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PrEP nun auch in Schottland

leicagirl / photocase.com Photo: öde_inge / photocase.de

Das schottische Medikamenten-Konsortium (SMC) hat beschlossen, dass Personen mit einem erhöhten Risiko einer HIV-Infektion künftig die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) kostenlos erhalten können. Gegenwärtige Präventionsmethoden seien in den letzten zehn Jahren nicht erfolgreich gewesen, die Ausbreitung von HIV in Schottland zu reduzieren, so die Begründung.
PrEP ist eigentlich das gleiche wie ART (Anti Retrovirale Therapie) bzw. HAART (Hoch Aktive Anti Retrovirale Therapie). Es sind die gleichen Tabletten, die HIV-positive Menschen zur Behandlung ihrer HIV-Infektion schlucken. Die gesamte Idee zu PrEP kommt ja aus den Erfahrungen mit der Behandlung von HIV-Positiven. Man weiß bereits seit 20 Jahren, dass durch die regelmäßige Einnahme dieser Medikamente die Anzahl der Viren im Körper der infizierten Person gesenkt und so die Zerstörung des Immunsystems verlangsamt bzw. gestoppt wird.

Nun zeigten Studien in den letzten Jahren, dass HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie auch kaum infektiös sind, das Virus also kaum weitergeben. Sofern ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, gilt mittlerweile als unumstritten, dass die Übertragung von HIV auf sexuellem Wege nicht bzw. nur mit minimaler Wahrscheinlichkeit erfolgt.
Damit ziehen die antiretroviralen Medikamente mit dem Kondom als Schutz vor einer HIV-Infektion gleich. Falls ich als HIV-positive Person die Tabletten konsequent und regelmäßig schlucke, kann ich andere schützen. (Von anderen sexuell übertragbaren Infektionen sei einmal abgesehen, denn vor STDs können diese Medikamente natürlich nicht schützen. Die Rede ist hier also nur von HIV.) Ob die Medikamente nun als PrEP vor der Exposition einer möglichen HIV-Infektion oder als Therapie zur Behandlung einer bereits bestehenden HIV-Infektion eingenommen werden, sie spielen beim Geschlechtsverkehr als Schutzmöglichkeit in der gleichen Liga wie das Kondom.