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Falsche Drogenpolitik führt zu rasanter HIV-Ausbreitung


Die Vereinten Nationen befürchten eine rasante Ausbreitung von HIV-Infektionen in der umkämpften Ostukraine und auf der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim. „In den Regionen hänge dies vor allem mit Heroinkonsum und dem Ende von Hilfsprogrammen zusammen“, sagte Michel Kazatchkine, UNAIDS-Beauftragter für Osteuropa und Zentralasien.

In beiden Gegenden gab es den Angaben zufolge bis zum vergangenen Jahr Entzugsprogramme, in denen Heroinabhängige die Ersatzdroge Methadon und weitere Medikamente erhielten. Auf der Krim habe Russland diese nicht fortgeführt, in den Osten der Ukraine würden die Stoffe derzeit nicht mehr geliefert. Auf der Krim hätten 805 Abhängige an dem Programm teilgenommen, darunter etwa 200 HIV-PatientInnen. Bis zu hundert Abhängige seien bereits gestorben – durch Suizide oder an Überdosen.

Kazatchkine sprach von einer "untragbaren Entwicklung", auch in der Ostukraine. Dort werde in Kürze ein "erheblicher Mangel" an Methadon und auch HIV-Medikamenten befürchtet. Nach Angaben einer britischen Hilfsorganisation haben bereits mehr als 300 Heroinabhängige in den Separatistenhochburgen Donezk und Lugansk keinen Zugang mehr zu ihrer Entwöhnungstherapie. Für rund 550 weitere Abhängige werde es in der Region in absehbarer Zeit die nötigen Mittel nicht mehr geben.