen beachtet, ist ein Zusammenleben unbedenklich.
Kleine Kinder pflegen miteinander zu raufen, sich zu kratzen, zu schlagen oder zu beißen. Das ist ein Teil ihrer Entwicklung und kaum mit Argumenten zu unterbinden. Trotzdem ist ein infiziertes Kind in diesem Alter für andere Kinder keine Gefahr. Weltweit hat es durch raufende Kinder keinen dokumentierten Fall einer Übertragung gegeben. Eine Meldung der Infektion an die Erzieher zum Schutz der anderen Kinder ist nicht vorgeschrieben und auch nicht notwendig. Zum Schutz des infizierten Kinds ist eine Information der Erzieher über die HIV-Infektion eventuell sinnvoll, um etwa bei einem Masernfall im Kindergarten das Kind zu Hause zu lassen. Eine offene Wunde sollte, auch wegen anderer Viruserkrankungen, von Erziehern immer mit der gebotenen Vorsicht behandelt werden.
Mithilfe bestimmter Maßnahmen, wie der Transmissionsprophylaxe durch eine antiretrovirale Therapie (ART) während der Schwangerschaft oder einem primären Kaiserschnitt am wehenfreien Uterus sowie vorübergehender antiretroviraler Medikation der Kinder nach dem Kaiserschnitt, kann eine Übertragung von HIV von der Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft beziehungsweise bei der Geburt auf unter zwei Prozent gesenkt werden.
Paare mit Kinderwunsch, bei denen nur ein Partner infiziert ist, können sich in Deutschland an spezielle Zentren wenden. Durch geeignete Maßnahmen ist die künstliche Zeugung eines Kinds möglich, ohne dass es zur Übertragung der HI-Viren kommt.
Bei HIV-infizierten Frauen ist das Infektionsrisiko des un- oder neugeborenen Kinds insbesondere bei Einhaltung aller genannten Maßnahmen gering. Dennoch bleibt ein Restrisiko bestehen, das sorgfältig überlegt werden muss. Es ist unklar, ob sich aus dem verbleibenden Infektionsrisiko Regressansprüche eines infizierten Kinds ergeben könnten. Es ist bei diesen Verfahren bisher kein HIV-negativer Partner und damit auch kein auf diese Weise gezeugtes Kind infiziert worden.
Mann HIV positiv, Frau HIV negativ
Das HI-Virus ist besonders hoch konzentriert in der Samenflüssigkeit vorhanden und haftet an abgestorbenen Samenzellen an. Deshalb ist das Ziel, befallene Samenzellen von den übrigen Spermabestandteilen zu trennen. Hierfür wird die Samenflüssigkeit zunächst ultrazentrifugiert. Es folgen zwei Waschschritte, die Probe wird speziell aufbereitet, sodass die befruchtungsfähigen Spermien sich an der oberen Grenzschicht ablagern und isoliert werden können.
Mit ultrasensitiven Methoden wird anschließend überprüft, ob kein Virus an den Samenzellen haftet. Bis das Testergebnis vorliegt, werden die Spermien tiefgefroren. Mit den so aufbereiteten Samenzellen wird die weibliche Eizelle im Reagenzglas (Künstliche Befruchtung) oder endoskopisch in der Gebärmutter (intrauterine Insemination) befruchtet. Diese Methode wurde erstmals von dem Italiener Augusto Semprini 1989 angewendet und seither weiter verbessert.
Frau HIV positiv, Mann HIV negativ
Die HIV-Übertragungswahrscheinlichkeit von der Mutter auf das Kind hängt von mehreren individuellen Faktoren ab: Viruslast der Mutter, bestehende Resistenzen gegen AZT oder Nevirapin, Begleiterkrankungen der Mutter, bestehende gynäkologische Erkrankungen. Von diesen Faktoren hängt ab, ob dem Paar zur Realisierung des Kinderwunschs geraten wird. Zum Schutz des Manns wird der Befruchtungsvorgang ohne direkten Schleimhautkontakt durchgeführt: Samenflüssigkeit wird zum Zeitpunkt des Eisprungs aus dem umgedrehten Kondom in die Scheide entleert oder in eine Portiokappe oder Spritze gefüllt und in die Scheide appliziert.
Während die Therapie von HIV und AIDS in den letzten Jahren wesentlich verbessert wurde, fehlt es nach wie vor an einem wirksamen Impfstoff. Ein in Deutschland entwickelter Impfstoff führte in ersten vorklinischen Studien zu viel versprechenden Resultaten und wird weiterentwickelt.
Schon 1997 hatten sich in den USA einige hundert Menschen zur Erprobung eines Impfstoffs zur Verfügung gestellt. Der Impfstoff besteht aus einem abgeschwächten, aber lebenden HI-Virus. Die Impfung war umstritten, da sie, selbst mit einem abgeschwächten HI-Virus, ein Risiko für die Geimpften birgt. Ein Impfstoff kann zudem außer an Menschen nur an Schimpansen getestet werden. Andere Tiere weisen nicht die passenden Rezeptoren auf der Zelloberfläche auf, sodass bei ihnen keine HIV-Infektion erfolgen kann. Eine weitere Schwierigkeit bei der Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs ist die extreme Wandlungsfähigkeit aufgrund der zahlreichen Mutationen des HI-Virus. Es gibt inzwischen Dutzende von Untertypen, für die man jeweils eigene Impfstoffe braucht.
Folgende Verhaltensmaßregeln helfen, die Gefahr einer HIV-Ansteckung und somit des AIDS gering zu erhalten: