Welche Infektionen und Krankheiten können beim Sex sonst noch übertragen werden?

Antwort

TRICHOMONADEN-INFEKTION

Bei Trichomonaden handelt es sich um einzellige Parasiten, welche sich gerne in der Scheide, im Darm oder in der Harnröhre einnisten. Vier Tage bis mehrere Wochen nach der Infektion stellen sich erste Symptome ein: Frauen leiden häufig unter schaumigem, übelriechendem Ausfluss aus der Scheide, unter Juckreiz sowie Brennen beim Wasserlassen. Männer leiden bei Befall der Harnröhre weit weniger häufig unter Beschwerden, denn oft verläuft hier die Infektion völlig symptomlos, wobei auch dann die Krankheit weitergegeben werden kann. Doch kann es auch bei Männern zu einem permanenten Druckgefühl der Blase und zu Schmerzen beim Urinieren kommen.  

Eine Infektion mit Trichomonaden sollte man unbedingt behandeln lassen, weil die Parasiten die Schleimhäute schädigen und damit das Risiko einer Ansteckung mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten erhöht ist. Wird mit Antibiotika behandelt, so heilt die Krankheit meist ganz aus. Wichtig ist hier jedoch, dass sich immer beide Sexualpartner behandeln lassen, da sonst die Krankheit stets hin- und herspringen kann (Ping-Pong-Effekt).  

Die Ansteckung erfolgt meist über ungeschützten Sex, vor allem aber über ungeschützten Analverkehr. Doch ist auch eine indirekte Weitergabe der Parasiten durch das gemeinsame Benutzen von Handtüchern und Sexspielzeugen möglich. Trichomonaden können zudem in feuchter Umgebung (z. B. in Handtüchern oder in der Sauna) mehrere Stunden lang außerhalb des Körpers überleben.

 

KRÄTZMILBEN: Parasiten, die Gänge in die oberen Hautschichten bohren und dort ihre Eier ablegen; aus den Eiern schlüpfen Milben

MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: Jucken, gerötete Haut; starker Juckreiz (vor allem Nachts), graue, schorfige Hautschwellungen; rötliche Milbengänge sind zu sehen

ANSTECKUNGSWEGE: Direkter, enger Körperkontakt, wie beim Sex oder beim Kuscheln, Milben können auch über die Bettwäsche oder Wollstoffe übertragen werden

MÖGLICHE FOLGEN: entzündete Hautstellen, Narbenbildung

BEHANDLUNG: Chemische Mittel, die man auf die Haut aufträgt, Kleidung und Bettwäsche  müssen mehrere Wochen eingefroren werden, da die Tiere ansonsten überleben können

SCHUTZ: Vollständiger Schutz ist nicht möglich. Körperpflege und saubere Kleidung helfen, eine Ansteckung früh zu bemerken.

Für Krätze, eine Hauterkrankung, ist eine bestimmte Milbe verantwortlich, die kleine Gänge in die oberste Hautschicht gräbt, um dort ihre Eier abzulegen. Auf den betroffenen Hautregionen (meist zwischen den Fingern, an den Handgelenken, an den äußeren Genitalien oder in den Achselhöhlen) kommt es einige Wochen nach der Ansteckung zu grauen Schwellungen, die mit Schorf bedeckt sind, und zu einem beinahe unerträglichen Juckreiz (vor allem in der Nacht). Wenn der Betroffene sich diese Hautstellen nun aufkratzt, entstehen kleine Wunden, die wiederum Eintrittspforten für andere Infektionen sein können.

Vermeiden lässt sich der Befall mit Milben durch eine gründliche Körperhygiene und regelmäßiges Wechseln der Wäsche (bzw. Bettwäsche). Allerdings lässt sich eine Ansteckung nie verhindern, weil Krätze bereits bei engem Körperkontakt, beim gemeinsamen Benutzen von Betten, Handtüchern, Kleidung etc. übertragen werden kann.

Die Behandlung der Krätze erfolgt meist mit chemischen Mitteln zur äußerlichen Anwendung. Da die Milbe so leicht übertragen werden kann, empfiehlt es sich, Sexualpartner und Familienangehörige gleich mitzubehandeln, auch wenn diese noch keine Anzeichen eines Befalls zeigen.

 

FILZLÄUSE: auch umgangssprachlich „Sackläuse“ genannt, sind Tiere, die Blut saugen

MÖGLICHE KRANKHEITSZEICHEN: Jucken, gerötete Haut; graue, schorfige Hautschwellungen; Läuse oder rötliche Milbengänge sind zu sehen

ANSTECKUNGSWEGE: Direkter, enger Körperkontakt, wie beim Sex oder beim Kuscheln, die Eier der Läuse können auch über die Bettwäsche oder Wollstoffe übertragen werden

MÖGLICHE FOLGEN: entzündete Hautstellen

BEHANDLUNG: Chemische Mittel, die man auf die Haut aufträgt, Kleidung und Bettwäsche mit Antilausmitteln einsprühen

SCHUTZ: Vollständiger Schutz ist nicht möglich. Körperpflege und saubere Kleidung helfen, eine Ansteckung früh zu bemerken

Bei Filzläusen handelt es sich um kleine Insekten, die sich im Gegensatz zu Kopfläusen besonders gerne im Filzhaar, d. h. in der Schambehaarung, einnisten. Dort legen die Läuse ihre Eier (Nissen) ab. Sowohl Läuse als auch Eier sind mit freiem Auge gut erkennbar. Wenn der Befall nicht behandelt wird, können sich die Filzläuse auch in der Behaarung anderer Körperregionen (z. B. am Anus oder auf den Beinen) ausbreiten. Drei bis sechs  Tage nach der Ansteckung, stellt sich beim Betroffenen aufgrund der Bisse der Läuse ein starker Juckreiz ein. Auch kann es zu Hautflecken sowie zu kleinen Blutungen kommen.

Filzläuse werden vor allem beim Sex, bei engem Körperkontakt, über die Bettwäsche oder über Kleidung übertragen. Die Behandlung erfolgt wie bei Krätze, also über chemische Mittel zur äußeren Anwendung oder über eine vollständige Rasur der betroffenen Haarregionen.

 

WÜRMER UND DARMPARASITEN

Würmer und einzellige Parasiten nisten sich hauptsächlich im Darm ein, wobei sich als Symptome übelriechender, blutiger und schleimiger Stuhl oder Durchfall, Fieber, Magen-Darmkrämpfe und Gewichstverlust einstellen können.  Aufgrund dieser sehr starken Beschwerden, lassen die Betroffenen den Befall meist rechtzeitig behandeln, weswegen es nur selten zu schlimmen Folgen, wie z. B. einer Entkräftung des Körpers wegen lang andauerndem Durchfall, kommt. Menschen, die unter einem geschwächten Immunsystem leiden, sind allerdings ernsthaft gefährdet.

Würmer und Darmparasiten werden meist bei oral-analen Kontakten (d. h. beim Lecken des Afters) übertragen. Doch können auch Schmierinfektionen (Kontakt der Hände zu Stuhl, dann Aufnahme über den Mund; z. B. auf Toiletten) zu einer Ansteckung führen. Vermeiden lässt sich die Übertragung durch Körperhygiene, wie z. B. Händewaschen nach dem Besuch der Toilette oder vor dem Essen.

Die Behandlung kann mit verschiedenen Medikamenten erfolgen. Der Betroffene sollte zudem auf Sexualpraktiken verzichten,  über welche man sich mit diesen Parasiten anstecken kann, um andere nicht zu gefährden.

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