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Wiener Grüne starten Aufklärungskampagne für homosexuelle Migranten

leicagirl / photocase.com Photo: designritter / photocase.de

Die Wiener Grünen haben es sich zum Ziel gesetzt, homosexuelle Migranten in die schwule Community stärker zu integrieren. Dazu haben die Grünen Broschüren herausgegeben, die in mehreren Sprachen (Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch, Serbokroatisch, Polnisch und Türkisch) abgedruckt sind und wichtige Aufklärungsarbeit leisten. Laut Gemeinderat Marco Schreuder stößt diese multikulturelle Kampagne auf große Resonanz. „Die Hefteln gehen weg wie warme Semmeln“, so die Worte von Schreuder, wobei das deutsch-türkische Exemplar sich der größten Beliebtheit erfreue.

Das Projekt der Wiener Grünen ging zudem mit der Internetseite "Homo:Hetero" online (http://homohetero.at/). Auf der Homepage werden zahlreiche Fragen beantwortet, wie z.B. "Wann ist ein Mann ein Mann“, "Wie wird man heterosexuell, schwul, lesbisch, bisexuell?" oder "Was sagt Gott dazu?". Diese Fragen mögen alteingesessenen Staatsbürgern als naiv erscheinen, doch ist zu bedenken, dass viele Migranten aus Kulturen stammen, in denen Homosexualität und Transsexualität weitaus stärker stigmatisiert werden, als das bei uns der Fall ist (so steht in einigen arabischen Staaten, wie z.B. im Iran, auf Homosexualität die Todesstrafe). Zudem leistet die Kampagne einen wichtigen Beitrag zur HIV-Prävention. Gerade in Zeiten von zunehmendem Rechtsextremismus, immer größer werdender Ausländerfeindlichkeit, verschärften Asylrechtsregelungen und marktschreierischem Rechtspopulismus ist dieses Projekt ein Schritt in die richtige Richtung und ein positives Signal. Aufgrund unserer Erfahrungen mit HIV-positiven Migranten wissen wir, welch schweres Los diese Menschen haben und kennen ihren täglichen Kampf gegen inhumane Bürokratie und den leidlichen Amtsschimmel. Wenn dann auch noch Homosexualität oder eine andere geschlechtliche Identität im Spiel ist, kann es zu den Schwierigkeiten im täglichen Leben auch noch innerhalb der eigenen Familie bzw. im Privatleben zu großen Problemen und persönlichen Krisen kommen. An dieser Stelle möchten wir auf die Zeitschrift für lesbische, schwule und transidente Migranten „MiGay“ hinweisen, die heuer zum ersten Mal erschienen ist, wichtige Aufklärungsarbeit leistet und Lobbyismus für eine Minderheit betreibt, die nur allzu gerne vergessen wird. Die Mitarbeiter sind zum Großteil selbst homosexuelle und transidente Migranten, kennen die Schwierigkeiten und Lebenssituationen von Homo- und Transsexuellen mit Migrationshintergrund aus eigener Hand und wissen somit, wovon sie schreiben. Emailadresse und Kontaktdaten finden sich unter http://www.migay.at/