HIV-BASIC V: Wie ansteckend ist HIV?

Es gibt nur  wenige Wege, wie es zu einer HIV-Infektion kommen kann. Das liegt unter anderem daran, dass eine ziemlich hohe Anzahl von HI-Viren in die eigene Blutbahn gelangen muss, damit sich eine Infektion bilden kann. Eine gewisse Anzahl kann vom Immunsystem eliminiert werden, bevor es zu einer Infektion kommt.

HIV ist somit nicht so infektiös wie andere sexuell übertragbare Krankheiten. Wenn man einmal mit einem HIV-positiven Menschen ungeschützt Sex hat, ist es unwahrscheinlich, sich sofort mit HIV zu infizieren. Das Risiko liegt in den meisten Untersuchungen bei maximal einem Prozent:
Wie hoch ist das Übertragungsrisiko beim Geschlechtsverkehr?
• Ungeschützter passiver (rezeptiver) Analverkehr mit bekannt HIV-positivem Partner: Infektionswahrscheinlichkeit je Kontakt im Mittel 0,82 %
• Ungeschützter passiver (rezeptiver) Analverkehr mit Partner von unbekanntem HIV-Status: Infektionswahrscheinlichkeit je Kontakt 0,27 %...

"Soziales AIDS" als Stigma

Anlässlich des nicht ganz freiwilligen Outings von Conchita Wurst, wollen wir ein paar Gedanken zum Umgang mit dem HI-Virus in der Gesellschaft bringen.
Zwar hat sich in den letzten 20 Jahren rechtlich viel getan, bezüglich unseres gesellschaftlichen Umgangs mit der Immunschwächeerkrankung befinden wir uns jedoch noch immer im tiefsten Mittelalter. HIV-positive Menschen werden sogar in Krankenhäusern oder bei ÄrztInnen, die in der Regel besser als die Allgemeinbevölkerung aufgeklärt sind, diskriminiert, bei der Behandlung an die letzte Stelle gereiht oder erst gar nicht behandelt. Darüber hinaus kommt es auch im Arbeitsleben, in Ausbildungsstätten, in Schulen und Kindergärten und im Privatleben zu massiven Diskriminierungen.HIV ist noch immer ein großes kulturelles, soziales und psychologisches Stigma. Medizinisch betrachtet ist HIV heute kaum noch ein Problem. Das so genannte „Soziale AIDS“ hingegen ist für von HIV-Betroffene eine immense Belastung. Für den schlechten gesellschaftlichen Umgang...

Verurteilung für absichtliche Ansteckung

Ein britischer Friseur, der absichtlich mehrere Männer mit dem HIV infizierte, muss für mindestens zwölf Jahre ins Gefängnis. Er hatte seine zehn Opfer auf einer Dating-App kennengelernt - fünf von ihnen steckten sich tatsächlich bei ihm mit dem HI-Virus an. Der Täter, der von den Männern als Soziopath bezeichnet wurde, nahm das Urteil völlig regungslos auf.

Nach Angaben der Richterin ist der 27-Jährige aus Brighton der erste Mann in Großbritannien, der wegen der absichtlichen Verbreitung von HIV verurteilt worden ist. Gutachter bescheinigten ihm unter anderem Sadismus. Seinen Sex-Partnern gaukelte er vor, gesund zu sein. Einem Opfer schrieb er nach dem Geschlechtsverkehr: "Ich habe HIV. LOL."Bei dem Friseur war im Jahr 2015 die Infektion diagnostiziert worden. Er...

Conchita Wurst ist HIV-positiv! Oder: Bezüglich des Umgang mit HIV befinden wir uns im tiefsten Mittelalter

Conchita Wurst bekennt: vor einigen Jahren habe sie sich mit dem HI-Virus angesteckt, ist aber seit ihrer Diagnose in ärztlicher Behandlung. Die Therapie ermöglicht es, die Viruslast unter die Nachweisgrenze zu bringen; das heißt unter anderem, dass das Virus nicht mehr auf andere Personen übertragen werden kann.
An erster Stelle ist der Mut von Conchita zu loben, mit ihrer Diagnose an die Öffentlichkeit zu treten. Es braucht positive Vorbilder, die souverän mit HIV umgehen, das HI-Virus enttabuisieren und eine Modell- und Vorbildfunktion einnehmen.
Nachdenklich stimmt uns der Anlass von Conchitas unfreiwilligem Outing. Nicht weil sie sich freiwillig dazu bekennen wollte, wagte sie sich an die Öffentlichkeit, sondern weil ein Ex-Freund sie erpresste. Hier wird sehr gut deutlich, dass HIV-Positive auch heute noch  sozialen Ächtungen ausgesetzt sind – ansonsten wäre es kein Erpressungsgrund. Die Sache führt uns zudem vor Augen, dass HIV eine moralisch und gesellschaftlich hoch stigmatisierte Infektion darstellt, die als...

Zunehmen Gonorrhö-Superkeime, die sich nicht mehr heilen lassen

In Großbritannien wurde Ende März der Fall einer Form von hoch resistenten Gonokokken (Auch „Tripper“ genannt) entdeckt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt nun vor Gonorrhö-Superkeimen, die nicht mehr mit Antibiotika geheilt werden können.
„Die Bakterien, die Gonorrhö verursachen, sind sehr schlau. Jedes Mal, wenn wir eine neue Klasse Antibiotika verwenden, um die Infektion zu behandeln, entwickeln sie Resistenzen“, erklärt die WHO-Epidemiologin Teodora Wi.
Auch in Japan, Spanien und Frankreich sind Fälle bekannt, in denen die Erreger auf kein Antibiotikum mehr ansprechen, wobei in allen drei Ländern die Diagnose und Behandlung grundsätzlich sehr gut ist.
„Deshalb könnte es sich dabei nur um die Spitze des Eisbergs handeln“, sagt Wi. „Denn in ärmeren Ländern mit schlechteren Diagnosemöglichkeiten ist die Krankheit viel weiter verbreitet.“ Weltweit erkranken jedes Jahr 78 Millionen Menschen an der Gonorrhö.
Die Aussichten bezüglich der...