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PlusMinus 03/15

Themen:
- Romeo, Romeo, wherefore art thou Romeo?
- HIV-Positive in der Arbeitswelt
- HIV und Heilung - ja/nein/vielleicht?
- HIV-Therapie und Wechselwirkungen
- Neue Ansätze in der MSM-Prävention
- HIV und Recht - Sozialversicherung
- Rezensionen

Leseprobe: HIV und Heilung - ja/nein/vielleicht?

Seit Jahren wird das Thema HIV und Heilung auf unterschiedlichste Weisen diskutiert und nach Lösungsansätzen gesucht. Auch der Deutsch-Österreichische AIDS Kongress 2015 gab dem Thema viel Raum. Es wurden in mehreren Vorträgen und Diskussionsrunden die Grundlagen und Problemstellungen beleuchtet und auch an Hand einiger Einzelfälle aus der Praxis diskutiert.
Spätestens seit der Fall des sogenannten „Berliner Patienten“ bekannt wurde, gibt es Anlass zu hoffen, dass eine Heilung prinzipiell erzielt werden könnte. Timothy Brown ging vor mehreren Jahren als besagter Patient in die Geschichte der HIV-Forschung ein. Und nach wie vor gilt er als der einzige von HIV geheilte Mensch.
Der HIV-positive Mann erkrankte an Leukämie (Blutkrebs), welche eine Knochenmarkstransplantation notwendig machte. Bei Leukämie kommt es zu einer unkontrollierten Vermehrung von unausgereiften weißen Blutkörperchen im Knochenmark. Diese Zellen verdrängen die gesunden Blutzellen und können sich in Organen ansammeln und deren Funktion stören. Als Therapie besteht eben die Option einer Knochenmarkstransplantation. Durch eine extrem hochdosierte Chemo- und/oder Strahlentherapie, werden zunächst sämtliche Blutzellen des Körpers zerstört, um sicher zu stellen, dass alle krankhaft veränderten Zellen entfernt wurden. Im Anschluss wird neues und gesundes Knochenmark von SpenderInnen transplantiert. Dieses Knochenmark produziert in Folge neue Blutzellen und baut damit auch das Immunsystem wieder auf. Als SpenderInnen kommen jeweils nur Personen in Frage, die ganz bestimmte genetische Eigenschaften besitzen, die mit denen der EmpfängerInnen übereinstimmen. Die Suche nach passenden SpenderInnen ist daher nicht einfach.

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