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Ukraine: Irrige Fehlschlüsse in der HIV-Prävention diskriminieren Homo- und Bisexuelle

leicagirl / photocase.com Photo: twobot/photocase.com

In Kiew wurde diese Woche trotz massiven Protests durch Bürgerrechtsbewegungen ein Gesetz zum Verbot von homosexueller Öffentlichkeitsarbeit beschlossen. Die homophobe Diskriminierung wird durch die Autoren des Gesetzes mit dem Argument der HIV-Prävention rationalisiert. Es gehe um den Schutz vor HIV/AIDS, weshalb „Werbung für gleichgeschlechtliche sexuelle Beziehungen verboten werden“ muss. Wer gegen das Gesetz verstoßt, muss mit Haftstrafen bis zu fünf Jahren rechnen.
Abgesehen davon, dass die Gesetzgeber homophob handeln und daher gegen Menschenrechte verstoßen, machen derartige Gesetze in Bezug auf die HIV-Prävention nicht nur keinen Sinn, sondern fördern durch die damit einhergehende Doppelmoral sogar Neuinfektionen. Zudem suggerieren sie, dass sich lediglich homo- und bisexuelle Männer mit HIV infizieren können, was gerade in der Ukraine, wo sich so viele Menschen durch Nadeltausch infizieren, ein gefährlicher Trugschluss ist. Des Weiteren ist kein Mensch, egal ob Mann oder Frau, homo-, bi- oder heterosexuell beim Sex vor HIV gefeit, wenn er/sie sich nicht durch das Verwenden von Kondomen schützt.