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Brandblase als Eintrittspforte?

Hallo Dr. Leo,

ist eine Brandblase eine realistische Eintrittspforte für Hepatitis-Viren (bzw. auch HIV Viren?). Ich spreche hier nicht von offenen, großflächigen Brandverletzungen, sondern von kleineren punktuellen Verbrennungen, die auch im Alltag öfter passieren können (Grillen, Bügeleisen, Herdplatte).

Wenn solche Blasen aufplatzen, dann ist ja die Haut darunter oft recht dünn und nässt.

Kann man hier davon ausgehen, dass so etwas für die Übertragung für Hepatitis bzw. HIV trotzdem keine Rolle spielt, da kein direkter Kontakt zu offenen Blutgefässen besteht und an sich nicht die Möglichkeit besteht, dass auch bei Kontakt mit virushaltiger Flüssigkeit genügend Viren in den Blutkreislauf kommen können?

Was wäre als Eintrittspforte besser geeignet, Schleimhäute oder eben eine solche (offene) Blase?

Vielen Dank für Deine Antwort!

 

 

 

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Hallo Thomas_74!

Zu Hepatitis B und C: Eine Brandblase ist dann eine Eintrittspforte, wenn sie blutet, weil dann ein Zugang zu einem Blutgefäß geöffnet ist und Viren in die Blutbahn geraten können, wobei es zu einer Infektion kommen kann. Blutet eine Wunde bzw. Brandblase nicht mehr, so ist das Blutgefäß bereits wieder verschlossen und eine Ansteckung ist nicht mehr möglich. Wenn die Blase also nur nässt, dann besteht kein Risiko. Generell ist das Risiko höher, wenn infektiöse Körperflüssigkeiten auf eine intakte Schleimhaut gelangen, als wenn sie in eine blutende Verletzung geraten, weil der Blutfluss den Viren das Eindringen erschwert.

Zu HIV: HIV ist im Vergleich zu Hepatitis B und C nur wenig infektiös, weshalb es nicht über alltägliche Wunden oder Brandblasen zu einer Infektion kommen kann. Über derartige Verletzungen kann keine für eine Ansteckung nötige Menge in den Blutkreislauf gelangen, also auch dann nicht, wenn die Wunde blutet.

Liebe Grüße!

Dr. Leo Lust