Abgeschoben und im Stich gelassen

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Als Harjeet von seinem Doktor erfuhr, dass etwas mit seinem Blut nicht stimme, begann für den indischen Gastarbeiter in Saudi Arabien eine unmenschliche Tortur. Zuerst bietet ihm der dubiose Arzt an, die ganze Sache zu verschleiern – für eine entsprechende Geldsumme versteht sich –, um ihn dann bei den Behörden auflaufen zu lassen. Harjeet war von einem Tag auf den anderen zu einem Menschen niedriger Klasse degradiert worden. Nach einer medizinischen Untersuchung durch seinen Arbeitgeber in Saudi Arabien, die seine HIV-Infektion bestätigte, fand Harjeets Arbeitsleben ein schnelles Ende. Er wurde ohne Rücksicht auf seine Krankheit abgeschoben. In seiner indischen Heimat verschwieg er seiner Familie die Erkrankung und stürzte bald in eine Depression, später in die Alkoholsucht. Schließlich erkrankte er an Tuberkulose, wodurch im Zuge der Behandlung im Krankenhaus auch seine HIV-Infektion offenkundig wurde. Einem glücklichen Zufall verdankt Harjeet es, dass er heute noch am Leben ist und sogar wieder die Kraft gefunden hat zu arbeiten. ... weiterlesen über Abgeschoben und im Stich gelassen

plusminus 3/09

Themen:
Schutzengelkampagne der Aidshilfe Wien
HIV and Your Body
Södak - Schweizerisch-Österreichisch-Deutscher AIDS-Kongress
Interview zur Übersetzungstätigkeit mit HIV-Positiven
 

Leseprobe: Schutzengelkampagne

Entstanden ist die Schutzengelkampagne mit dem Slogan „Das Einzige, das wirklich schützt – das Kondom“, die die Problematiken der aktuellen HIV-Präventionsarbeit optimal aufgreift. Der Bevölkerung soll damit verdeutlicht werden, dass das Einzige, das wirklich schützt, nicht der Schutzengel oder der Glaube an das Gute ist, sondern einzig und allein die Verwendung von Kondomen sein kann. Sex findet spontan statt, er macht Spaß, er wirkt befreiend und befriedigend, aber dessen ungeachtet ist es wichtig, sich mit einem Kondom zu schützen. Denn, wie Erich Enzenberger von PKP proximity pointiert formuliert:
„Weder der ,Glaube an eine höhere Macht‘ noch Scheinheiligkeit‘ oder die Kirche mit ihrer kondomablehnenden Haltung können eine HIVInfektion verhindern“.

Im Frühjahr 2009 wurden die einzelnen Give-aways der Schutzengelkampagne,  je 1.000 Stück Schutzengelposter für die Zielgruppen MSM und MSW im A1 Format und 10.000 Packungen Zünder, die auf der Vorderseite das Homo- und auf der Rückseite das Heterosujet der Schutzengelkampagne zeigen, bei zahlreichen Szene-, Sauna-, Men-only- und Cruising-Area-Touren verteilt. Bei der Vienna Pride 2009 kamen dann erstmals auch noch Postkarten zum Einsatz. Zudem war beim heurigen Vienna Pride auch der Aids Hilfe Wien-LKW im Schutzengeldesign gestylt, wasdazu führte, dass die Poster am Aidshilfe-Wien Infostand reißenden Absatz fanden. Es wurden etwa 100 Schutzengelposter zu je € 2,50 verkauft, wobei der Erlös zu 100 % der Betroffenenhilfe zugutekommt.

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PlusMinus 2/2009

Themen:
10 Fragen an Migay
Abschiebung von HIV-positiven MigrantInnen
Psychologische Aspekte im Umgang mit HIV/AIDS

Leseprobe: HIV/AIDS ein Abschiebungshindernis?
Während in den reichen Industriestaaten der Welt der Zugang zu den erfolgreichen Behandlungsmöglichkeiten gewährleistet ist und sich HIV/Aids durch den medizinischen Fortschritt zu einer gut behandelnden chronischen Erkrankung entwickelt hat ist die Situation in den Ländern mit begrenzten Ressourcen noch immer sehr bedenklich. Trotz der weltweiten Bemühungen und den immensen Geldflüssen in die von HIV/Aids stark betroffenen afrikanischen und asiatischen Länder bleiben nachhaltige Fortschritte sehr begrenzt. Obwohl es nun schon fast in allen Ländern Programme und Behandlungsmöglichkeiten gibt, haben noch immer ca. 85% aller Betroffenen keinen Zugang zur Therapie.
Auch Menschen aus diesen Ländern, sogenannte Drittstaatsangehörige, reisen in die EU und auch in Österreich ein und suchen dort Schutz vor Verfolgung und/oder sind auf der Suche nach einem besseren Leben. Da sich die EU aber in den letzten Jahren immer mehr gegenüber Fremde aus den Nicht-EU-Mitgliedstaaten abgeschottet hat, ist es mittlerweile aufgrund der restriktiven Visapolitik vor allem für Asylwerber fast unmöglich legal einzureisen. Dies hat dazu geführt, dass Asylwerber, die in Europa Schutz vor Verfolgung in Anspruch nehmen wollen auf die Hilfe von Schlepper angewiesen sind. Schaffen sie trotz aller widrigen Umstände die Einreise nach Österreich, so verschweigen sie meist die Reiseroute, da sie ansonsten keinen Anspruch auf ein Asylverfahren hätten (=Dublin II Verfahren). Bei einigen dieser Menschen wird im Laufe ihres Aufenthaltes HIV oder Aids diagnostiziert. Haben sie laut Genfer Flüchtlingskonvention Anspruch auf Asyl, so werden sie den ÖsterreicherInnen annähernd in den Rechten, auch in den Sozialrechten gleichgestellt. Konnten sie aber während ihres laufenden Asylverfahrens nicht ausreichend nachweisen, dass sie aufgrund von Verfolgung nicht mehr in ihren Herkunftsstaat zurückkehren können, so muss geprüft werden, ob andere Gründe einer Abschiebung entgegenstehen.

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Die Ausgrenzer geben sich geschlagen

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Nach großangelegten internationalen Protesten sind die Tschechische Republik und Südkorea endlich gewillt, ihre diskriminierenden Einreisebestimmungen für Menschen mit HIV/Aids fallen zu lassen. Sogar die USA sind gerade im Begriff, ihre restriktive Einstellung gegenüber HIV/Aids-Betroffenen zu überdenken.
Südkorea zählt seit Jahren zu den schwierigsten Ländern in Bezug auf die Einreise. Das Koreanische Immigrationsgesetz verbietet schlichtweg allen Ausländern, die eine übertragbare Infektion haben, die Einreise. Zudem erlaubt das Einwanderungsgesetz die Deportation von HIV-Infizierten, wovon in der Vergangenheit im großen Stil Gebrauch gemacht worden ist. Nach Protesten durch Menschenrechtsexperten und einem Gerichtsprozess im vergangenen Dezember, bei dem ein HIV-positiver Arbeitnehmer seine Ausweisung verhindern konnte, steht Südkorea nun kurz davor, die diskriminierenden Einreisebestimmungen zu revidieren.

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