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PlusMinus 02/15

Themen:
- Die START-Studie
- Fallstricke des österreichischen Strafrechts
- HIV And Your Body - Adhärenz
- Die Resistenzbarriere
- Die Chancen der Vor-Ort-Testung
- HIV und Recht
- DÖAK 2015 und die Heilung der Gesellschaft
- Rezensionen

Leseprobe: Die START-Studie

Die Frage nach dem Zeitpunkt, wann mit einer HIV-Therapie begonnen werden sollte, hat sich seit Beginn der Therapieentwicklung deutlich verändert. Früher wurde (vor allem auf Grund der Nebenwirkungen) eher zugewartet, also später mit der Therapie begonnen. Mit der stetigen Optimierung der Medikamente und dementsprechend mittlerweile gut verträglichen und nebenwirkungsärmeren Therapiemöglichkeiten, hat sich die Situation gewandelt. Der Trend der letzten Jahre war deutlich: früher mit der Therapie beginnen hat Vorteile. Aber was bedeutet denn „früher“?
CD4-Zellen als Marker
Allgemein wird als biomedizinischer Indikator für den Therapiestart die Anzahl der CD4-Zellen verwendet. CD4-Zellen spielen eine essentielle Rolle im Immunsystem, können gut mit einem Bluttest gemessen werden und werden in Anzahl der Zellen pro µl angegeben. Bei einem gesunden Immunsystem hat der Mensch meist zwischen 800-1500 CD4-Zellen/µl. In Folge einer untherapierten HIV-Infektion sinkt die Anzahl dieser Zellen ab, wodurch eine Immundefizienz entsteht. Behandlungsleitlinien geben nun Empfehlungen, bei welcher CD4-Zellzahl eine HIV-Therapie begonnen werden sollte. Mehrfache Anpassungen dieser Richtlinien zeigen anschaulich, wie der Standpunkt zum Therapiestart der medizinischen Entwicklung Folge leistet. Der CD4-Zell-Wert als Startpunkt (früher 200 CD4-Zellen/µl), stieg mit den Jahren an. Eine umfassende fundierte Datenlage dazu gab es jedoch bislang nicht.
Jetzt wurde mit der sogenannten START-Studie der klare Nachweis erbracht, dass der Beginn einer HIV-Therapie bereits bei 500 CD4-Zellen/µl (und mehr) signifikant von Vorteil ist!

 

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