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PrEP bietet Schutz – aber keine 100 %!

leicagirl / photocase.com Photo: öde_inge / photocase.de

Bei der in Amsterdam durchgeführten Studie zur Prä-Expositions-Prophylaxe (kurz AMPrEP) hat sich ein Teilnehmer aus bisher ungeklärten Gründen mit HIV infiziert. Obwohl keine Resistenzen festgestellt werden konnten und die PrEP zweifelslos funktioniert hat, ist es zu einer Übertragung von HIV gekommen. Der Betroffene hatte vorschriftsmäßig täglich eine Tablette eingenommen; nach eigenen Angaben hatte er bis zu 75 Sexpartner pro Monat und konsumierte beim Sex auch Drogen wie Kokain, Mephedron, Ketamin und Amphetamine. Dieser Fall zeigt einmal mehr wie wichtig regelmäßige HIV-Tests sind und welch hohe Bedeutung dem Test in der gesamten Präventionsstrategie zugerechnet werden kann.


Was ist PrEP
PrEP ist eigentlich das gleiche wie ART (Anti Retrovirale Therapie) bzw. HAART (Hoch Aktive Anti Retrovirale Therapie). Es sind die gleichen Tabletten, die HIV-positive Menschen zur Behandlung ihrer HIV-Infektion schlucken.

Die gesamte Idee zu PrEP kommt aus den Erfahrungen mit der Behandlung von HIV-Positiven. Man weiß bereits seit mehr als 20 Jahren, dass durch die regelmäßige Einnahme dieser Medikamente die Anzahl der Viren im Körper der infizierten Person gesenkt und so die Zerstörung des Immunsystems verlangsamt bzw. gestoppt wird. Nun zeigten Studien in den letzten Jahren, dass HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie auch kaum infektiös sind. Sofern ihre Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, gilt mittlerweile als unumstritten, dass die Übertragung von HIV auf sexuellem Wege nicht bzw. nur mit minimaler Wahrscheinlichkeit erfolgt.
Die Zielgruppe der PrEP sind HIV-negative Menschen, die ein hohes sexuelles Risikoverhalten aufweisen – hier vor allem Männer, die Sex mit Männern haben (MSM) und Transmenschen, die in den vergangenen sechs Monaten mit mehr als zwei Sexualpartnern ungeschützten Analverkehr praktiziert haben und dieses Risikoverhalten voraussichtlich beibehalten.