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Massive Häufung von Hepatitis A

Photo: Cattari Pons / photocase.com

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat seit Jahresbeginn zweieinhalb Mal mehr Hepatitis-A-Fälle als im Vorjahr registriert. Die Zunahme steht vermutlich im Zusammenhang mit einem europaweiten Ausbruch von Hepatitis A unter Männern, die Sex mit Männern haben.
Seit Jahresbeginn wurden dem BAG 41 Hepatitis-A-Fälle gemeldet, mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 2016 waren es 17 Fälle gewesen, 2015 13 Fälle. Ähnlich hohe Zahlen wurden zuletzt 2011 mit 44 Fällen verzeichnet.

In Österreich sind seit Jahresanfang bis zur 20. Kalenderwoche 103 Fälle von Hepatitis A im österreichischen elektronischen Meldesystem registriert worden.

Im Vergleich dazu wurden in der gleichen Zeitperiode 2016 nur 32, im Jahr zuvor 14 und im Jahr 2013 zum Beispiel 34 Erkrankungen registriert. Die Gesamtzahl für das ganze Jahr lag seit 2009 in Österreich bei höchstens etwas mehr als 90 Fällen. Während die Häufigkeit pro 100.000 Einwohnern zwischen 2009 und 2016 in Österreich zwischen 0,02 und 0,15 Erkrankungen schwankte, erreichte sie in der Statistik zuletzt eine Quote von 0,35 pro 100.000 Einwohner. Die genetischen Analysen der verursachenden Viren zeigten drei verschiedene "Cluster" an HAV-Untertypen." Die meisten Krankheitsfälle betreffen erwachsene Männer, die Sex mit Männern haben (MSM); 80 Fälle traten bei Frauen auf", meldete die AGES mit Bezug auf die ECDC-Zahlen. Seit Beginn dieses Ausbruchs sind europaweit 1173 Fälle verzeichnet worden. Bei den Fällen mit Angaben zur sexuellen Orientierung waren 85 Prozent MSM.  Gegen die Erkrankung gibt es eine hochwirksame, prophylaktische Impfung.