Tendenz der HIV-Infektionen in Europa steigend

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Im Jahr 2008 wurde bei 7.565 Menschen in der europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) AIDS festgestellt. Darüber hinaus ist im selben Jahr bei etwa 51.600 Personen in der Region HIV neu diagnostiziert worden. Die Gesamtzahl aller von HIV betroffenen Menschen beträgt nun offiziell 342.768, wobei die Dunkelziffer weit höher liegen dürfte.
Somit hat sich die Rate der jährlichen Ansteckungen im Zeitraum von 2000 bis 2008 mehr als verdoppelt. Von 43 Ländern, welche zuverlässige Statistiken führen, stieg die Zahl der Übertragungen von 44 auf 89 Menschen pro einer Million Einwohner im Jahr 2008. Allein in den EU-Staaten und den Ländern des europäischen Wirtschaftsraums infizierten sich 2008 25.656 Menschen.
Etwa 13 Prozent der im Jahr 2008 gemeldeten neuinfizierten Menschen sind zwischen 15 und 24 Jahren alt. Bei 35 Prozent davon handelt es sich um Frauen. Die meisten Neuansteckungen, nämlich rund 25.000 Personen, leben im Osten Europas. Diese Rate ist doppelt so hoch wie die im westlichen Europa und zehnmal so hoch wie die Mitteleuropas.

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AIDS 2010: Elf Millionen HIV-positive Menschen warten weltweit auf Medikamente

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Vom 18. bis 23. Juli 2010 wird in Wien die Welt-Aids-Konferenz „AIDS 2010 – Rechte hier und jetzt“, auf der 25.000 Teilnehmer erwartet werden, stattfinden. Die Organisatoren von „AIDS 2010“ gaben letzte Woche eine Pressekonferenz, auf welcher die Präsidentin der Österreichischen Aids-Gesellschaft Brigitte Schmied kritisierte, dass elf Millionen Kranke weltweit noch immer keinen Zugang zur medikamentösen HIV-Therapie haben. Obwohl die Zahl der Behandelten in den letzten Jahren verzehnfacht werden konnte, äußerte sich Michel Sidibé, Exekutivdirektor von UNAIDS, diesbezüglich mit folgenden Worten: "…wir haben pro Tag noch immer weltweit 7.000 Neuinfektionen mit HIV, in Südafrika allein sind es pro Tag 1.500. Wir haben noch immer pro Jahr rund 400.000 Babys, die mit HIV auf die Welt kommen." Dabei kann man durch die Behandlung von Schwangeren fast alle Übertragungen von HIV-positiven Müttern auf ihre Kinder verhindern.

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Änderungen im Umgang mit dem § 178 StGB mit Konsequenzen für HIV-positive Menschen

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In Österreich existiert der Tatbestand § 178 StGB. Dieser besagt, wer vorsätzlich eine Handlung begeht, die geeignet ist, die Verbreitungsgefahr übertragbarer Krankheiten herbeizuführen, kann mit einer Strafdrohung bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder 360 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt werden. Bei diesem Paragraphen handelt es sich um ein sogenanntes „potentielles Gefährdungsdelikt“, d.h. es genügt die abstrakte Eignung der Tathandlung, eine solche Gefahr herbeizuführen.
Der § 178 StGB wurde in den vergangenen Jahrzehnten oftmals sehr restriktiv angewendet und nicht wenige Betroffene wurden dabei verurteilt. Sogar der kondomgeschützte Sexualkontakt wurde zum Teil aufgrund des möglichen Restrisikos (z.B. bei einer Kondompanne) als gefährlicher Tatbestand eingestuft, d.h. HIV-positiven Menschen wurde – je nach Richter – ein erfülltes Sexualleben abgesprochen.

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Forderung nach bundesweiter Aufklärungskampagne

Vergangenes Jahr wurden 507 HIV/Aids-Betroffene in Österreich registriert. Schätzungsweise 9000 Österreicher leben derzeit mit HIV/Aids. Bis zu ein Drittel aller neu diagnostizierten HIV-Positiven sind so genannte „late presenters“, das heißt, es handelt sich um Personen, die erst im Spätstadium der Infektion als positiv erkannt werden. Somit haben Kontaktpersonen der Betroffenen lange Zeit ein Infektionsrisiko. Das ist das nüchterne Ergebnis der neuen Jahresbilanz des Instituts für Virologie in Wien zum Thema HIV/Aids. Die Fachleute des Instituts fordern daher „bei der Bevölkerung ein besseres Risikobewusstsein bezüglich HIV zu wecken“. Das Problem: In Österreich wird die Diagnose HIV oft über sogenannte Indikatorerkrankungen gestellt, die erst bei einem massiv beeinträchtigten Immunsystem und bei einer bereits stark reduzierten Zahl an T-Helferzellen im Blut (weniger als 200 CD4-positive Zellen unter 200 pro Mikroliter Blut) auftreten. Frühdiagnose und frühzeitige Behandlung erhöhen die Lebenserwartung der Patienten heute beträchtlich. Der Gesundheitssprecher der Grünen, Univ. Prof. Dr. Kurt Grünewald, fordert daher eine bundesweite Aufklärungskampagne. Dass die Diskriminierung von HIV/Aids-Betroffenen wieder steigt, kann die Aidshilfe Salzburg aus eigener Erfahrung nur bestätigen und unterstützt deshalb die Forderungen von Dr. Grünewald. Nach wie vor ist die Stigmatisierung von HIV-Infizierten und an Aids erkrankten Menschen extrem hoch. Ein „Outing“ könne immer noch zu Jobverlust, Isolation, Depression und Einsamkeit führen. Probleme gebe es auch dann, wenn ältere HIV-infizierte Menschen pflegebedürftig werden und es schwierig ist, eine betreute Wohnung oder einen Pflegeheimplatz zu finden. „Auch hier muss angesetzt werden, um den Menschen zusätzlich zu ihrer Krankheit das ‚soziale Aids‘ zu ersparen“, so Grünewald.

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