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Was ist die PrEP? Gibt es Medikamente, die mich vor einer HIV-Infektion schützen?

Ja, diese Medikamente heißen „Prä-Expositionsprophylaxe“ (PrEP, zu Deutsch etwa „Vorsorge vor einem Risiko-Kontakt“). HIV-negative Menschen können diese HIV-Medikamente einnehmen, um sich vor einer Infektion mit HIV zu schützen. 
Es konnte nachgewiesen werden, dass die PrEP mit dem HIV Medikament Truvada® (Wirkstoffe: Emtricitabin und Tenofovirdisoproxil) vor allem bei Männern, die Sex mit Männern haben und hohe Risiken eingehen, zuverlässig wirkt. Bei guter Therapietreue ist die PrEP genauso sicher wie Kondome. Sie schützt vor HIV aber nicht vor anderen Geschlechtskrankheiten.
Die PrEP wird in Österreich nicht von der Krankenkasse finanziert. Sie kann jedoch auf Privatrezept um etwa 800€ pro Monat erworben werden. Die PrEP gilt als gut verträglich. Eine seltene, aber schwerwiegende Langzeitnebenwirkung kann allerdings eine Schädigung der Nieren sein.
Vor dem Beginn der PrEP müssen unbedingt ärztliche Untersuchungen gemacht werden (z.B. muss genau geprüft werden, ob die Nieren gut funktionieren). Auch eine bereits bestehende HIV-Infektion muss durch HIV-Tests ausgeschlossen werden. Die Wirkstoffe der PrEP Tabletten reichen nämlich bei einer bestehenden HIV-Infektion nicht aus und HIV könnte auf diese Weise Resistenzen gegen dieses wichtige Medikament bilden. Daher müssen auch nach dem Start der PrEP alle drei Monate HIV-Tests gemacht werden. Kommt es trotz Einnahme der PrEP zu einer Infektion (etwa weil man die Tabletten nicht regelmäßig eingenommen hat), muss das PrEP-Medikament dann abgesetzt werden. Zudem muss alle drei bis zwölf Monate ein Nierencheck gemacht werden.

NEU: Ab 1.1.2018 bietet die Marienapotheke in Wien die PrEP um 59€ an (30 Tabletten). Die Abgabe erfolgt gemäß des offiziellen PrEP –Statements der ÖAG.

Sie darf ausschließlich auf Rezept eines HIV-kompetenten Arztes/einer Ärztin verschrieben werden oder eines Behandlungszentrums.
Möglich ist dies durch ein Pilotprojekt von Sandoz, das in Kooperation mit der Marienapotheke durchgeführt wird. Im Rahmen dieses Projektes wird nicht nur der Bedarf erhoben, sondern die KundInnen werden auch gebeten, an einer Begleitstudie teilzunehmen.
MARIEN APOTHEKE WIEN
Schmalzhofgasse 1 • 1060 Wien
T.  +43 (1) 597.02.07-11
F.  +43 (1) 597.02.07-66
M. +43 (664) 485.49.05

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