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Pressekonferenz anlässslich des Welt-AIDS-Tages 2012

Die Aidshilfe Salzburg hat in diesem Jahr bereits 1.650 Testberatungen und 1.273 Blutabnahmen vorgenommen. Die Präventionsmitarbeiter/innen halten jährlich circa 250 Workshops und Vorträge zum Thema HIV/AIDS und andere sexuell übertragbare Krankheiten. In der Betreuung von Menschen mit HIV/AIDS sind heuer 1.139 Arbeitsstunden angefallen. „Keinesfalls verfolgt die Aidshilfe Salzburg den Plan, mit erhobenem Zeigefinger der Moral den Menschen ihre sexuelle Lust zu vermiesen oder verbieten zu wollen“, so DSA Maritta Teufl-Bruckbauer, MAS, Leiterin der Aidshilfe Salzburg. „Der Mensch als sexuelles Wesen hat ein unumstößliches Recht auf Erotik und Liebe. Das wichtigste Ziel ist, die Hemmschwelle, sich selbst testen zu lassen, zu senken, und unermüdlich darauf hinzuweisen, wie einfach und wie wichtig dieser Schritt in Bezug auf die Eigenverantwortung, aber auch in Bezug auf die gesamtgesellschaftliche Verantwortung eines jeden Einzelnen gegenüber anderen ist. Es ist keine Sünde, keine Schande, kein Armutszeugnis, auf Nummer sicher zu gehen“, erklärte Teufl-Bruckbauer.

Aidshilfe Salzburg testet und hilft
„Ich bin davon überzeugt, dass Aufklärung und Information den ersten Schritt zu einem effektiven Schutz vor einer HIV-Infektion darstellen. Um junge Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, halte ich es für besonders wichtig, dass auch Eltern sowie Lehrerinnen und Lehrer ihre Verantwortung wahrnehmen und Aufklärungsarbeit leisten“, betonte Gesundheitsreferent Landesrat Walter Steidl, anlässlich des 25. Internationalen Welt-Aids-Tages, der morgen, Samstag, 1. Dezember, stattfindet. Das Risikobewusstsein gegenüber HIV bzw. AIDS in der Öffentlichkeit nehme ab und AIDS werde seltener als gesellschaftliches Problem wahrgenommen.

Fortschritte bei der Behandlung von HIV beziehungsweise AIDS und eine neue Generation von Jugendlichen, die mit der Thematik weniger häufig konfrontiert sind, führen dazu, dass HIV/AIDS an Aufmerksamkeit verliert, obwohl die Bedrohung unverändert hoch ist. Kaum jemand ist sich dessen bewusst. „Besonders jüngere Menschen halten HIV/AIDS für heilbar. Dies wirkt sich auf das Denken und Handeln aus: Die Menschen schützen sich nicht, weil sie die Gefahr einer Infektion unterschätzen – und HIV einfach vergessen haben. Daher muss das Ziel von Präventionsarbeit sein, der weiteren Verbreitung des HI-Virus vorzubeugen“, ist der für Gesundheit zuständige Landesrat überzeugt.

In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden insgesamt 407 neue Diagnosen (Quelle: Virologisches Institut Wien) registriert. Hochgerechnet bis Jahresende könnte die Zahl auf 543 steigen, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 18 Diagnosen bzw. 3,5 Prozent bedeuten würde. Ein großes Problem ist nach wie vor, dass 20 bis 25 Prozent der Betroffenen die Diagnose sehr spät – also wenn bereits Symptome vorliegen – erhalten.

Nach Wien sind die prognostizierten Zahlen für 2012 in der Steiermark (61 Neudiagnosen) und Oberösterreich (40) am höchsten. Salzburg liegt mit 30 Neuinfektionen im Mittelfeld. Die niedrigsten Werte werden für Vorarlberg (8) und das Burgenland (7) erwartet.

HIV-Schnelltest
Für alle, die es ganz eilig haben, bietet die Aidshilfe Salzburg seit kurzem HIV-Schnelltests an. Das sind Antikörpertests, auf deren Testergebnis man nur noch 20 Minuten warten muss. Ein Schnelltest bedeutet aber nicht, dass sich eine mögliche Infektion früher nachweisen lässt. Wie bei allen anderen Antikörpertests auch kann erst zwölf Wochen nach einem Risikokontakt die Infektion sicher erkannt bzw. ausgeschlossen werden. Die Aidshilfe Salzburg bietet den HIV-Schnelltest zum Selbstkostenpreis von 28 Euro an. Getestet wird jeden Montag und Donnerstag von 17.00 bis 19.00 Uhr.

Land unterstützt Aidshilfe
„Das Land Salzburg fördert seit vielen Jahren die Arbeit der Aidshilfe, da Aufklärung entscheidend ist im Kampf gegen die Erkrankung“, so Landesrat Steidl. Im Jahr 2012 wurde die Aidshilfe mit 57.500 Euro unterstützt. Diesen Betrag stellt das Land der Aidshilfe auch 2013 und 2014 zur Verfügung. „Jeder Euro ist gut investiert, weil das Land überzeugt ist, dass die Arbeit der Aidshilfe wertvoll und sinnvoll ist“, so Steidl.