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Angst vor HIV-Infektion und ersten Anzeichen von AIDS

 Hallo Dr. Lust,

ich habe seit einem halben Jahr verschiedene körperliche Probleme und denke seit kurzem an eine HIV-Infektion.

Zuerst habe ich an HIV gar nicht gedacht, aber seit März habe ich tierische Angst.

Aber zu mir: Ich bin männlich, 23 Jahre jung und lebe in keiner festen Beziehung, sprich: ich bin single.

Der Text der jetzt folgt, ist etwas länger.

Ich bin Student und wohne noch daheim bei meiner Familie. Neben meinem Studium arbeite ich seit einigen Jahren in einer kleinen Firma um mir mein Taschengeld aufzubessern.

Im August 2012 hat wie eine firminterne Sommerfeier, wo auch Alkohol im Spiel war. 

Lange Rede - kurzer Sinn: Am Abend ist es zwischen mir und einer Mitarbeiterin zum Geschlechtsverkehr gekommen. Wir beide waren alkoholisiert. Ob der Verkehr jetzt geschützt war oder nicht kann ich leider nicht mehr sagen. Zwar habe ich Tage später die aufgerissene Kondompackung in meiner Hose gefunden nur weiß ich nicht, ob de Gummi auch zum Einsatz kam. 

Aber es kommt noch besser...

Nach der Sommerfeier bin ich noch mit ein paar Kollegen "um die Hauser" gezogen und wie es der Zufall will, sind wir auch bei einem Freudenhaus vorbeigezogen. Vom Alkohol benebelt sind wir natürlich alle rein und hatten Sex mit Prostituierten - mich eingeschlossen. 

Der Oral- und Geschlechtsverkehr lief, so denke ich mit Gummi ab, aber an viel kann ich mir auch nicht mehr erinnern.

Seit September plagen mich verschiedene Beschwerden und ich bin erst Anfang März auf das Thema "HIV & AIDS" gestossen und mache mir seitdem riesige Sorgen und bereitet mir Angst.

"Krankenakte":

SEPTEMBER

- ca. 2-3 Wochen nach den RKs hat mich eine Erkältung erwischt (Kopfschmerzen, Husten, Schnupfen) 

- kein Fieber, keine geschwollene Lymphknoten

 

OKTOBER bis NOVEMBER

- starke Hals-Nacken-Schmerzen, die teilweise bis in den Hinterkopf und den oberen Rücken ausgestrahlt sind.

Ob die Schmerzen von geschwollenen Lymphknoten oder den Muskeln gekommen sind, kann ich nicht sagen.

- des Weiteren hatte ich immer wieder mal üble Hitzeattacken

 

DEZEMBER bis JANUAR

- die Hals-Nacken-Schmerzen haben von der Intensität nachgelassen, sind aber weiterhin vorhanden.

- eines Morgens mit Schmerzen im Mund aufgewacht. Um einzelne Zahnhälse haben sich kleine Risse im Zahnfleisch gebildet. Zahnfleisch zudem leicht gerötet.

Nach einer Woche warten zum Zahnarzt. Dieser hatte sowas noch nie gesehen. ZA hat "Proben" entnommen. 1 Woche später wieder zum ZA. Proben haben ergeben, dass keine negativen Bakterien schuld sind. Nach einer Gingivitis oder Parodontitis hat es auch nicht ausgeschaut.

- wieder ab und zu Hitzeattacken.

 

JANUAR

Risse im Zahnfleisch sind verschwunden. Jedoch ist das Zahnfleisch weiterhin leicht gerötet und geschwollen. Zudem hat sich der harte Gaumen direkt hinter den Frontzähnen entzündet.

Wieder zum ZA. Dieser kann mir wieder nicht helfen, da keine Gingivitis oder Parodontitis vorliegt. Nach längerer Überlegung meinte er, dass es aber eventuell ein Virus (!) sein könnte.

- Hitzeattacke!!! Ich bin deswegen sogar ins Krankenhaus gefahren. Mein Kopf verglühte fast. Ergebnis: 37,5 °C - also nicht einmal Fieber. Nach 6 Std. Aufenthalt: 36,6 °C. Die Ärzte konnten mir diese Hitzeattacken nicht erklären.

