Sie sind hier

Ältere Menschen sind in der HIV-Prävention nachlässiger als junge

leicagirl / photocase.com Photo: freeday / photocase.de

Eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) in Bern ergab, dass über 45-jährige Männer und Frauen beim Eingehen von neuen Partnerschaften häufig kein Präservativ verwenden.
Am konsequentesten schützen sich Frauen und Männer zwischen 17 und 30 Jahren: Vier von fünf Menschen benutzen zumindest in der ersten Phase einer neuen Beziehung beim Ausleben ihrer Sexualität ein Kondom. Mit zunehmendem Alter geht dieser Anteil jedoch zurück.
Vor allem Frauen praktizieren seltener geschützten Geschlechtsverkehr: Bei den 46- bis 60-Jährigen schützen sich noch 60 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen zu Beginn einer Beziehung, bei den über 60- Jährigen nur mehr 46 Prozent der Männer und 21 Prozent der Frauen.
Darüber hinaus ergab die Studie, dass Jugendliche immer früher Sex haben: Im Alter von 17 Jahren sind schon 66 Prozent der jungen Männer und 55 Prozent der jungen Frauen sexuell aktiv, während in den 1970er Jahren diese Anteile bei beiden Geschlechtern noch bei etwa 30 Prozent lagen.
86 Prozent der sexuell aktiven 17- bis 20-Jährigen geben an, Kondome zu verwenden. Zwölf Prozent verhüten überhaupt nicht, zwei Prozent machten in der Umfrage keine Angabe. Frauen indes sind mehr auf Verhütung bedacht (91 Prozent) als Männer (80 Prozent), wobei Frauen mehrheitlich die Pille nehmen, während Männer am häufigsten mit dem Präservativ verhüten.
Erfreulich ist, dass der Gebrauch des Präservativs zur Selbstverständlichkeit geworden ist. Die Zahl der verkauften Präservative ist demnach seit Mitte der 1980er Jahre stetig gestiegen. Seit Ende der 1990er Jahre stagniert sie allerdings im Verhältnis zur Bevölkerungszahl.
Bevölkerungsumfragen deuten darauf hin, dass homosexuelle Männer in den vergangenen Jahren seltener Kondome verwenden. Umfragen und Verkaufszahlen hingegen weisen auf ein stabiles Schutzverhalten der Allgemeinbevölkerung hin.