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Tripper und die Angst

Hallo liebes Aidshilfe-Team Salzburg, ich habe 2 Probleme, die ich mit euch gerne besprechen würde. Zum einen habe ich heute nach einem Gesundheitscheck das Testergebnis erhalten, dass ich Tripper habe. Meine Ärztin meinte zwar, dass es behandelbar ist und hat mir Cefixim AL 400 mg Tabletten, von denen ich eine einnehmen muss, sowie Azithromycin 500, von denen ich 3 einnehmen muss, verschrieben. Nach einmaliger Anwendung sollte der Tripper in 2 Wochen weg sein, meinte sie. Ich habe aber lange Zeit in Norwegen gelebt und mir den Tripper dort vielleicht auch geholt. Natürlich lese ich jetzt viel über das Thema. In Norwegen und einigen anderen Ländern gibt es wohl "alarmierende Berichte", wonach sich Resistenzen gegen die Behandlung des Trippers entwickelt haben. Ich habe so unglaubliche Angst, dass das bei mir auch der Fall ist. Was mache ich dann, wenn der Tripper bei mir unheilbar ist? Ich bin sonst immer auf sexuelle Krankheiten und Verhütung bedacht und verhüte immer. Nur beim Oralsex bisher fast nie (ich lasse halt nie im Mund kommen). Das hat mir aber jetzt wenig gebracht. Was für Methoden der Verhütung gibt es beim Tripper? Meine Ärztin meinte noch, dass Kondome beim Oralsex zwar helfen, aber aufgrund eines "Schmiereffekts" trotzdem auch mit Kondomen Tripper übertragbar ist. Das andere Problem ist, dass ich zu allem Überfluss gestern auch noch mit einem Mann geschlafen habe. Wir hatten Anal und Oralsex, beides mal geschützt (diesmal auch der Oralsex mit Kondom, weil ich Apthen im Mund hatte). Hätte ich gewusst, dass ich Tripper habe, hätte ich doch nie mit ihm geschlafen. Doch ich habe das nicht erwartet. Ich habe ihn und alle anderen, mit denen ich bisher Sex hatte schon darüber informiert. Jetzt habe ich aber Angst, dass ich mir gestern beim Sex mit ihm noch zusätzlich etwas eingefangen habe. Klar, wir haben verhütet, aber mit Tripper steigt das Risiko einer anderen Infektion ja ungemein. Zudem ist sein Kondom einmal etwas hochgerutscht beim Oralsex und wir haben es wieder runtergezogen. Ist das ein Problem? Er ist auch bei Analsex in mir gekommen. Er hatte zwar ein Kondom (ein anderes als beim Oralsex), aber ich weiß nicht, ob das vielleicht auch hochgerutscht ist. Wobei ich das vielleicht hätte merken müssen? Ich hatte auch eine kleine Fleischwunde am Finger und hatte mich am Morgen im Intimbereich rasiert. Wir haben danach auch noch geduscht und lange mit einander geknutscht und unsere Körper aneinander gerieben... Sind das alles Eintrittspforten für HIV oder eine andere Krankheit? Nach der Diagnose heute sehe ich in allem, was ich gestern gemacht habe eine mögliche Quelle für Infektionen. Wie beurteilen Sie die Risiken? Ich habe so tierische Angst, dass ich ihn oder mich mit irgend etwas angesteckt habe. Ich habe niemanden mit dem ich darüber reden kann und ich bin verzweifelt... Peter

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Hallo Fragezeichen!

Ja, mittlerweile gibt es Tripper-Stämme, die gegen sämtliche Antibiotika-Stämme resistent und daher unheilbar sind.

Die Auskunft der Ärztin ist richtig: Das Risiko lässt sich beim Tripper nie ganz ausschließen, eine Übertragung ist auch durch Schmierinfektion, bei intensivem Körperkontakt und beim Petting über die Hände möglich. Trotzdem senken natürlich Kondome das Risiko und machen auf alle Fälle Sinn.

Ich habe das Gefühl, dass Sie bei Ihrer Ärztin in guten Händen sind.

Zu Ihren anderen Fragen: Es gibt keinen SAFE-SEX, sondern immer nur SAFER-SEX. D.h. eine Infektion mit Krankheiten lässt sich nie zu 100 Prozent ausschließen.

Über Rasierwunden ist HIV übrigens nicht übertragbar: http://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/ist-aufgekratzter-pickel-rissige-ha...

Liebe Grüße!

Dr. Leo Lust