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Welt-Aids-Konferenz - Zahl der HIV-Neuinfektionen stagniert

Weltweit stecken sich laut einer Studie jährlich immer noch 2,5 Millionen Menschen mit dem HI-Virus an. Die seit zehn Jahren in etwa gleich hoch bleibende Infektionsrate sei Anlass zur Sorge, schrieben die Forscher in der Fachzeitschrift "The Lancet" aus Anlass der Welt-Aids-Konferenz in Durban in Südafrika.

Die Experten beklagten die "langsamen Fortschritte bei der Reduzierung der HIV-Infektionen". Die Entwicklung könne sich durch "stagnierende" Bereitstellung von Finanzmitteln im Kampf gegen HIV und AIDS noch verschärfen, warnten die Wissenschafter. Drei Viertel der neu registrierten Infektionen im Jahr 2015 traten demnach in afrikanischen Ländern südlich der Sahara auf. In Europa wurden in Russland (57.340 Fälle) und der Ukraine (13.490) die meisten Neuinfektionen verzeichnet. In 74 Ländern stieg nach Angaben der Studie in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Neuinfektionen, unter anderem in Indonesien, den Philippinen, in Nordafrika und dem Nahen Osten.
Insgesamt tragen nach Angaben der Wissenschafter derzeit 38,8 Millionen Menschen weltweit das Virus in sich. Dank der Behandlung mit antiretroviralen Medikamenten habe sich die Zahl der Toten seit 2005 von 1,8 Millionen jährlich auf 1,2 Millionen verringert. Inzwischen erhalten 41 Prozent der Patienten die lebensverlängernde Therapie. Im Nahen Osten, in Nordafrika und Osteuropa müsse die Behandlung aber intensiviert werden, forderten die Forscher.
Die Welt-Aids-Konferenz bringt etwa 18.000 Forscher, Aktivisten und Regierungsvertreter aus rund 180 Ländern zusammen. Weltweit sterben jährlich 1,1 Millionen Menschen an der vom HI-Virus ausgelösten Immunschwächekrankheit Aids, vor allem in Afrika. Pro Jahr gibt es weltweit rund 2,1 Millionen HIV-Neuinfektionen. Die Weltgemeinschaft hat sich im Juni in New York auf das Ziel verständigt, die AIDS-Epidemie bis 2030 zu beenden. Es wird aber stark daran gezweifelt, ob dieses Ziel noch erreicht werden kann.

Zahl der Neuinfektionen in 74 Ländern gestiegen

Trotz aller Präventionsbemühungen ist im vergangenen Jahrzehnt die Zahl der HIV-Neuinfektionen in 74 Ländern gestiegen; darunter sind Ägypten, Kenia und Russland. Weltweit gesehen ist die Zahl der Neuinfektionen von 2005 bis 2015 um 0,7 Prozent zurückgegangen. Von 1997 bis 2005 betrug der Rückgang noch 2,7 Prozent.

"Diese Studie zeigt, dass die AIDS-Epidemie keineswegs überstanden ist", sagte der Leiter der renommierten London School of Hygiene and Tropical Medicine, Peter Piot. "HIV/AIDS bleibt eine der größten Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit unserer Zeit." Weltweit gab es der Studie des Netzwerkes "Global Burden of Disease" zufolge im vergangenen Jahr 2,5 Millionen neue Infektionen. Die Vereinten Nationen (UN) gehen von 2,1 Millionen Neuinfektionen aus. Den UN-Zahlen zufolge hat es in den letzten drei Jahren keine Abnahme gegeben.