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HIV/Aids

Was heißt SAFER SEX DURCH THERAPIE? Sind Menschen, die die Therapie einnehmen noch ansteckend?

Im Mai 2011 wurde eine Studie veröffentlicht, welche belegt, dass die Übertragungswahrscheinlichkeit von HIV beim Sex ohne Kondom um mindestens 96 Prozent reduziert wird, wenn sich ein HIV-positiver Mensch einer stabil wirksamen und kontrollierten HIV-Therapie unterzieht. Die Therapie schützt dann in etwa genauso wirksam wie Kondome.


Das heißt:
1. Menschen mit HIV sind sexuell nicht mehr ansteckend, wenn ihre Viruslast seit mindestens sechs Monaten stabil unter 50 Viruskopien/ml liegt. Das gilt auch für Männer, die Sex mit Männern haben.

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Bin ich HIV-positiv, wenn mein Testergebnis zur weiteren Abklärung an die Virologie gesendet wird?

Nein, das bedeutet nur, dass ein Testergebnis vorläufig uneindeutig/grenzwertig oder positiv ausgefallen ist, was verschiedene Ursachen hat. Wenn ein Testergebnis (PCR-Test oder DUO-Test) nicht eindeutig HIV-negativ ausfällt, wird die Blutprobe an die Virologie gesandt. Diese sendete uns nach einer Woche das definitive (HIV-negative oder HIV-positive) Testergebnis zu.

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Was ist die PrEP? Gibt es Medikamente, die mich vor einer HIV-Infektion schützen?

Ja, diese Medikamente heißen „Prä-Expositionsprophylaxe“ (PrEP, zu Deutsch etwa „Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt“). HIV-negative Menschen können diese HIV-Medikamente einnehmen, um sich vor einer Infektion mit HIV zu schützen. 
Es konnte nachgewiesen werden, dass die PrEP mit dem HIV Medikament Truvada® (Wirkstoffe: Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil) vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben und hohe Risiken eingehen, zuverlässig wirkt. Bei guter Therapietreue ist die PrEP genauso sicher wie Kondome. Sie schützt vor HIV aber nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten.
Die PrEP wird in Österreich nicht von der Krankenkasse finanziert. Sie kann jedoch auf Privatrezept um etwa 800€ pro Monat erworben werden. Die PrEP gilt als gut verträglich. Eine seltene, aber schwerwiegende Langzeitnebenwirkung kann allerdings eine Schädigung der Nieren sein.
Vor dem Beginn der PrEP müssen unbedingt ärztliche Untersuchungen gemacht werden (z.B. muss genau geprüft werden, ob die Nieren gut funktionieren). Auch eine bereits bestehende HIV-Infektion muss durch HIV-Tests ausgeschlossen werden. Die Wirkstoffe der PrEP Tabletten reichen nämlich bei einer bestehenden HIV-Infektion nicht aus und HIV könnte auf diese Weise Resistenzen gegen dieses wichtige Medikament bilden. Daher müssen auch nach dem Start der PrEP alle drei Monate HIV-Tests gemacht werden. Kommt es trotz Einnahme der PrEP zu einer Infektion (etwa weil man die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen hat), muss das PrEP-Medikament dann abgesetzt werden. Zudem muss alle drei bis zwölf Monate ein Nierencheck gemacht werden.

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Muss ich als Patient meinem Arzt meine HIV-Infektion mitteilen?

„Grundsätzlich ist kein Patient dazu verpflichtet, seinen Arzt über eine HIV-Infektion bzw. AIDS-Erkrankung zu informieren, da bei Einhaltung der üblichen Hygienestandards keine Gefahr einer Infektion vorliegt.
Allerdings ist es, im Sinne einer optimalen medizinischen Behandlung, sinnvoll Ihren Arzt über Ihre
Erkrankung in Kenntnis zu setzen. Sie laufen sonst Gefahr, dass Ihr Arzt auftretende Symptome falsch
beurteilt und eine nicht passende Behandlungsmethode wählt. Insbesondere bei der Verschreibung von Medikamenten könnten für Sie nicht vorhersehbare Wechselwirkungen auftreten.“

Zitiert nach einer schriftlichen Mitteilung der Tiroler Patientenvertretung

„Die Information über die HIV-Infektion gehört zu den besonders schützenswerten Personendaten. Eine Informationspflicht gibt es nicht, auch nicht gegenüber medizinischen Fachpersonen. In bestimmten Situationen kann eine Aufklärung jedoch sinnvoll sein.
Eine Pflicht, den HIV-Status den Ärzten bekannt zu geben, besteht nicht. Denn sofern diese die Hygienevorschriften einhalten, besteht kaum ein Übertragungsrisiko. Vor einer Operation wird vom Narkoseteam regelmäßig eine Abklärung des Gesundheitszustandes gemacht. Dabei wird nebst anderem auch nach allfälligen Medikamenten gefragt. Diese Abklärung des aktuellen Gesundheitszustandes dient dazu, das Narkoserisiko auf ein Minimum zu beschränken. In diesem Zusammenhang ist zu empfehlen, wahrheitsgetreu Auskunft zu geben, da das Verschweigen oder eine verfälschte Darstellung des eigenen Gesundheitszustandes eine Selbstgefährdung darstellt.
Ein HIV Patient sollte in der Regel allen behandelnden Ärzten die Tatsache seiner Infektion mitteilen. Der Patient kann meist nicht einschätzen, ob seine Beschwerden mit der Infektion zu tun haben oder ob Wechselwirkungen mit seiner antiretroviralen Therapie bei Medikamentenverordnungen durch andere Ärzte zu erwarten sind. Leider gibt es auch heute noch versteckte oder offene Ablehnung und Diskriminierung auch im medizinischen Bereich.
Wenn ein Patient auf Grund solcher Erfahrungen einem behandelnden Arzt seine Infektion nicht angibt, stört er damit zwar das Vertrauensverhältnis, das zwischen Arzt und Patient bestehen sollte, rechtlich verpflichtet ist er jedoch nicht. Grundsätzlich muss ein Arzt bei jedem Patienten Maßnahmen treffen, die eine Übertragung von ansteckenden Krankheiten verhindern, da die Möglichkeit besteht, dass ein Patient von der Tatsache einer infektiösen Krankheit nichts weiß.“

Zitiert nach einer Schriftlichen Mitteilung der Patientenanwaltschaft Niederösterreich.

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