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Frauen erringen Sieg vor Gericht

leicagirl / photocase.com Photo: SickRick / photocase.de

Drei HIV-positive Frauen haben in Namibia einen wichtigen Sieg vor Gericht errungen. Der Oberste Gerichtshof bestätigte jetzt ein Urteil, dass die Persönlichkeits- und Menschenrechte der hochschwangeren Frauen verletzt wurden, als bei ihnen eine Zwangssterilisation aufgrund ihrer HIV-Erkrankung durchgeführt worden ist.

Sie waren gezwungen worden, eine Einverständniserklärung zur Zwangssterilisation zu unterschreiben, falls sie per Kaiserschnitt entbinden wollten. Ein Kaiserschnitt reduziert das Risiko einer Übertragung des HI-Virus auf das Neugeborene enorm.

Das Gericht bestätigte damit das Urteil einer vorigen Instanz aus dem Jahr 2012, dass das Krankenhaus grob fahrlässig gehandelt habe. Es sprach den Frauen Schadenersatz in noch unbekannter Höhe zu.

„Diese Entscheidung durch das höchste Gericht des Landes ist ein Sieg für alle HIV-positiven Frauen“, erklärte die Direktorin der Frauenorganisation Namibian Women’s Health Network., Jennifer Gatsi Mallet. „Wir haben Dutzende von Fällen dokumentiert, in denen Frauen zur Sterilisation gezwungen wurden", fügt sie hinzu. Seit 2007 klagt die Organisation nach eigenen Angaben immer wieder Zwangssterilisationen an, fand aber bei den staatlichen Gesundheitsbehörden wenig Gehör.  

Rund 250.000 Namibier und damit mehr als zehn Prozent der Bevölkerung leben laut UNAIDS mit dem HI-Virus. Die Dunkelziffer dürfte aber um einiges höher liegen, da viele Menschen keine Möglichkeit haben, sich auf HIV testen zu lassen. Armut und mangelnde Bildung fördern die Ausbreitung des Virus und immer mehr Frauen sind betroffen, die allerdings häufig erst bei den Schwangerschaftsuntersuchungen von ihrer HIV-Infektion erfahren.