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Weltweiter Anti-Homophobie-Tag

Photo: twobot / photocase.de

Seit 2004 gilt der 17. Mai als internationaler Tag gegen Homophobie. An diesem Tag setzen Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transsexuelle ein Zeichen für Toleranz. Der 17. Mai wurde als Termin gewählt, weil genau an diesem Tag im Jahr 1990 die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Homosexualität von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen hat.
Der Begriff Homophobie leitet sich vom griech. ὁμός homós: gleich und φόβος phóbos: Angst ab und kam erst in den späten 1960er Jahren in den allgemeinen Sprachgebrauch. In diesem Sinne meint Homophobie die irrationale Angst vor gleichgeschlechtlichen Lebensweisen, die sich in der Regel in Ekel und Aversion vor homo- und bisexuellen Menschen äußert.

Bei uns in Westeuropa sowie in jüdischen und christlichen Kulturen ist diese Angst, welche mit Patriarchat, Heteronormativität und Heterosexismus einhergeht, seit tausenden Jahren tief in der Gesellschaft verwurzelt. Im Christen- und Judentum berufen sich homophobe Traditionen in der Regel auf die mosaischen Gesetze. Vor diesem Hintergrund wurden homosexuelle Menschen im Mittelalter verfolgt, gefoltert und auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Österreichs homophobe Tradition reicht bis weit in das 20. Jahrhundert hinein. Erst 1971 wurde Homosexualität unter erwachsenen Menschen legalisiert, während das Schutzalter für männliche Homosexuelle erst 2003 von 18 auf 14 Jahre gesenkt wurde.

Aus Sicht des Europarats zählen Hassverbrechen und Gewalt auch in Europa nach wie vor zu den hartnäckigsten Verstößen gegen die Menschenrechte. Dazu gehörten nicht nur körperliche und seelische Gewalt, sondern auch Zwangsheiraten, Mobbing und Zurückweisung durch die Familie. "Zur Bekämpfung dieser Verbrechen ist ein solider rechtlicher und politischer Rahmen erforderlich", forderte der Europarat anlässlich des Gedenktags 2015.

Nachdem in Indien im Jahr 2013 ein Gesetz verabschiedet wurde, das homosexuelle Handlungen als kriminell einstuft, gibt es nun weltweit 77 Länder, in denen Gesetze die sexuelle Freiheit massiv einschränken. Die meisten von ihnen befinden sich in Afrika und im Nahen Osten. In fünf Ländern (Saudi-Arabien, Iran, Jemen, Mauretanien, Sudan) und in Teilen von Nigeria und Somalia steht auf Homosexualität die Todesstrafe.

Workshops der Aidshilfe Salzburg

Darum erachtet die Aidshilfe Salzburg es als eine ihrer zentralen Aufgaben, in ihrer sexualpädagogischen Tätigkeit in Schulen, Jugendgruppen, dem Sozialbereich und der LehrerInnenfortbildung über sexuelle Orientierungen aufzuklären und Workshops und Vorträge zu sexueller Identität, homo- und bisexuellen Lebensweisen und Homophobie anzubieten, um auf diese Weise Ängste, Vorurteile und Diskriminierungen abzubauen. Allerdings wird dieses Angebot, das seit 2009 in Zusammenarbeit mit der Homosexuellen Initiative (HOSI) Salzburg entwickelt wurde, nur selten genutzt. Wir ziehen daraus den Schluss, dass nicht nur SchülerInnen, sondern auch LehrerInnen sowie Eltern Berührungsängste mit Homo- und Bisexualität haben. Umso wichtiger halten wir es, diese Vorträge, Schulungen und Workshops weiterhin anzubieten.