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Was sind HPV-Feigwarzen?

Feigwarzen sind warzenartige Gebilde, die sich im Genitalbereich (z. B. auf dem Penis, in der Harnröhre, am Hodensack, auf den Schamlippen, in der Scheide, am Anus oder im Enddarm) ausbilden können. Sie werden durch so genannte "Humane Papillomviren" (HPV) übertragen. Die Warzen können, wenn sie nicht entfernt werden, im Laufe der Zeit immer größer werden, wobei es zu Blumenkohl-artigen Wucherungen kommen kann. Die Hautveränderungen schmerzen und jucken in der Regel nicht. Lediglich im Analbereich kann es zu juckenden Ekzemen kommen. Feigwarzen sind meist gutartig, doch gibt es einige Typen, die zu Krebs führen können (z. B. Peniskrebs, Gebärmutterhalskrebs, Darmkrebs; dies ist vor allem bei den Hochrisikotypen HPV 16 und HPV 18 möglich). Daher sollten Feigwarzen immer von einem Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten untersucht werden.

Geschützter Sex, d. h. Sex mit Kondom, kann das Risiko einer Infektion mit HPV verringern. Allerdings lässt sich eine Ansteckung nie völlig vermeiden, weil HPV bereits bei Körperkontakt sowie indirekt über Sexspielzeuge oder über die Hände übertragbar ist. Die Infektion findet über die virushaltigen Hautschuppen der Warzen statt, doch kann auch scheinbar gesunde Haut Viren enthalten. Haut zu Haut Kontakt reicht deshalb für eine Infektion aus. Kleine Verletzungen, wie z. B. rasierte oder wunde Haut, erhöhen das Risiko einer Infektion mit HPV. Wenn sich in der Harnröhre Feigwarzen ausbilden, kann HPV auch über Sperma übertragen werden.  Darüber hinaus ist eine Infektion von der Mutter auf das Kind während der Geburt möglich. Zudem können größere warzenartige Gebilde im Geburtskanal das Kind gefährden, so dass ein Kaiserschnitt notwendig ist. In sehr seltenen Fällen ist HPV auch über Toilettensitze oder benutzte Handtücher übertragen worden. Seit 2006 ist in der EU ein sehr wirksamer Impfstoff gegen die HPV-Typen 6,11, 16 und 18 zugelassen. Zu bedenken ist allerdings, dass dieser lediglich bei noch nicht bestehender Infektion wirksam ist, weshalb die Impfung bereits vor dem ersten Sexualkontakt durchgeführt werden sollte.

HPV selbst lässt sich nicht ausheilen. 75-80% der Gesamtbevölkerung tragen jene HPV-Typen (bzw. Antikörper gegen diese), welche für Feigwarzen verantwortlich sind, in sich, doch kommt es lediglich bei 1-2% der Betroffenen zur Ausbildung von Warzen, da die meisten Menschen Antikörper gegen HPV bilden. Allerdings gibt es auch Betroffene, bei denen sich immer wieder Warzen ausbilden. Häufig treten erst Jahre nach einer Infektion Warzen auf. Diese sollten dann unbedingt von einem Facharzt untersucht werden. Je nach betroffener Hautregion und Ausbreitung gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die Warzen zu entfernen (Vereisen, Lasern, Hauttinkturen, Entfernung mit Skalpell ...). Insgesamt sind Feigwarzen abgesehen von den Hochrisikotypen zwar nicht gefährlich, doch leiden die Betroffenen häufig psychisch unter den sich immer wieder ausbildenden Warzen. Um festzustellen, ob es sich um einen Niedrigrisikotypen (HPV 6 oder 11) oder um einen Hochrisikotypen handelt (HPV 16 oder 18) wird ein Abstrich von der betroffenen Hautstelle gemacht.

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