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EU-Kommission mit neuem HIV/AIDS-Aktionsplan

Die Europäische Kommission hat einen neuen Aktionsplan zur Bekämpfung von HIV/AIDS vorgelegt, mit dem bereits bestehende Maßnahmen der EU ausgebaut werden. In den nächsten drei Jahren soll verstärkt darauf abgezielt werden, dass das Thema HIV/AIDS ganz oben auf der politischen Agenda bleibt, gegen HIV-bedingte Stigmatisierung und Diskriminierung vorgegangen und ein besserer Zugang zu freiwilligen Tests erreicht wird. Vorrang haben nach wie vor Maßnahmen zur Prävention und Aufklärung über HIV, um Risikoverhalten einzudämmen, sowie frühzeitige Behandlung und Versorgung. Priorität genießen auch Präventionsstrategien und Maßnahmen, die Risikogruppen betreffen, wie Männer mit homosexuellen Kontakten, MigrantInnen und intravenöse DrogengebraucherInnen.

Andere Herausforderungen, die im Aktionsplan festgestellt wurden, sind die gezielte Unterstützung weiterer Risikogruppen (z. B. Häftlinge und Prostituierte), eine verbesserte Zusammenarbeit mit den osteuropäischen Mitgliedstaaten und Nachbarländern sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Tuberkulose und Hepatitis.
Tonio Borg, der für Gesundheit zuständige EU-Kommissar, betonte: „Der heute vorgestellte Aktionsplan zeigt, dass der Kampf gegen HIV/AIDS weiterhin eine Priorität der EU-Gesundheitspolitik ist. Wir müssen gegen den besorgniserregenden Anstieg von HIV/AIDS in einigen Teilen der EU vorgehen. Dazu ist es wichtig, dass wir die Menschen erreichen, die am stärksten gefährdet sind, gegen sämtliche Formen der Diskriminierung vorgehen und den Zugang zu Diagnose und Behandlung fördern. Ich setze mich uneingeschränkt für diese Sache ein und rufe alle Akteure – Gesundheitsbehörden, NRO, internationale Organisationen – auf, uns bei der Umsetzung dieses Aktionsplans zu helfen.“ Der komplette Aktionsplan 2014 in Englischer Sprache kann im Anhang als pdf-Datei heruntergeladen werden.
 

Deutlich spürbare Trendwende
Entgegen der weltweiten Entwicklung, die insgesamt einen Rückgang bei den HIV-Neuinfektionen zeigt, nimmt die Zahl neu gemeldeter Fälle in Europa zu. Im Jahr 2012 wurden in Europa und Zentralasien mehr als 131.000 neue HIV-Infektionen gemeldet, was einer Steigerung von 8 % gegenüber 2011 entspricht. Davon entfielen 29.000 Fälle auf die EU und den Europäischen Wirtschaftsraum (EU/EWR), also 1 % mehr als im Vorjahr.

AnhangGröße
PDF Icon ec_hiv_actionplan_2014_en.pdf128.34 KB