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Homophobe Übergriffe in Cruisingareas

leicagirl / photocase.com Photo: leicagirl / photocase.com

Anlässlich eines brutalen Übergriffs auf einen Mann im Mirabellgarten, der Cruising Area für schwule Männer in der Stadt Salzburg, möchten wir an dieser Stelle einige Tipps geben, mit denen man einen brutalen Raubüberfall oder gar Körperverletzung vorbeugen kann:
• Als MSM-Vorortarbeiter und Streetworker beobachte ich immer wieder, wie sich manche Männer völlig unbedacht mit mehreren Strichern zugleich in einen dunkleren Teil der Cruising-Area bzw. hinter Büsche oder Bäume zurückziehen. Das ist sehr unklug, da es immer wieder Stricher gibt, welche ihre Freier ausrauben oder sogar schwer verprügeln. Wer sich also mit einem Stricher vergnügen möchte, sollte dies lediglich mit einem einzigen Sexualpartner tun. Hier stehen die Chancen weitaus besser, sich gegen Übergriffe zur Wehr zu setzen bzw. sind auch die Hemmungen eines Strichers größer, wenn er alleine ist.
•Auch betrunkene Teenager oder sekkante Kids können gefährlich werden. Es empfiehlt sich daher nicht, sich Jugendgruppen zu nähern oder sie gar zu provozieren, weil betrunkene Menschen häufig unberechenbar und aggressiv reagieren, vor allem dann, wenn sie vor Homosexuellen Angst haben bzw. unter internalisierter Homophobie 'leiden'.

 

•Ab und zu begeben sich auch homophobe Schlägertrupps, wie z. B. Skinheads und Neonazis, in Cruising Areas, um gezielt Schwule krankenhausreif zu prügeln. Diese Schläger stellen oft gezielt Fangfragen, die eigentlich leicht zu durchschauen sind. So schickt die Gruppe manchmal einen jüngeren Typen voraus, der dem Cruiser ein sexuelles Angebot macht (z.B. „Soll ich Dir einen blasen?“). Wer hier gleich verneint, ist meist nicht mehr interessant und wird in Ruhe gelassen.
Mit etwas Hausverstand und Menschenkenntnis ließen sich sehr viele körperliche Übergriffe vermeiden. Wer des Öfteren cruist, entwickelt zudem rasch ein Gespür, ob eine andere Person Cruiser ist oder unter Umständen andere Ziele verfolgt. Die Alarmglocken sollten immer dann läuten, wenn sich mehrere Personen auffällig (z. B. grölend oder nachpfeifend) verhalten.