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Wie zuverlässig ist der (veraltete) Antikörpertest der 3. Generation nach 4, 6, 8, 12 Wochen?

Der Standard-HIV-Test ist ein Antikörpertest (ELISA/3. Generation) (bzw. ein kombinierter Antikörper-Antigen-Test, ELISA/4.Generation). D.h. der Test sucht nach Antikörpern, die das Immunsystem als Reaktion auf das Eindringen der Viren bildet. Es dauert im Durchschnitt sechs Wochen, bis genug Antikörper vorhanden sind, damit der Test sie nachweisen kann. Diese Zeit nennt man diagnostisches Fenster. Manchmal kann es auch bis zu zwölf Wochen dauern. Wirklich sicher ist der Antikörpertest (ELISA) also erst nach zwölf Wochen. Nach acht Wochen liegt die Testsicherheit eines Antikörpertests der 3. Generation bei etwa 90%, nach sechs Wochen bei etwa 80% und vier Wochen nach der Infektion erst bei rund 60%.

Beim kombinierten Antikörper-Antigen-Test (4. Generation) wird zusätzlich noch auf das p24-Antigen getestet, bei dem es sich um ein Protein von HIV-1 handelt. Das p24-Antigen bildet sich in der Regel bereits zwei Wochen nach einer Infektion und bleibt für vier Wochen im Blut nachweisbar. Die Nachweisbarkeit des Antigens überschneidet sich zeitlich meist mit der Nachweisbarkeit der Antikörper, weshalb der Kombinationstest normalerweise entweder auf das Antigen oder die Antikörper oder beides anspricht. In seltenen Fällen kann es aber vorkommen, dass das Antigen nicht mehr nachweisbar ist, sich aber noch keine Antikörper in nachweisbarer Menge gebildet haben, weshalb der Kombinationstest dann falsch-negativ ausfallen kann. Somit erreicht auch der ELISA-Test der 4. Generation seine maximale Testsicherheit erst zwölf Wochen nach einem Risiko.

Insgesamt kann der Duo-Test der 4. Generation jedoch ab sechs Wochen nach dem letzten Risiko bei mehr als 99 Prozent aller Menschen die HIV-Infektion (mit HIV-1) erkennen. Für die maximale Testsicherheit sollte er aber nach zwölf Wochen noch einmal wiederholt werden. 

Immer häufiger wird mittlerweile auch der sogenannte PCR-Test zur Diagnose einer HIV-Infektion verwendet. Dies ist kein Antikörpertest, sondern ein direkter Virusnachweis, wodurch das diagnostische Fenster wesentlich verkürzt wird. Der PCR-Test sollte nicht früher als zwei Wochen nach einer etwaigen Infektion vorgenommen werden, da u. U. erst nach zwei Wochen die Viruslast (Menge der Viren im Blut) hoch genug ist, um nachweisbar zu sein. Zu beachten ist, dass beim PCR-Test nicht gleichzeitig auf HIV-1 und HIV-2 getestet werden kann (wie beim Antikörpertest), sondern für jeden der beiden Virenstämme ein eigener Test gemacht werden muss.

Die PCR-Bestimmung ist ab zwei Wochen nach einem Risiko sehr sicher. Wir müssen allerdings darauf hinweisen, dass ein PCR-Ergebnis um ca 1% unsicherer ist als ein Standard-Antikörpertest, weshalb die offizielle Richtlinie besagt, man solle im Idealfall 12 Wochen nach einem Sexualkontakt einen Antikörpertest zur absoluten Absicherung machen lassen.

Anmerkung: Diese FAQ bezieht sich auf den veralteten Test der 3. Generation. Zum Test der 4. Generation, der heute fast überall eingesetzt wird, gelten andere Testsicherheiten. Siehe hier: http://www.aidshilfe-salzburg.at/faq/wie-sicher-ist-duo-test-p24-antigen...

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