Sie sind hier

Die Gefahren des Sparzwangs

Im Rahmen der 65. Jahrestagung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) forderte die Generaldirektorin Margret Chan alle Mitgliedsstaaten dazu auf, die Arbeit der WHO und somit die öffentliche Gesundheit nicht unter den derzeit nötigen Sparmaßnahmen leiden zu lassen. Welche Folgen finanzielle Krisen für das Gesundheitssystem eines Landes haben können, zeige sich zurzeit deutlich in Griechenland.
Chan betonte in ihrer Eröffnungsrede die Rolle der WHO und das Recht auf Gesundheit. Frühere großzügige GeldgeberInnen stünden aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise unter enormen Druck, da sie immer schneller messbare Ergebnisse fordern, um ihre Ausgaben zu rechtfertigen. Das sei, so Chan, besonders bei HIV/AIDS gefährlich. Deshalb erinnerte sie die Staaten daran, ihre Verantwortung gegenüber den BürgerInnen ernst zu nehmen und nicht in die Versuchung zu kommen, Gesundheit in Geld zu messen. Chan betonte die wichtige Rolle eines jeden Staates, die öffentliche Gesundheit voranzutreiben und empfahl die Konzentration auf das Wesentliche: Grundversorgung, Zugang zu notwendigen Medikamenten und Absicherung für alle. Gleichzeitig musste sie aber eingestehen, dass das UN-Ziel, bis zum Jahr 2015 fünfzehn Millionen Menschen Zugang zur antiretroviralen Therapie zu verschaffen, nicht erreicht werden könne.