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Österreicher wissen über HIV/AIDS zu wenig Bescheid

leicagirl / photocase.com Photo: mys / photocase.de

Erstmals wurde in Österreich eine Studie sämtlicher Altersgruppen zur Wahrnehmung von HIV/AIDS durchgeführt, die sehr ernüchternd ausfiel. Von den 1.000 Befragten schützen sich nur 50 Prozent vor sexuell übertragbaren Krankheiten, d.h. Safer Sex wird hierzulande nicht gerade groß geschrieben. Noch immer werden beim Sex viel zu selten Kondome verwendet, und es gilt der irrtümliche Glaube, dass die Ehe bzw. die sexuelle Treue in einer festen Beziehung einen sicheren Schutz vor HIV liefere. Dabei lässt sich die Tendenz beobachten, dass mit abnehmendem Bildungsniveau auch das Wissen über die Thematik sinkt. Mit steigender Schulbildung hingegen nimmt das subjektive Gefühl zu, gut informiert zu sein, ein Hinweis, dass Aufklärungskampagnen und Prävention in Schulen sehr sinnvoll sind und Erfolg zeigen.
Deutlich tritt die Unwissenheit um die Übertragungswege von HIV auch bei folgenden Aussagen zu Tage: „Menschen, die normal leben, bekommen kein HIV/AIDS" oder "AIDS ist eine Krankheit, mit der sich nur Homosexuelle und Drogensüchtige anstecken". Indes möchte die Hälfte der Befragten mehr über das HI-Virus und die Krankheit erfahren, und über ein Drittel der an der Studie Teilnehmenden gibt an, dass sie das Thema HIV/AIDS sehr interessiere.
Um das Wissen um HIV/AIDS und dessen Ansteckungswege zu heben, sind die AIDS-Hilfen, Medien, Eltern sowie das Schulsystem gefragt, denn nach wie vor infizieren sich in Österreich jeden Tag ein bis zwei Menschen mit dem Immunschwächevirus, wobei die Ansteckungsraten in den letzten Jahren wieder deutlich zugenommen haben.