 

JANUAR bis FEBRUAR

Wahnsinn. 2 Wochen beschwerdefrei. Zwar hat der Hals-Nacken ab und zu weh getan und das Zahnfleisch war leicht gerötet, aber sonst keine Beschwerden.

 

FEBRUAR bis MÄRZ

- Müdigkeit. Von Ender Februar bis Mitte März war ich mehr oder weniger totmüde. Ich bin nach 8-10 Std. Schlaf aufgestanden und war noch 2 Std. wieder hundemüde. Das hat sich 3 Wochen lang hingezogen.

- Schluckbeschwerden. Bist heute habe ich beim "Leerschlucken" leichte Beschwerden.

- auf der Zunge hat sich ein leichter, weißer Belag gebildet.

- mein Mundboden ist feuerrot geworden und es haben sich 4 kleine Aphten darauf gebildet.

 

MÄRZ bis heute

- Müdigkeit hat nachgelassen und ich fühle mich wieder ziemlich wach.

- der leichte, weiße Belag der Zunge lässt sich zwar abschaben aber so richtig rosa wird meine Zunge nicht mehr. Außerdem kommt der Belag innerhalb von 15 Minuten wieder zurück.

 Allgemein kann ich sagen, dass ich mich ab und zu krank, schlapp und nicht gut-drauf gefühlt habe.

Nachdem ich im März die Nase vollgehabt habe, habe ich mich mal vor dem PC gehockt und gegooglet. Immer wieder bin bei HIV gelandet.

Seit letzter Woche habe ich eine Brennen hinter dem Brustbein. Verdacht auf Speiseröhrenpilz!!!! Seit letzter Wochen habe ich sogar Todesangst mich bereits im AIDS-Stadium zu befinden. Jedoch habe ich kein Fieber, kein Durchfall oder geschwollene LKs.

Ein HIV-Test ist bei mir leider nicht so einfach möglich da ich auf dem Land wohne und das nächste Gesundheitsamt ca. 80 km entfernt ist.

Bei meinen hiesigen Ärzten will ich keinen Test machen, da mich die meisten seit meiner Geburt kennen.

 Ich habe mittlerweile eine riesige Angst. Ich lese zwar immer, dass AIDS in der Regel unbehandelt nach 10 Jahren ausbrechen kann. Es kann aber auch schon nach einigen Monaten ausbrechen. Auch das mein Hausarzt den Verdacht auf Soorösophagitis hat, was typische für eine schwaches Immunsystem sein, macht mir noch größere Angst.

Auch die Geschichten, die ich in deutschen, englischen oder französischen Foren gelesen haben, dass sich Leute trotz kontinuierlicher Verwendung einer Kondoms  trotzdem mit HIV angesteckt haben, mach psychisch noch fertiger.

Ich weiß, dass das jetzt ziemlich viel Text war. Ich ich bitte euch um eine Einschätzung meiner Lage, ob HIV oder sogar AIDS schon möglich sind.

Oder ob ich mir überhaupt keine Sorgen machen muss.

Ich habe Angst, dass mit der Kollegin kein Gummi im Spiel war oder das bei der Prostituierten was falsch gelaufen ist (beim Kondomabziehen sich infiziert zu haben, etc.)

 

Vielen Dank.

 

 

 

 

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Hallo Ivanhoe!

Mir ist keine Risikoeinschätzung möglich, wenn Sie nicht mehr wissen, was an dem Abend passiert ist.

Ihre Symptome sagen über den HIV-Status nichts aus, nur ein Test tut das : http://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/welche-symptome-muss-ich-haben-dass...

Um einen Test kommen Sie also nicht rum, wenn Sie Beruhigung möchten. Sie haben übrigens freie Arztwahl und können auch jederzeit zu einen Ihnen fremden Arzt gehen. Ein Test verschafft übrigens Sicherheit und Beruhigung (und das Zittern während des Wartens auf das Ergebnis ist für die Psyche viel gesünder als Monate lange Sorgen und Ängste).

Liebe Grüße!

Dr. Leo Lust