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Wirksame HIV-Therapien verhindern die Übertragung von HIV - Teil 3

Maria Vaorin / photocase.com Photo: fmatte / photocase.de

4. „Der NAB betont, dass jede Entscheidung für eine Therapie zum Zweck der Reduktion der Infektiosität nur von Menschen mit HIV selbst getroffen werden darf. Die Empfehlung für einen Therapiebeginn darf nicht von Public-Health Interessen, sondern muss von den Interessen und Bedürfnissen des Individuums geleitet werden. Die Aufklärung diesbezüglich muss offen sein und mögliche Vorteile wie Nachteile einer antiretroviralen Therapie umfassen. Der freie Wille der Patientin/des Patienten hat oberste Priorität.“
Unser Kommentar: Dem können wir nur zustimmen. Niemand darf zur Einnahme der HAART gezwungen werden, auch nicht auf subtile Weise (wie z.B. durch Mediziner, welche Betroffenen Druck machen, endlich mit der HAART zu beginnen). Es entspricht dem humanistischen Menschenbild, das jeder erwachsene, mündige Mensch nach differenzierter und fachkundiger Aufklärung Entscheidungen wie die Einnahme oder Nichteinnahme der HAART selber treffen kann und muss. Es ist unethisch, dem Betroffenen diese Entscheidung nach dem Motto des Helfersyndroms und autoritären Gesellschaftscharakters „Ich weiß, was gut für Dich ist!“ aufzudrängen und ihm die Eigenverantwortung abzusprechen. Nicht wir wissen, was der Betroffene braucht, sondern nur er tut das. Weiß er nicht weiter, können wir ihm auf nicht direktive Weise Informationen vermitteln und Wege aufzeigen, die Entscheidung dürfen wir ihm aber nicht abnehmen.

Fortsetzung folgt