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Studie empfiehlt regelmäßige Tests

Eine Studie des Universitätsspitals Zürich zeigt, dass homosexuelle Männer mit häufig wechselnden Sexualpartnern zwar oft mit sexuell übertragbaren Krankheiten infiziert sind, die Infektion aber meistens symptomlos verläuft. Deshalb empfehlen die beteiligten Forschenden Personen mit hohem Infektionsrisiko, sich auch ohne bemerkbare Anzeichen regelmäßigen Tests zu unterziehen.

Für die Studie untersuchte das Team um Huldrych Günthard und Dominique Braun rund 200 HIV-infizierte homosexuelle Männer auf sexuell übertragbare Infektionskrankheiten. Sie alle waren frühzeitig diagnostiziert worden und standen unter einer wirksamen Therapie, so dass sie bezüglich HIV nicht mehr als infektiös galten.

Während etwa eineinhalb Jahren infizierte sich ein Drittel der Männer mit einer oder mehreren sexuell übertragbaren Krankheiten. "Verglichen mit anderen Studien in Westeuropa in dieser Personengruppe ist die Anzahl der diagnostizierten Infektionen außergewöhnlich hoch", sagte Günthard.
Bei 70 Prozent der Infizierten zeigten sich allerdings keine Symptome. Dass Geschlechtskrankheiten bei Männern meist symptomlos verlaufen, sei eine neue Erkenntnis, schrieb das Unispital. "Testet man nur aufgrund von Symptomen, entdeckt man solche Krankheitsträger nicht, es findet keine Behandlung statt und die Übertragung geht weiter", sagte Studienautor Braun.
Die Studienergebnisse seien vor dem Hintergrund der aktuellen Epidemie von sexuell übertragbaren Erkrankungen bei homosexuellen Männern "hochgradig relevant", sagte Günthard. Aber auch in der heterosexuellen Bevölkerung nähmen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper und Chlamydien massiv zu.