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Wie sicher und zuverlässig ist ein Heimtest?

Von einem Heimtest, d. h. einem HIV-Test, den man selbst zu Hause machen kann, raten wir grundsätzlich ab. Er ist in Österreich und Deutschland nicht offiziell zugelassen und das mit gutem Grund. Erstens weiß man nie, ob es sich dabei um einen sicheren und zuverlässigen Test handelt, und zweitens liefern Heimtests häufiger falsch-positive und falsch-negative Testergebnisse als HIV-Tests, die von Ärzten oder Labors eingesetzt werden. Für den Betroffenen ist das natürlich ein großer Schock: Er denkt, er sei HIV-positiv, obwohl er tatsächlich negativ ist. Im Gegensatz zu Heimtests wird nämlich bei HIV-Tests, die man bei Ärzten, in Labors oder in AIDS-Hilfen machen lässt, bei positivem Testergebnis stets ein zweiter Bestätigungstest durchgeführt, um falsch-positive Testergebnisse auszuschließen.

Zudem muss für den Heimtest die richtige Menge an Kapillarblut aus der Fingerkuppe entnommen werden. Dies ist schwierig und bedarf an viel Übung, die man in der Selbstabnahme nicht gewinnen kann. Es ist somit nicht möglich, dass medizinischen Laien die Kapillarblutabnahme zuhause zuverlässig gelingt. Falsch-negative Testergebnisse sind die Folge.

Im Internet werden viele Heimtests verkauft. Doch häufig handelt es sich dabei um Produkte, deren Qualität nicht unabhängig geprüft ist (auch wenn dies oft behauptet wird) und die kompliziert anzuwenden sind. In der Regel sind diese Tests nur für erfahrene medizinische Kräfte zugelassen. Wenden Laien diese Tests an, so können HIV-Infektionen durch Anwendungsfehler unentdeckt bleiben.

In anderen Ländern können Heimtests auch in Apotheken oder online gekauft werden. In Österreich sind diese Tests wegen möglicher Anwendungsfehler durch Laien nicht zugelassen. Wer sie dennoch erwirbt, macht sich aber natürlich nicht strafbar.

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